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Rudy Fernandez lieferte in den Achtelfinals gegen Dallas 2,8 Punkte und 2,0 Rebounds pro Spiel ab © getty

Dallas tauscht einen im Draft gewählten Local Hero mit Portland. Der Ex-Weltmeister mit Flugshow- und Meuter-Vergangenheit kommt.

Von Michael Spandern

München - Überraschungskracher in der Draft-Nacht: Dirk Nowitzkis Mavericks haben ihre im Draft ausgesuchten Talente nach Portland verschachert und im Tausch den spanischen Überflieger Rudy Fernandez bekommen.

"Wir hatten die Gelegenheit, einen Kuchen zu kriegen, den wir gleich essen können", schwärmte Donnie Nelson, der Sportliche Leiter des NBA-Champions. "Das war unser A-Szenario."

Der Spanier Fernandez, amtierender Europameister sowie Weltmeister von 2006, war bei den Trail Blazers zuletzt ins hintere Glied geraten. Beim 2:4 gegen Dallas in der ersten Playoff-Runde ließ Coach Nate McMillan den Mallorquiner nur noch rund 13 Minuten pro Partie spielen.

Rookie-Rekord für Dreier in einer Saison

Dabei gilt der 26-Jährige als der Europäer mit der größten Athletik unter den Außenspielern. 2009 beeindruckte er bei der Dunking-Flugshow am All-Star Weekend - auch wenn Rodolfo Fernandez nur auf dem vierten Platz der Fan-Wahl landete.

Zudem ist er ein ausgewiesener Scharfschütze, schraubte in der Saison 2008/09 den Rookie-Rekord für verwandelte Dreier in einer Spielzeit auf 159 - bei einer Trefferquote von 40 Prozent.

Allerdings - und das mag die Skepsis der Dallas-Morning-News-Leser begründen, von denen etwa 43 Prozent (Stand Freitag, 10 Uhr MESZ) den Tausch nicht gutheißen - hat der 1,98-Meter-Mann auch eine Vergangenheit als Meuterer.

Da er in McMillans System nur aufs Werfen reduziert wurde, drängte er im vorigen Sommer auf einen Trade. Und weil dieser nicht zustande kam, ließ er aus Spanien ausrichten, er werde "nicht zurückkommen". Was er dann aber mangels Freigabe aus seinem bis 2012 datierten Vier-Jahres-Vertrag doch tat.

Draftpicks Hamilton und Ngombo

In der kommenden Spielzeit stehen Europas "Young Player of the Year" von 2006 in Dallas 2,18 Millionen Dollar zu. Dafür kämpft er wohl gegen Shawn Marion, Caron Butler, DeShawn Stevenson und Pedrag Stojakovic um Spielzeit auf den Positionen 2 und 3.

"Danke allen Blazers-Fans für die Unterstützung! Ich bin so glücklich, nun beim besten Team der NBA zu sein!", twitterte er.

"Wir wollten den hochkarätigsten Spieler, und wir haben Jugend und Erfahrung bekommen", freute sich Nelson. Wenige Tage zuvor hatte er noch von einer "Draft für die Zukunft" gesprochen.

Mit dem 26. Pick hatten sich die Mavs den Local Hero Jordan Hamilton von der University of Texas geschnappt, mit dem 57. Draftrecht den zuletzt in Beirut aktiven Katarer Targuy Ngombo.

Koponen bleibt in Europa

"Wir haben uns bemüht, diese Picks einzutauschen", so Nelson. "Wir spürten, dass dies eine richtig, richtig gute Gelegenheit für uns war und haben den Feuerknopf gedrückt."

Der 20-jährige Small Forward Hamilton landete letztlich bei den Denver Nuggets, dem dritten im Tausch involvierten Team. Dallas erhält zudem die Rechte am 23-jährigen Finnen Petteri Koponen, der 2007 an 30. Stelle von Philadelphia gedraftet worden war.

Der Spielmacher bleibt jedoch vorerst in Europa. Der Nationalspieler geht seit 2008 für Virtus Bologna in der Serie A auf Korbjagd, wo er in der Vorsaison 12,1 Punkte und 2,2 Assists pro Spiel verbuchte.

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