vergrößernverkleinern
Kevin Love wurde 2011 erstmals zum All-Star Game eingeladen © getty

Der Rebound-König geht während des Lockouts sportlich fremd und versucht sich im Beachvolleyball. Der Strand liegt ihm Blut.

Von Eric Böhm

München - Ungewöhnliche Situationen erfordern ungewöhnliche Maßnahmen.

Der NBA-Lockout stellt viele Superstars vor die Frage, was sie mit ihrer neugewonnen Freizeit anfangen sollen.

Während Kobe Bryant, Dwight Howard oder auch Carmelo Anthony an ein Engagement irgendwo zwischen der Türkei und China denken (422464DIASHOW: Die NBA-Wechselbörse), will Kevin Love gleich die Sportart wechseln.

Der Rebound-König der Minnesota Timberwolves plant, an einem professionellen Beachvolleyball-Turnier teilzunehmen.

"Ich denke, es ist eine tolle Idee. Das gibt mir die Gelegenheit, Sonne zu tanken, aktiv zu bleiben und während des Lockouts etwas Spaß zu haben", so Love.

"Möchte mithalten"

Nach seiner ersten Trainingseinheit mit Profis zeigte sich der Most Improved Player der vergangenen NBA-Saison zuversichtlich, dass er beim Turnier in Manhattan Beach im August antreten wird.

"Ich erwarte von mir nicht zwangsläufig zu siegen, aber ich möchte rausgehen und mithalten", packt K-Love sein sportlicher Ehrgeiz.

Der Sponsor der Profi-Tour ermunterte ihn, bei dem mit ca. 140.000 Euro dotierten Event an den Start zu gehen. Lediglich ein Partner fehlt ihm noch.

Saison voller Highlights

Ob er im Sand so dominieren kann wie an den Brettern der NBA, ist allerdings fraglich.

Schließlich führte er nicht nur die Liga mit durchschnittlich 15,2 Rebounds pro Partie an, sondern lieferte im November auch das erste 30-Punkte-30-Rebound-Spiel seit 28 Jahren ab.

Außerdem gelangen dem Power Forward bis zum 13. März 53 Double-Doubles in Folge - damit stellte Love einen Rekord für die Zeit nach der Zusammenlegung von NBA und ABA im Jahre 1976 auf.

Strand liegt ihm im Blut

Der Strand scheint dem Weltmeister von 2010 aber im Blut zu liegen - Onkel Mike war Gründungsmitglied der Beach Boys.

Seine Tante Kathleen McCartney gewann 1982 den prestigeträchtigen Ironman auf Hawaii.

Love wurde in Santa Monica - an der Pazifikküste von Kalifornien - geboren und brillierte am College in unmittelbarer Nähe bei den UCLA Bruins.

Außerdem spielte sein Vater Stan einst regelmäßig gegen die NBA-Legende Wilt Chamberlain Volleyball und wollte den 22-Jährigen schon häufiger zum sportlichen Seitensprung bewegen.

Keine Angst vor Verletzung

Angst vor einer eventuellen Verletzung bei seinem Sand-Abenteuer hat der Shootingstar jedenfalls nicht.

"Dieses Risiko hast du aber auch im Basketball. Wenn du alles gibst, passiert meist weniger als bei halbherzigen Aktionen", meint Love, der sich nicht nur durch seinen schnörkellosen "Old-School-Spielstil" von anderen NBA-Stars unterscheidet.

Dass ihn die Profis auf dem Kieker haben könnten, ist dem beliebten Sunnyboy durchaus bewusst: "Aber ich hoffe, ich kann sie überraschen."

"London wäre ein Traum"

Eine zweite Karriere strebt der immer gut gelaunte Love aber nicht an, denn wann auch immer in der NBA wieder gespielt wird, geht es nicht zuletzt um die Plätze im Olympia-Team der USA.

"Es wäre ein Traum in London antreten zu dürfen. Aber dafür kommen sehr viele gute Spieler in Frage", sagt der All-Star von 2011.

Der Tausch "Beach für Bretter" bleibt für den ungewöhnlichen Typen also nur vorübergehend, bald will er wieder in der Halle abräumen.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren! Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel