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Michael Beasley spielte von 2008 bis 2010 bei den Miami Heat © getty

Ein NBA-Duo lässt während des Lockouts die Fäuste sprechen. Durant wird im Rucker Park zum Helden. Robinson will wechseln.

Von Raphael Weber

München - Wer rastet, der rostet. Allerdings täte ein wenig mehr Rast dem ein oder anderen Profi wohl doch gut, um den Hitzkopf zu kühlen.

Während in den zähen Verhandlungen zwischen den Klubbesitzern und der Spielergewerkschaft eine schnelle Einigung unwahrscheinlich ist und Billy Hunter, der Vorsitzende der Spielervertretung sogar vom Ausfall der kompletten NBA-Saison ausgeht, haben einige Profis andere Wege gefunden, sich fit zu halten.

Zur Freude der Fans tummeln sich einige Spieler auf den Freiplätzen und bei semiprofessionellen Turnieren. Was auch den Fans allerdings weniger gefallen dürfte, sind die Ausraster, die sich Michael Beasley und Matt Barnes geleistet haben.

Für Aufsehen im positiven Sinne sorgte dagegen Scoring-Maschine Kevin Durant, der sich im Rucker Park von Harlem zum Helden machte.

Einen komplett anderen Weg schlägt Nate Robinson ein: Er denkt sogar an einen Sportartwechsel. (BERICHT: NBA-Saison droht Absage)

Eine Hand im Gesicht

Beasley (Minnesota Timberwolves) geriet auf der letzten Station von Durants Streetball-Tour mit einem Fan aneinander. Das Spiel fand am späten Abend im Dyckman Park von New York statt, wo hunderte Fans dicht gedrängt bis an den Spielfeldrand standen.

Während ein Teamkollege an der Freiwurflinie stand, hatte Beasley offenbar genug von den Provokationen eines Fans und ging auf den Kontrahenten zu.

Nach einem kurzen Wortgefecht griff der NBA-Star dem Zuschauer mit der flachen Hand ins Gesicht und versetzte ihm einen Stoß.

Security muss eingreifen

Während der immer noch schimpfende Beasley von Sicherheitskräften vom Platz geleitet wurde, musste die Partie für fast zehn Minuten unterbrochen werden. (BERICHT: K-Love: Beach statt Bretter)

Viele Anwesende zeigten sich irritiert über den Ausraster des NBA-Profis. "Er muss wissen, dass er sich hier einige Kommentare anhören muss", so ein Turnier-Offizieller bei "ESPN". "Weiß er nicht, dass er dafür verklagt werden kann?"

Zum Leidwesen Beasleys wurde die Aktion von einem Fan auf Video festgehalten und kursiert seitdem auch im Netz. Womöglich drohen Beasley nach dem Ende des Lockouts auch von Seiten der NBA noch Sanktionen.

Zumal er kein unbeschriebenes Blatt ist: Erst im Juli wurde Beasley von der Polizei mit überhöhter Geschwindigkeit und Marijuana im Gepäck in Minneapolis angehalten.

Barnes: "Die Sch? läuft nicht!"

Einen Ausraster hatte auch Matt Barnes von den Los Angeles Lakers geleistet. Der Forward versetzte seinem Gegenspieler bei einem Spiel in San Francisco einen Schlag, wie der lokales Fernsehsender "KGO-TV" berichtet.

Barnes selbst behauptete hinterher, er habe die Auseinandersetzung nicht angezettelt, stellte gegenüber "ESPN" aber auch klar: "Diese Leute denken, sie können mit mir reden und machen was sie wollen. Du kannst hier nicht herkommen und jemanden verarschen, die Sch? läuft nicht!"

"So spiele ich nun mal. Es geht zur Sache", erklärte Barnes: "Diese Leute denken, sie könnten mich schlagen und herum schubsen. Aber das lasse ich mir nicht gefallen."

Andere Regeln

"Es gab ein Handgemenge", schilderte ein anwesender Polizist das Geschehen bei "ESPN" aus seiner Sicht: "Zwei Jungs haben ausgeteilt, beide haben getroffen. Aber sie wurden getrennt und keiner musste vom Platz. Die haben hier wohl andere Regeln, schätze ich."

Trotz des Zwischenfalls wurde Barnes nicht vom Platz geschickt und versenkte am Ende sogar den Gamewinner. (422464DIASHOW: Die NBA-Wechselbörse)

Durant legendär im Rucker Park

Deutlich positivere Schlagzeilen schreibt NBA-Topscorer Kevin Durant von den Oklahoma City Thunder in der NBA-freien Zeit: Der 22-Jährige ist mit einer sensationellen Leistung über Nacht zur Streetball-Legende aufgestiegen.

Sage und schreibe 66 Punkte legte "Durantula" im legendären Rucker Park in Harlem, New York auf. Unter den Augen der tobenden Zuschauermenge versenkte er dabei als Sahnehäubchen in der Crunchtime vier Dreier in Serie.

Doch damit nicht genug: Am nächsten Tag scorte Durant, der mit 30,1 und 27,7 Punkten pro Spiel in den letzten beiden Jahren den NBA-Scoring-Titel gesichert hat, bei einem Spiel im Baruch College 41Punkte. In Beasleys Ausraster-Spiel sorgte Durant mit seinen 29 Zählen und zwei Alley-Oop-Dunks für das sportliche Highlight.

Robinson auf Abwegen?

Nate Robinson überlegt dagegen sogar, die Sportart zu wechseln. Über "Twitter" lies der Point Guard zuletzt verlauten, er habe Pete Carroll, Trainer der Seattle Seahawks, um ein Probetraining beim NFL-Team gebeten.

Zuvor hatte der dreifache Slam-Dunk-Champion bereits in einem Interview mit der "SLAM" erklärt, er könne sich vorstellen, im Falle eines Lockouts Football zu spielen.

Für "Krypto Nate" wäre das Spiel mit dem Lederei alles andere als Neuland: Der Sohn eines College-Football-Spielers starte seine Karriere an der University of Washington mit einem Football-Stipendium, bevor er sich für eine Karriere als Basketballer entschied.

Verletzungsgefahr im Hinterkopf

Die Gefahr, die bei solchen Ausflügen natürlich immer wie ein Damoklesschwert über den Spielern schwebt, ist das Verletzungsrisiko. Zumal Comissioner David Stern zuletzt angekündigt hatte, dass die Verträge von Akteuren, die sich beim Engagement in fremden Ligen verletzten, ungültig werden.

Dieses Risiko scheint auch Robinson nicht eingehen zu wollen, zumal der Point Guard nach seinem Trade von den Boston Celtics zu den Oklahoma City Thunder einer Arthroskopie im Knie unterziehen musste und ganze sieben Spiele für sein neues Team absolvieren konnte.

Das Training der Seahawks schaute sich der Aufbau dann doch lieber sicher von der Seitenlinie aus an.

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