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Jason Terry kam 2004 im Tausch für Antoine Walker und Tony Delk nach Dallas © getty

Jason Terry vertreibt mit seiner Gala im letzten Finale seine Dämonen und behält Recht. Ein strittiges Outfit feiert Comeback.

Von Eric Böhm

München - Vor der NBA-Finalserie zwischen den Dallas Mavericks und Miami Heat war es die große Geschichte.

Würden sich Dirk Nowitzki und Jason Terry für die bittere Niederlage von 2006 gegen den gleichen Gegner rehabilitieren können?

Beide spielten damals unter ihren Möglichkeiten und mussten fünf Jahre mit dem Makel des Versagens leben.

Entsprechend motiviert drückten sie den Endspielen gegen die Startruppe (Video, Bericht und412486 Bilder) ihren Stempel auf und verschafften sich Genugtuung. Terry wusste es schon vorher.

Terrys Gefühl bestätigt sich

Denn "Jet" hatte bei den Mavericks 2010/2011 schon vor der Saison ein ausgesprochen gutes Gefühl.

Sonst hätte sich der Sixth Man wohl kaum sein inzwischen berühmtes Tattoo von der Meisterschaftstrophäe stechen lassen.

"Ich hatte von diesem Team großes erwartet. Das Tattoo sollte dafür stehen, dass wir eine Chance auf den Titel hätten", sagte Terry.

Tattoo bekommt Datum

Im Oktober hatte Mavs-Guard DeShawn Stevenson seine Teamkollegen zu einer Party bei sich zu Hause eingeladen und ihnen seinen persönlichen Tattoo-Künstler zur Verfügung gestellt.

Daraufhin ließ Terry die Larry O'Brien Trophäe auf seinem rechten Oberarm verewigen. Im Falle des Scheiterns wollte er es entfernen lassen.

Jetzt kommt die Nadel trotzdem zum Einsatz, denn er muss noch das richtige Datum einsetzen lassen.

"Vor den Playoffs wollten alle Teams gegen uns spielen. Das hat mich damals richtig geärgert, vielleicht hat mir das den letzten Kick gegeben", freute sich der Guard.

[kaltura id="0_5lbc33em" class="full_size" title=" Ich hab ein bisschen geheult "]

Robe ist zurück

Etwa 36 Stunden nach seiner 27-Punkte-Gala im sechsten Endspiel überraschte Terry, als er in einer Boxerrobe vor die Medienvertreter trat.

Die passende Geschichte lieferte er gleich mit: "Ich hatte früher schon mal eine, aber der Coach meinte, sie würde mich zu sehr ablenken. Jetzt ist die Robe zurück, Baby."

Nachdem er maßgeblich zum entscheidenden Sieg beigetragen hatte, fand er den Mantel mit Finals-Logos in seinem Spind vor.

Denkwürdige Auftritte

Zu "Jets" persönlicher Revanche passte das Bild in jedem Fall. Schließlich musste er über die Jahre viele Schläge wegstecken.

Neben seinen Blackouts 2006 bekam vor allem Terry die Schuld für die Playoff-Pleiten der folgenden Jahre, häufig tauchte er für ganze Viertel völlig ab.

In diesem Jahr war plötzlich vieles anders. Nach einer ordentlichen Saison wurde er hinter Lamar Odom zum zweitbesten Einwechselspieler der NBA gewählt, aber in der K.o.-Runde legte er denkwürdige Auftritte hin.

"Jet" stachelt Dirk an

Im Viertelfinale vollendete er den Sweep gegen die L.A. Lakers mir neun Dreiern - Playoff-Rekord - fast im Alleingang.

Gegen die Heat fing er Nowitzkis einzig schwachen Auftritt im letztlich entscheidenden Duell ab.

Als der Würzburger vor der Halbzeit elf seiner ersten zwölf Würfe verfehlte, hielt der Routinier Dallas mit 19 wichtigen Zählern auf Kurs.

"Er hat uns getragen. Im vierten Viertel hat er zu mir gesagt: Denk an 2006! Das Ding holen wir uns heute", meinte Nowitzki.

Große Klappe entnervt James

Außerdem betätigte er sich über zwei Monate als Lautsprecher des Teams, unter anderem attackierte er immer wieder LeBron James und schien den "King" zunehmend zu entnerven.

"Manchmal redet Jet vielleicht etwas zu viel, aber irgendwie stachelt es ihn und das gesamte Team an. Das ist seine Art. In den Playoffs hat er seinen Worten auch Taten folgen lassen", zog der Finals-MVP seinen Hut.

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