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Mark Cubans Großeltern wanderten aus Russland in die USA ein © getty

Auch für Mark Cuban war Dallas' Titel die Krönung. Der Besitzer straft Kritiker Lügen. Nowitzki widerspricht der neuesten Idee.

Von Eric Böhm

München - Mark Cuban ist immer für eine Überraschung gut.

Der außergewöhnliche Besitzer der Dallas Mavericks verblüffte nach der ersten Meisterschaft der Teamgeschichte (Video, Bericht und412486 Bilder) Spieler und Betreuer gleichermaßen.

"Ringe sind Old-School. Es ist ein Klischee. Du kommst in Städte, wo sogar die Balljungen einen Ring haben. Wir gehen eine Stufe höher", versprach Cuban.

In seinen mittlerweile elf Jahren als Eigentümer hatte er sicher schon bessere Ideen. Speziell in dieser Saison passte das Personalpuzzle endlich perfekt zusammen und verschaffte auch dem oftmals belächelten Exzentriker Anerkennung.

Enge Beziehung zu Nowitzki

Seinen Klub um einen jungen, schlaksigen Deutschen aufzubauen, der trotz seiner Größe lieber von draußen warf und in der Abwehr riesige Probleme hatte, erwies sich als Cubans größter Coup.

Zwischen dem Selfmade-Milliardär und Dirk Nowitzki entwickelte sich über die Jahre eine Freundschaft, auch aus Loyalität verlängerte "Dirkules" 2010 seinen Vertrag bei den Mavericks, um gemeinsam mit Cuban den historischen ersten Titel nach Dallas zu holen.

"Am ersten Tag der Free-Agent-Periode sagte Mark zu mir, dass wir in einem Boot sitzen. Ich wusste, er würde alles für unser gemeinsames Ziel tun", erzählte Nowitzki.

Kein gewöhnlicher Besitzer

Cuban ist eben alles andere als ein gewöhnlicher Besitzer. Er versteckt sich nicht im VIP-Bereich, sondern sitzt im Mavericks-Outfit hinter der Bank. Zu Auswärtsspielen reist er in seinem 40 Millionen Dollar teuren Privatjet.

Seine verbalen Ausraster gegen Schiedsrichter und Kontrahenten sind legendär.

Für insgesamt 13 verschiedene Vergehen wurde er von der NBA zu diversen Geldstrafen verdonnert - die Gesamtsumme übersteigt 1,6 Millionen Dollar (ca. 1,2 Mio. Euro).

[kaltura id="0_5lbc33em" class="full_size" title=" Ich hab ein bisschen geheult "]

Cuban bricht Schweigen

Neben seinen Tiraden während und nach den umstrittenen NBA-Finals 2006 sind auch die Fehden mit Coaching-Legende Phil Jackson oder Ex-Maverick Michael Finley - Cuban forderte die Zuschauer öffentlich auf, Finley auszubuhen - unvergessen.

Inzwischen ist Cuban jedoch deutlich ruhiger geworden. In den Playoffs verordnete er sich sogar einen Maulkorb und brach erst nach dem Gewinn des NBA-Titels sein Schweigen.

"Ich wusste ja, dass die Journalisten nach Geschichten suchen würden. Das Team sollte sich aber auf die Spiele konzentrieren können, also hielt ich mich im Hintergrund", erklärte der 52-Jährige seine Zurückhaltung.

Erfolg immer im Mittelpunkt

Der Internet- und Medienunternehmer ist aber auch ein knallharter Geschäftsmann, für den der sportliche Erfolg im Mittelpunkt steht.

Über die Jahre steckte er viele Millionen in den Kader, modernisierte die Infrastruktur und machte seine Mavs mit medienwirksamen Aktionen - unter anderem wohnte Dennis Rodman kurzzeitig bei Cuban - zu einem der beliebtesten NBA-Teams.

Terry schwärmt

Am 4. Januar 2000 kaufte er das Team für 285 Millionen Dollar, heute ist der Klub ein Vielfaches wert.

Außerdem erreichte Dallas unter Cuban jedes Jahr die Playoffs und steht auch in der Zuschauertabelle regelmäßigt unter den Top Fünf der Liga.

"Was Mark Cuban mit diesem Team gemacht hat, ist unglaublich. Er wollte um jeden Preis ein Siegerteam bauen. Nach 2006 haben er, Dirk und ich viel gelitten. Mark hat es verdient", schwärmte Jason Terry.

"Unterschreibe nur die Schecks"

Mit der Verpflichtung von Center Tyson Chandler und dem Festhalten an Coach Rick Carlisle sowie Veteran Jason Kidd hatte der dreifache Vater vor dieser Spielzeit das richtige Gespür.

In einer Saison, die von Vereinswechseln mehrerer Superstars geprägt war, gab er eine andere Richtung vor und widerlegte die zahlreichen Kritiker. Ein großer Spieler reicht eben doch, um Meister zu werden.

"Dirks unglaubliche Klasse, seine Teamkollegen, die Arbeit von Donnie Nelson (Teampräsident, Anm. der Red.) und der Coaches lassen mich jetzt gut aussehen, obwohl ich nur die Schecks unterschreibe", gab sich Cuban in der Stunde seines großen Triumphs bescheiden.

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"Mark hat Klasse"

Es spricht auch für ihn, dass er Mavericks-Gründer Donald Carter die Meisterschaftstrophäe entgegennehmen ließ.

"Mark hat einfach Klasse. Er liebt Basketball sogar mehr als meine Frau und ich. Er hat den Job beendet", lobte Carter, dessen Cowboyhut das Vorbild für das erste Team-Logo war.

Dirk will einen Ring

Da wird er verschmerzen können, dass ihm seine Angestellten - allen voran Nowitzki - bei der Sache mit dem Meisterschaftsring die Gefolgschaft verweigern.

"Wir müssen mit ihm reden. Ich will einen Ring. Als Mann weiß ich nicht, was ich von einem Armband halten würde", so der Finals-MVP.

Nelson pflichtete ihm bei: "Lasst uns die Ringe besorgen, ich zahle. Dann sind sie aber vielleicht aus Plastik."

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