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Dirk Nowitzki (l.) war bereits 2002 wertvollster Spieler der Weltmeisterschaft © getty

Kaum ist der erste Titel eingefahren, stellt sich die Frage: Wie geht es mit Dallas weiter? Nowitzki will seinen Liebling halten.

Von Eric Böhm

München - Vor Beginn der NBA-Finals waren sich die meisten Experten einig, es wäre Dirk Nowitzkis letzte Chance auf den langersehnten Titel.

Nach dem Gewinn der Meisterschaft gegen die favorisierte Startruppe der Miami Heat (Video, Bericht und412486 Bilder) sieht die Welt plötzlich ganz anders aus, denn es steckt sogar noch Steigerungspotenzial in diesen Dallas Mavericks.

"Die Titelverteidigung wird natürlich ein Ziel sein. Alles andere wäre quatsch. Ich würde gern einmal vor heimischer Kulisse Champion werden", sagte Nowitzki bereits wenige Tage nach dem großen Coup.

Kidd denkt nicht ans Aufhören

Zwar sind neun Spieler im Kader bereits 30 Jahre oder älter, aber ans Aufhören denkt keiner der Mavericks-Oldies. Der starke Kern um Nowitzki, Jason Terry und Shawn Marion bleibt also erhalten.

"In diesem Team macht es sehr viel Spaß. Ich kann hier hoffentlich noch zwei oder drei Jahre spielen", sagte selbst der 38-jährige Spielmacher Jason Kidd.

Auch Peja Stojakovic und Brian Cardinal (beide 34) äußerten sich ähnlich, im Gegensatz zu Kidd sind beide Veteranen aber ohne Vertrag für die kommende Spielzeit - falls die Saison 2011/2012 überhaupt stattfindet.

Schließlich droht der NBA ein Lockout, sollten sich Liga und Spielergewerkschaft nicht auf einen neuen Tarifvertrag einigen.

Nowitzki will Chandler halten

Bei insgesamt sechs Akteuren der Meistermannschaft laufen die Arbeitspapiere aus. Sobald die Teams mit den sogenannten Free Agents verhandeln dürfen, genießt Tyson Chandler bei Dallas oberste Priorität.

"Cuban und ich müssen uns unterhalten. Ich warte noch, bis er etwas mehr getrunken hat, dann kann ich vielleicht mehr Dollars rausholen", witzelte der Center während der ersten Siegesfeier.

Abwehrstärke und Führungsqualitäten machten den Modellathleten im Saisonverlauf zu einem Schlüsselspieler, der bei anderen Teams mit Sicherheit Interesse weckt.

"Er war unsere wichtigste Verpflichtung. Es macht Spaß, mit ihm zu spielen. Ich hoffe, wir können ihn langfristig halten", spricht sich Nowitzki für Chandler aus.

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Barea spielt sich in Vordergrund

Auch Jose Juan Bareas Kontrakt endet am 30 Juni. Der kleine Point Guard war die Entdeckung der Playoffs und stand in den letzten beiden Finalspielen auch in der ersten Fünf seinen Mann.

Er wird so oder so deutlich mehr verdienen als die 1,8 Millionen Dollar (ca. 1,27 Millionen Euro), die er in der letzten Saison kassierte.

"Ich möchte bleiben. Ich glaube sogar, wir haben eine gute Chance, wieder Meister zu werden. Mit unseren Coaches und Mark Cuban werden wir wieder ganz vorn mitmischen", betont der Puertorikaner.

Zwei Talente drängen nach

Abgesehen von eventuellen externen Neuzugängen bietet der Kader noch viel Potenzial. Die talentierten Roddy Beaubois und Corey Brewer waren in der Endphase der Saison kein Faktor, könnten mit ihrer Dynamik aber offensiv und defensiv positiv überraschen.

Gerade der vielseitige Flügelspieler Brewer bekam nicht umsonst einen gut dotierten Dreijahresvertrag, er sollte sich nun an Coach Rick Carlisles System angepasst haben.

Der Franzose Beaubois hatte lange mit den Nachwirkungen seines Fußbruchs zu kämpfen. Wenn er hundertprozentig fit ist, bringt er aber alles mit, um ein starker NBA-Guard zu werden.

Butler als Fragezeichen

Das größte Fragezeichen steht jedoch weiterhin hinter Caron Butler. Der Small Forward stand laut Carlisle kurz vor dem Comeback, nachdem er sich im Januar die Patellasehne im rechten Knie gerissen hatte.

Die Mavs würden den 31-Jährigen gern halten, denn bis zu seiner Verletzung war er absoluter Leistungsträger.

"Wir wollen hier in den nächsten Jahren etwas Unglaubliches aufbauen. Wir haben einen tollen Kern und einige aufstrebende Spieler", so Butler, der offenbar fest mit einem neuen Vertrag in Dallas rechnet.

Nelson setzt auf Nowitzkis Hunger

Dann könnte Shawn Marion wieder von der Bank kommen, was dem Kader noch mehr Tiefe verleihen würde, denn die Ersatz-Center Brendan Haywood und Ian Mahinmi werden nach momentanem Stand ebenfalls bleiben.

Dazu kommt, dass die San Antonio Spurs und L.A. Lakers vor einem größeren Umbruch stehen, der den Texanern möglicherweise erst nach dem Ende der Nowitzki-Ära blüht.

"Ich glaube, speziell Dirk wird genauso hungrig sein wie in dieser Saison. Seine Einstellung färbt auf die anderen Jungs ab", hält auch Teampräsident Donnie Nelson die Titelverteidigung für möglich.

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