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Die Dallas Mavericks scheiterten 2006 mit 2:4 in den Finals gegen die Miami Heat © getty

Dallas setzt beim ersten Matchball nicht nur auf Nowitzki. Stevenson stichelt gegen die Heat, eine Legende gegen die Fans.

Von Jakob Gajdzik

München - Von der One-Man-Show zum Kreuzfeuer.

Die letzten Spiele der NBA-Finals haben es bestätigt: Wollen die Dallas Mavericks in der Nacht auf Montag (ab 2 Uhr LIVE im TV auf SPORT1+ und im LIVESTREAM) in Miami die Meisterschaft holen, brauchen Sie mehr als nur einen überragenden Dirk Nowitzki.

"In den Spielen, die Dallas gewonnen hat, bekam Dirk Hilfe von seinem Team. Bekam er sie nicht, haben sie verloren", bringt es Ex-MVP Charles Barkley nüchtern auf den Punkt.

Der 112:103-Sieg im Spiel 5 (Video, Bericht und 416565Bilder) war das beste Beispiel.

Unterstützung für Nowitzki

Zwar war Dirkules mit 29 Punkten einmal mehr bester Werfer seines Teams, doch musste er in dieser Partie die Last nicht alleine auf seinen Schultern tragen.

Jason Terry (21 Punkte), J.J. Barea (17), Jason Kidd und Tyson Chandler (beide 13) sorgten allesamt mit für den Sieg und gaben Nowitzki die nötige Unterstützung.

Terry hebt ab

Insbesondere der "Jet" schwang sich im letzten Viertel mit acht Punkten zu einem eminent wichtigen Akteur auf (Bericht: "Jet" steuert neue Sphären an).

Dabei hat Terry eine kuriose Statistik aufzuweisen: 0,53 Punkte erzielte der ehemalige Atlanta-Hawks-Spieler minütlich, wenn Heat-Superstar LeBron James auf dem Court ist. Wenn James dagegen auf der Bank sitzt, ist Terry nicht mal halb so gefährlich (0,24).

Die Anwesenheit des schwächelnden "King James" (Bericht: "LeNon": Schmutzige Wäsche als Zentnerlast), scheint den Shooting Guard zu beflügeln.

[kaltura id="0_yo001vjs" class="full_size" title=" D rfen den Heat kein neues Leben geben "]

Kleiner Giftpfeil gegen Miami

Beim ersten Mavs-Sieg in Spiel zwei waren es neben Nowitzki und seinen 24 Punkten Shawn Marion (20), Terry (16) und Chandler (13), die für den knappen 95:93-Sieg sorgten.

Im vierten Spiel waren dann Terry (17), Marion (16), Chandler (13) und DeShawn Stevenson (11) in die Bresche gesprungen, um den Würzburger (21 Punkte) zu entlasten.

"Wir sind die Jungs, die richtig zusammenspielen, uns die Bälle zupassen und Sachen auf die Beine stellen", schickt Stevenson den Heat einen Giftpfeil.

Großes Lob von Magic Johnson

Der Teamgedanke ist also das größte Pfund der Mavericks im Vergleich zu der Startruppe aus Miami.

Ex-Lakers-Star und "ESPN"-Experte Magic Johnson lobte nach dem fünften Spiel über "Twitter" eben diesen Gedanken der Mavs: "Sie haben als Team hervorragend gespielt. Nowitzki war klasse, aber Barea, Kidd und Terry haben den Sack zugemacht"

Über die Heat schrieb er: "Der Unterschied zu den Mavs ist, dass sie nicht zusammenspielen, wenn das Spiel auf Messers Schneide steht. Jeder wartet auf den anderen, damit der vorangeht."

Spoelstra baut auf Heimvorteil

Die Hoffnung der Heat liegt dagegen darin, die (möglicherweise) beiden finalen Spiele in der heimischen American Airlines Arena auszutragen zu können.

"Dallas hat den Heimvorteil genutzt", sagte Heat-Coach Eric Spoelstra. "Jetzt fahren wir zurück nach Miami und müssen das gleiche tun."

30 Siege und elf Niederlagen standen in der regulären Saison für das Team aus Florida zu Buche, in den Playoffs musste man nur eine Heimniederlage einstecken - im zweiten Final-Spiel gegen die Mavs.

"Wir werden unsern Heim-Court verteidigen und die Serie gewinnen", zeigt sich auch Chris Bosh ob des Heimvorteils siegessicher.

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Sir Barkley unkt

Barkley lästert dagegen über Atmosphäre in der American Airlines Arena: "Sie haben ohne Frage die schlechtesten Fans. Es ist noch nicht mal laut in der Halle. In Dallas ist die Stimmung verrückt, in Miami noch nicht mal laut."

Mit einem Sieg könnten die Mavericks zudem eine offene Rechnung begleichen.

Seit Einführung des 2-3-2-Spielsystems (zwei Heimspiele, drei Auswärtsspiele, zwei Heimspiele) 1985 ist es bislang nur sechs Teams gelungen, mit einer 3:2-Führung in die letzten beiden Auswärtsspiele zu fahren.

"Spiel sechs ist Spiel sieben für uns"

Viermal stand nach einem Sieg in fremder Halle nach dem sechsten Spiel die Meisterschaft. 1985 siegten die L.A. Lakers bei den Boston Celtics, 1993 die Chicago Bulls bei den Phoenix Suns, 1998 waren es erneut die Bulls bei den Utah Jazz und als bislang letztes Team 2006 Miami bei den Mavericks.

Somit ist es verständlich wenn der "Jet" sagt: "Spiel sechs ist Spiel sieben für uns". Denn: Verlor das Auswärtsteam das sechste Spiel, stand am Ende niemals die Meisterschaft.

Die Mavericks wollen sich nicht nur endlich den Traum vom ersten Meisterschaftsring erfüllen, sondern es den Heat auch mit gleichen Waffen heimzahlen

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