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LeBron James wechselte 2010 von den Cleveland Cavaliers zu den Miami Heat © getty

Der gefallene König der Heat erklärt seinen Gegnern, dass sein Scheitern nichts an ihren "persönlichen Problemen" ändern würde.

Von Michael Spandern

München - LeBron James hat seinen Gegnern neue Nahrung gegeben und sich nach der Pleite seiner Miami Heat in den Finals gegen Dirk Nowitzkis Dallas Mavericks (Video, Bericht und412486 Bilder) über ihren Spott erhoben.

Auf die Beobachter angesprochen, die sich an seinem Scheitern ergötzen, sagte der ehemals wertvollste Spieler der Liga: "All die Leute, die mich mit ihrem Geschrei zum Versagen treiben wollten, müssen letztlich doch am nächsten Morgen aufwachen und dasselbe Leben führen wie tags zuvor." (die Final-Highlights ab 19.15 Uhr im TV auf SPORT1)

Und der Multimillionär setzte noch einen drauf: "Dann haben sie die gleichen persönlichen Probleme, die sie heute hatten."

Seit dem Wechsel im Kreuzfeuer

James schlägt seit der pompösen Bekanntgabe seines Wechsels von den Cavaliers zu den Heat in einer TV-Sondersendung im vorigen Juli nicht nur aus Cleveland blanker Hass entgegen.

Durch seine Aussage, "ich werde meine Talente zum South Beach bringen", sahen sich all diejenigen, die James ein überbordendes Ego unterstellten, bestätigt.

Weitere Sympathien verscherzte sich der Small Forward, als er bei der Party zu seiner Ankunft in Miami dem Team "fünf, sechs, sieben, acht" Titel verhieß.

"Sie müssen zurück ins echte Leben"

Dass es nun mit dem ersten nicht klappte, lag nicht unwesentlich daran, dass James in den Schlussphase aller sechs Partien weit unter seinen Möglichkeiten blieb (Bericht: "Persönliche Niederlage", die Zweite).

Als der in den entscheidenden Momenten Nicht-Existente ("LeNon") oder unter Druck Zusammenbrechende ("LeChoke") wurde er daraufhin verspottet.

[kaltura id="0_5lbc33em" class="full_size" title=""Ich hab ein bisschen geheult""]

Er möge sich bitte ein viertes Viertel besorgen, ätzte die Opposition. Nun kontert der gefallene "King": Besorgt euch ein Leben.

"Sie können sich einige Tage, einige Monate oder wie lange auch immer darüber freuen, dass nicht nur ich, sondern die Miami Heat ihre Ziele nicht erreicht haben", sagte James. "Aber zu irgendeinem Zeitpunkt werden sie ins echte Leben zurückkehren müssen."

Kopfschütteln bei Rose und Barry

Sein eigenes genießt er ganz unabhängig davon, dass er auch in seiner achten NBA-Saison ohne Titel geblieben ist und die Heat-Fans mit MVP-Sprechchören für Dwyane Wade klarmachten, dass sie James nicht mal mehr für den wertvollsten Spieler im eigenen Team halten.

"Ich werde damit weitermachen, so zu leben wie ich will und die Dinge zu tun, die ich tun will, und damit glücklich sein", betonte der in einer ärmlichen Region aufgewachsene 26-Jährige.

Die TV-Experten vor Ort schüttelten prompt den Kopf über James: Er tritt wieder und wieder in Fettnäpfchen", meinte Jalen Rose, einige Jahre James' Gegner in der Eastern-Conference. Und Ex-Profi Jon Barry riet dem ehemaligen Topscorer der Liga, vor dem Reden lieber erst den Kopf einzuschalten. (EINWURF: Vom König zum traurigen Clown)

Titel gegen James "noch süßer"

Tim Legler hingegen, von 1992 bis 1994 für die Dallas Mavericks aktiv, bringt Verständnis dafür auf, dass dem vielgescholtenen All-Star der Kragen geplatzt ist: "Jeder Mensch hat irgendwann mal genug zu hören gekriegt."

Ein jetziger Maverick aber lässt nach wie vor kein gutes Haar an James, den er bereits 2008 als überschätzt abtat.

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Nun sagte DeShawn Stevenson, die Finals gegen James gewonnen zu haben, mache die Meisterschaft "noch süßer".

Vor allem der misslungene Scherz auf Kosten des in Spiel 4 fiebrigen Nowitzkis, den James und Wade danach hustend veralberten, ist Stevenson übel aufgestoßen.

"Wie die sich benehmen, wie sie Dirk behandelt haben, all das was sie gesagt haben war stillos", wertet Dallas' Defensivspezialist. "So wie wir auf dem Feld zu siegen - das war wundervoll."

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