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Nowitzkis Meisterhelfer: Spielmacher Oldie Jason Kidd (l.), Center-Zukauf Tyson Chandler © getty

Dirk Nowitzki und die Dallas Mavericks haben es geschafft. Im sechsten Spiel erfüllt sich "Dirkules" seinen Lebenstraum.

Von Jakob Gajdzik

München/Miami - Dirk Nowitzki konnte sich vor der Saison entscheiden.

Verlängert er seinen Vertrag bei den Dallas Mavericks und jagt weiter seinem Traum hinterher, mit den Texanern den Titel zu holen? Oder schließt er sich einer großen Mannschaft an, die aufgrund des Spielermaterials weitaus höhere Chancen auf den Titel hat?

Begleitet von großen Versprechungen von Klub-Boss Mark Cuban, der hochkarätige Verstärkungen in Aussicht stellte, weitete "Dirkules" seinen Vertrag bei dem Klub, für den er seit 1998 auf Korbjagd geht, schließlich doch um vier weitere Jahre aus (Hand drauf: Nowitzki bleibt ein Maverick).

Die hochkarätigste hieß am Ende Tyson Chandler. Die Verpflichtung des verletzungsanfälligen Centers von den Charlotte Bobcats war nicht der größte Name in der NBA, sollte sich aber als Glückgriff entpuppen (Hassfigur als Hoffnungsträger).

Dass die Mavericks allerdings mit ihrer "Oldie-Truppe" (neun Spieler im Kader sind 30 oder älter) den ganz großen Triumph schaffen, daran glaubten nur die Wenigsten.

James schliet sich Wade an

LeBron James wählte dagegen den anderen Weg.

Nach sieben Jahren bei den Cleveland Cavaliers schloss sich der MVP der Jahre 2009 und 2010 den Miami Heat an, um mit den zwei anderen Superstars Dwyane Wade und Chris Bosh dasselbe Ziel zu verfolgen (James-Wechsel vereint Triumvirat).

Dass es in den NBA-Finals zu einem Duell eben dieser beiden ungleichen Spielern kommt, hätte vor Saisonbeginn keiner vermutet.

Erst Recht nicht, dass sich "Dirkules" am Ende nach 13 Jahren doch endlich seinen großen Traum vom Ring erfüllen wird (BERICHT: Mavs sind Champion 2011).

Bulls sind Vorrunden-Primus

Auch in der regulären Saison waren die Augen der Öffentlichkeit eher auf den Osten gerichtet.

Das Star-gespickte Team aus Miami sowieso, doch in der Saison überraschte mit dem den Chicago Bulls noch eine weitere Mannschaft aus dem Osten der USA und beendete die Saison als Primus der Runde (Bulls beenden Saison auf Platz eins).

Am Ende haben sich jedoch tatsächlich die Dallas Mavericks die NBA-Krone aufgesetzt und jubeln dank und mit "Dirkules" über den ersten Titel ihrer Vereinsgeschichte.

SPORT1 zeigt die Chronologie auf dem Weg der Texaner zum großen Triumph.

Cuban spuckt große Töne

"Ob ich glaube, dass wir eine Mannschaft haben, die den Titel holen kann? Absolut. Wir können dieses Jahr die Meisterschaft gewinnen." Mark Cuban nahm vor Saisonbeginn kein Blatt vor den Mund und gab gleich das höchste aller Ziele aus.

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Der Grund? Mit Chandler und Haywood verfüge man über zwei Center der Extraklasse. "Wir werden unsere Gegner defensiv und offensiv viel mehr unter Druck setzen können. Es hängt nur von uns ab", gab sich Cuban gewohn offensiv.

Durchwachsener Start - dann folgt der Höhenflug

Sieben Siege und vier Niederlagen stehen für Dallas nach den ersten elf Spielen zu Buche. Der Start gelingt nur ansatzweise. Nach der 83:88-Niederlage zu Hause gegen die Chicago Bulls (Spielbericht) starten die Mavs jedoch durch und fegen mit zwölf Siegen in Serie durch die Liga. Nowitzki kommt in diesen Partien auf einen Schnitt von 25,25 Punkten. (STATISTIK: Der SPORT1-Nowitzki-Watch)

Nowitzki verletzt ? Dallas bricht ein

Am 28. Dezember gegen Oklahoma knickt das Knie von Dirk Nowitzki ein (Bericht). Die Folge: Eine Verstauchung und eine Pause für "Dirkules" für die folgenden neun Spiele.

Doch nicht genug: Mit Caron Butler fällt ein weitere wichtiger Spieler mit einem Patellasehnenriss im Knie aus, fehlt den Mavericks bis Saisonende (Bericht). Ohne ihre Stars sind die Mavs beinahe chancenlos und verlieren sieben der neun Partien.

Gegen die Memphis Grizzlies kehrt Dirkules am 16. Januar wieder zurück, erzielt in 15 Minuten nur sieben Punkte und kann die nächste Pleite (70:89) nicht verhindern (Bericht). Gegen Detroit folgt anschließend die neunte Pleite aus elf Spielen (Bericht), erst danach geht es wieder aufwärts.

Starker Zwischenspurt

Mit "Big D" läuft es wieder. Zwischen dem 23. Januar und 4. März holen die Mavs 18 Siege bei nur einer Niederlage und duellieren sich mit den L.A. Lakers um den zweiten Platz in der Western Conference. Im Fernduell mit dem Titelverteidiger ziehen die Texaner allerdings den Kürzeren (Bericht) und ziehen schließlich nach den Chicago Bulls, San Antonio Spurs und Los Angeles als viertbeste Mannschaft der Regular Season in die Playoffs ein.

Reinigende Pleite gegen Portland

In der ersten Playoff-Runde warten die Portland Trail Blazers auf die Mavs. Dallas gibt eine 2:0-Führung aus der Hand und droht in der ersten Runde zu scheitern. Beim 82:84 bei den Trail Blazers geben die Mavs einen 23-Punkte-Vorsprung aus der Hand (Bericht).

Nowitzki erzielt im letzten Viertel nur vier Punkte und ist nach der Partie ratlos. "Im Nachhinein kann man immer sagen, das hätten wir anders machen können oder sollen. Wir müssen weiter positiv denken." Es klappt, Dallas gewinnt die beiden folgenden Spiele und steht im Viertelfinale.

Die Entzauberung des Meisters

Dort warten die Los Angeles Lakers um Superstar Kobe Bryant. Den amtierende Titelträger aus L.A. verzaubern die Mavs und schicken ihn mit einem 4:0-Sweep in den Urlaub. Im vierten Spiel gelingt ein beeindruckender 122:86-Sieg (Bericht). Jason Terry erwischt einen Sahnetag und trifft neun von zehn Dreiern.

Auch "Oldie" Jason Kidd dreht in der Serie gegen die Lakers auf und zieht besonders Topstar Kobe Bryant den Zahn. Nowitzki kommt auf einen Punkteschnitt von 25,25, im Anschluss erhebt ihn Trainer Rick Carlisle in die "Top Ten der NBA-Geschichte".

Der Crunch-Time-König schlägt zu

Das Halbfinale gegen die Oklahoma City Thunder mit den "jungen Wilden" Russel Westbrook und Kevin Durant liefern sie die Mavericks einen heißen Kampf. Nach fünf engen Spielen setzen sich die Mavs am Ende mit 4:1 durch.

Nowitzki ist der dominante Spieler und erzielt gegen die Thunder im Durchschnitt 32,2 Punkte und besticht besonders in den kritischen Phasen. NBA-Legende Rick Barry sagt über Nowitzki: "Er hat sein Spiel auf ein neues Niveau gehoben."

Großes Finale gegen die Star-Truppe

Im Finale warten die Miami Heat um die "Miami Thrice" LeBron James, Dwyane Wade und Chris Bosh auf das Team von Trainer Carlisle. Als sich Nowitzki bei der Niederlage im ersten Spiel (Bericht) einen Sehnenriss im linken Mittelfinger zuzieht, schwinden die Hoffnungen auf den Titelgewinn auf ein Minimum.

Doch Dirkules lässt sich weder durch seinen maladen Finger noch durch Fieber aufhalten und bringt die Mavericks besonders durch überragende Auftritte im Schlussviertel wieder zurück ins Spiel. (EINWURF: Der beste Sportler der Welt)

Einen 1:2-Rückstand drehen die Texaner dank einer sensationellen Mannschaftsleistung in ein 4:2 (Bericht) und krönen die Saison mit der ersten Meisterschaft der Vereinsgeschichte.

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