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Kyrie Irving bestritt in der vergangenen Saison elf Spiele für die Duke University © getty

Kyrie Irving hat beste Chancen im Draft zuerst ausgewählt zu werden. Das Schicksal meinte es zuvor nicht immer so gut mit ihm.

München - Seine Mutter starb jung, sein Vater überlebte mit viel Glück die Terror-Anschläge vom 11. September, schwere Verletzungen warfen ihn immer wieder zurück.

Aber kein Schicksalsschlag konnte Kyrie Irving stoppen.

Jetzt steht der Point Guard der Duke University vor der Erfüllung seines größten Traums.

Der 19-Jährige gilt als bester Basketballer seines Jahrgangs und soll, glaubt man den Experten, im NBA-Draft in der Nacht von Donnerstag auf Freitag von den Cleveland Cavaliers, die diesmal den ersten Zugriff haben, verpflichtet werden.

"Das wäre eine Auszeichnung, aber ich blende das aus und bereite mich lieber mit hartem Training auf die Saison vor. Ich will mit Leistung überzeugen", sagte Irving.

In Cleveland könnte er Nachfolger des nach Miami abgewanderten Megastars LeBron James werden, auch wenn er das selbst nicht ganz so sieht: "Ich sehe mich nicht als Heilsbringer oder Retter, nehme die Herausforderung aber an und will mich beweisen."

"Ich habe tote Menschen gesehen"

Als Irving vier Jahre alt war, starb seine Mutter Elizabeth nach einer Blutvergiftung an multiplem Organversagen, mit nur 29 Jahren.

Fortan musste Vater Drederick, einst selbst Basketball-Profi, seinen Sohn alleine erziehen. Die New Yorker Bronx war dafür nicht die ideale Gegend.

"Ich habe Schießereien, Messerstechereien und Überfälle gesehen, auch tote Menschen", sagte Irving, der seinen Sohn trotzdem von allem Übel fernhielt.

Vater als "größter Unterstützer"

Einen Tag in New York wird Drederick Irving niemals vergessen, auch er hat tote Menschen gesehen.

Am 11. September 2001 war er mit dem Zug von Newark nach Manhattan unterwegs und stieg unter dem World Trade Center aus. Plötzlich bebte die Erde, die Zeit schien still zu stehen. American Airlines Flug 11 war gerade in den Nordturm eingeschlagen, Trümmerteile fielen vom Himmel.

"Es hat Trümmer und Dreck geregnet. Ich bin um mein Leben gerannt, alles passierte in Zeitlupe", sagte Irving, der in mehr als sechs Stunden die 20 Kilometer zu seinem Sohn nach Hause lief: "Zum Glück ging es für mich gut aus. Ich wollte nur zu Irving."

"Mein Vater stand immer hinter mir, war mein größter Unterstützer", sagt der Sohn heute.

Irving besitzt zwei Staatsbürgerschaften

Der begnadete Spielmacher ist für seinen Zug zum Korb und seine Spielintelligenz bekannt.

Mit seiner für NBA-Verhältnisse geringen Größe von 1,88 m lenkte er das Spiel der Duke Blue Devils, einem absoluten Top-College, in der Vergangenheit überragend, legte im Schnitt 17 Punkte und vier Assists vor.

"Ich arbeite hart an mir, will immer besser werden", sagte Irving, der im australischen Melbourne geboren wurde und zwei Staatsbürgerschaften besitzt.

LeBron James gibt ihm Tipps

Mit den Cavaliers und ihrem früheren Anführer "King" James steht Irving schon länger in Kontakt.

"Er hat mir während der Verletzung Mut gemacht, ist mittlerweile wie ein großer Bruder für mich", sagte Irving: "Er gibt mir Tipps, wie ich mich entwickeln kann."

Die Fans in Ohio warten auf das Riesentalent, denn Irving soll nach dem Wechsel von James nach Miami der neue König der Millionenstadt werden.

Kandidat für den ersten "Pick"

Aufgrund einer komplizierten Verletzung am Zeh musste der pfeilschnelle Guard allerdings zuletzt drei Monate pausieren und konnte sich den Scouts der NBA nicht richtig zeigen - er absolvierte in der abgelaufenen Saison lediglich elf Partien.

Umso erstaunlicher, dass er trotzdem als unumstrittener Kandidat für den ersten "Pick" gilt und von einer rosigen Zukunft in der besten Liga der Welt träumen darf.

Schicksalsschläge gab es in seinem Leben ja auch genug.

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