vergrößernverkleinern
Dwyane Wade gewann mit Miami 2006 den NBA-Titel und wurde zum Finals-MVP gekürt © getty

Der Lockout lässt auch Heat-Star Dwyane Wade über einen Übersee-Wechsel nachdenken. Weitere Stars könnten folgen.

Von Matthias Ondracek

München - Im Lockout-Streit sind Spielergewerkschaft und Liga mit ihren Gehaltsvorstellungen weiter meilenweit auseinander. Wann die Saison startet, steht in den Sternen.

Die ersten Spieler haben bereits auf die unsichere Lage reagiert und Verträge in Europa unterschrieben. Weitere führen Gespräche über ein Engagement im Ausland.

Der prominenteste Akteur, der sich jüngst zu einem europäischen Team bekannte, ist New Jerseys Deron Williams. Der Guard wird in den nächsten Tagen zur Unterzeichnung seiner Arbeitspapiere in der Türkei erwartet. 422464(Die NBA-Wechselbörse)

Wade bricht sein Schweigen

Williams könnte damit eine Wechsel-Welle lostreten. Der 27-Jährige prophezeite bereits, dass ihm einige Kollegen folgen werden. (Bericht) Viele hätten sich schon erkundigt und den Wunsch geäußert, es ihm gleichzutun.

Über die Namen wurde bisher nur spekuliert. Nun brach mit Dwyane Wade ein echter Superstar sein Schweigen.

Der Profi der Miami Heat ließ in amerikanischen Medien verlauten, dass er durchaus an einem Engagement in Europa interessiert wäre. "Wenn es eine Möglichkeit gibt, würde ich es in Betracht ziehen", verriet der mehrfache Allstar.

Zu Williams' Entscheidung sagte Wade: "Es geht ums Spielen. Er will auf einem hohen Level spielen und wenn wir das nicht in der NBA machen können, wird er die Chance nutzen und es woanders tun."

Verhandlungsposition gestärkt

"Sollten wir an dem Punkt angelangen, bin ich mir sicher, dass viele Jungs folgen werden", so Wade weiter.

Vielsagend. Zumal der 29-Jährige klar stellte, dass er einer von ihnen sein könnte.

Diese Aussagen könnten freilich lediglich ein weiteres Druckmittel gegenüber der NBA sein. Durch die Drohung des Superstars, sein Geld in Übersee zu verdienen, stärkt Wade die Position der Spielergewerkschaft im Streit um die Gehaltskürzungen.

Es scheint jedoch auch sehr wahrscheinlich.

Dies ruft nun die Klubbosse auf den Plan. Wade gilt als verletzungsanfällig und hat in seiner Karriere deswegen bereits über 100 Spiele verpasst. Miami-Präsident Pat Rileys und Besitzer Micky Arisons Sorgenfalten dürften dadurch merklich größer werden.

Ein Risiko, das die Heat-Organisation nicht tragen will. Bei den restlichen Vereinen sieht es nicht anders aus.

Weitere Stars könnten folgen

Auch Kobe Bryant steht einer Anstellung im Ausland Medienberichten zufolge nicht abgeneigt gegenüber. Laut Williams könne der Lakers-Star mehr als die fünf Millionen Dollar, die er von Besiktas bekommt, einstreichen.

Ähnlich gestaltet sich die Lage bei Kevin Durant. Der Shootingstar der Oklahoma City Thunder signalisiere laut seines Beraters ebenso Interesse.

"Falls sich die Möglichkeit ergibt und der Lockout bestehen bleibt, wird er es genauso wie andere Spieler in Erwägung ziehen", sagte Aaron Goodwin der "Sports Illustrated".

Wenn jeder Profi seine Möglichkeiten offenkundig austestet, könnte der Lockout vielleicht doch noch kippen. Es bleibt also spannend.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren! Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel