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Dirk Nowitzki wurde zum Most Valuable Player der Finals 2011 gewählt © getty

Dirkules will nach der Titel-Krönung mit den Mavericks zunächst gar nicht feiern. Mark Cuban hat dagegen Angst vor dem Vergessen.

Von Jakob Gajdzik

Miami/München - Nicht nur der Alkohol floss in Strömen.

"Ich habe unter der Dusche ein bisschen geheult", bekannte Dirk Nowitzki nach der gewonnenen NBA-Meisterschaft (Bericht, 412486Bilder und Video) gegen Miami.

13 Jahre hat Dirkules gebraucht, um sich seinen Traum vom Ring zu erfüllen.

"Ich kann es noch gar nicht richtig fassen", sagte er nach der Partie voller Erleichterung.

"Die Jungs haben mich überredet"

Diesen Erfolg wollte Dirkules anfangs lieber für sich alleine genießen. "Ich wollte eigentlich gar nicht wieder rausgehen zur Übergabe der Trophäe, aber die Jungs haben mich überredet."

Danach durfte der Würzburger neben der großen auch eine kleinere Trophäe in die Höhe recken. Genau eine Woche vor seinem 33. Geburtstag bekam er aus den Händen von Namensgeber Bill Russell den MVP-Award für die Finalserie 2011 überreicht, danach gab es kein Halten mehr. (EINWURF: Der beste Sportler der Welt).

Neben Sekt floss auch jede Menge Bier, weder Trainer Rick Carlisle noch Klub-Besitzer Mark Cuban konnten sich vor der obligatorischen Dusche retten.

Dirkules schwärmt

Als sich das wilde Treiben etwas beruhigte, geriet der Anführer der Mavs anschließend über die "Jungs" ins Schwärmen.

Nowitzki sprach von einem "unglaublichen Zusammenhalt. Wenn einer mal ein schlechtes Spiel hatte, ist der Nächste reingekommen und hat ihm aufgeholfen."

In diesem Fall war es der Power Forward selbst, der ausgerechnet im wichtigsten Spiel nicht seinen besten, oder in eigenen Worten, "ein rabenschwarzen Tag", erwischt hatte.

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"Das Ding holen wir uns heute"

In der ersten Hälfte traf das zu. Nowitzki gelangen nur drei Punkte und ein Treffer aus zwölf Versuchen. Für ihn eine ungewohnt schlechte Statistik.

In die Bresche sprang diesmal Jason Terry. Der "Jet" kompensierte Nowitzkis Schwächephase und erzielte in der ersten Hälfte der Partie 19 seiner insgesamt 27 Punkte.

Jener Terry, der neben Nowitzki das letzte Kadermitglied der Mannschaft von 2006 ist, die damals gegen Miami im Finale noch gescheitert war.

"Denk an 2006, das Ding holen wir uns heute", sagte der Guard zu Nowitzki im letzten Viertel. Es hat funktioniert.

Trotz seiner Schwächephase in der ersten Hälfte: In der Crunch-Time war auf den deutschen Nationalspieler wie immer Verlass. Zehn seiner 21 Punkte erzielte er im letzten Viertel, dazu gelang ihm 29 Sekunden vor dem Ende der Korbleger zum 103:92.

Topscorer Terry lobte Nowitzki nach dem Sieg in höchsten Tönen: "Wie Dirk dieses Team getragen hat, ist phänomenal. Ich freue mich, ein Teil davon gewesen zu sein", gab "Jet" zu Protokoll. (Bericht: Die Stimmen)

Erfahrung zahlt sich aus

Auf weitere Erfolgsfaktoren des Sieges gegen die stargespickte Truppe aus Miami angesprochen, lobte der Würzburger sowohl die tiefe Bank als auch die Erfahrung im Kader, die im Endeffekt den Ausschlag gegeben hätten.

Viel Erfahrung im Warten auf den Titel hatte neben Nowitzki auch Cuban. Seit elf Jahren jagte der Besitzer der Mavs der Larry O'Brien-Trophäe ebenfalls hinterher.

"Ich dachte, ich mache mir in die Hose", beschrieb der bisweilen exzentrische Cuban seinen Zustand während der Partie.

Am Ende herrschte bei ihm, wie in ganz Dallas, pure Freude und Erleichterung.

"Habe Angst, dass ich mich nicht erinnern kann"

"Ich habe nur Angst, dass ich mich nicht an jeden Moment und jedes Gefühl erinnern kann, das ich hatte, als die Uhr runtertickte."

Eine besondere Freude empfand der 52-Jährige für Jason Kidd und Nowitzki, die so lange auf diesen Moment gewartet haben.

Auf den Rest seiner Truppe war er ebenfalls stolz und sagte: "Es gibt keinen in der Mannschaft, der nicht aus irgendeinem Grund angezweifelt wurde. Aber sie haben klasse zusammengehalten."

Nowitzki will erstmal entspannen

Seine Rede beendete Cuban mit der Worten: "Ich muss jetzt trinken gehen."

Und was will der frischgekürte Finals-MVP Nowitzki nach der Krönung nun machen? Der deutsche Nationalspieler reagierte cool wie immer: "Erstmal entspannen. Ich will das jetzt erstmal ein paar Wochen genießen, dann kann man ein bisschen mehr reflektieren."

Die Erleichterung war dem Star deutlich anzumerken. Mit der Champagner-Flasche in der Hand lief Nowitzki strahlend vor Glück durch die Gänge der Arena und klatschte mit den mitgereisten Fans ab. Feiern war angesagt, allein sein wollte er nicht mehr.

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