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LeBron James wechselte 2010 als erster amtierender MVP seit 28 Jahren das Team © getty

Der Heat-Superstar glaubt, dass die NBA-Saison stattfindet und trainiert mit "The Dream". James reizt nur ein Übersee-Abenteuer.

Von Eric Böhm

München - Diesmal fiel der Empfang für LeBron James in Ohio deutlich positiver aus.

Im Gegensatz zu seinen Auftritten im Trikot der Miami Heat in Cleveland wurde der frühere Cavaliers-Star von 360 Schulkindern im nahegelegenem Akron lautstark gefeiert.

In seiner Heimatstadt warb James für eine Initiative, die Schülern eine bessere Perspektive ermöglichen soll.

Trotz des bestehenden Lockouts (BERICHT: NBA-Saison droht Absage) sieht der 26-Jährige auch für die unmittelbare Zukunft der NBA nicht schwarz: "Ich bin optimistisch, dass wir eine Saison haben werden, sehr optimistisch."

Ausland für James kein Thema

Dabei setzt James vor allem auf die Vernunft der handelnden Personen, denn eine Absage der Spielzeit 2011/2012 helfe schließlich niemandem.

"Ich bereite mich auf eine NBA-Saison vor. Ich glaube, Billy Hunter (Chef der Spielergewerkschaft, Anm. der Red.), die Besitzer und David Stern (NBA-Boss, Anm. der Red.) einen gemeinsamen Nenner finden werden", so der zweimalige MVP.

Ein Engagement im Ausland kommt für ihn dagegen nicht in Frage, auch wenn er Deron Williams oder Kobe Bryant gut verstehen kann: "Wir lieben einfach das Spiel. Sie wollen sich ihre Möglichkeiten offenhalten." (422464DIASHOW: Die NBA-Wechselbörse)

Lehren aus den Finals

Auch ein Wechsel der Sportart (BERICHT: K-Love: Beach statt Bretter) oder actionreiche Auftritte bei Streetball-Turnieren (BERICHT: NBA-Profis auf Abwegen) sind für den selbsternannten "King" kein Thema.

Stattdessen nutzt James die Zeit, um aus den enttäuschenden Auftritten in den verlorenen Finals gegen Dirk Nowitzkis Dallas Mavericks Lehren zu ziehen und arbeitet akribisch an seinen Schwächen.

"Dallas war das bessere Team und wurde verdient Meister. Für mich ist das eine zusätzliche Motivation", sagte der Forward.

Blick geht nach vorn

Knapp zwei Monate zuvor hatte sich das noch ganz anders angehört. Damals reagierte er auf die heftige Kritik an seiner Person noch mit ebenso kindischen wie abfälligen Bemerkungen (BERICHT: James erhebt sich über Spötter).

Die Leute, die sich über seine Niederlage freuten, müssen danach trotzdem wieder in ihr miserables Leben zurück, hatte James unmittelbar nach den Finals gesagt und damit auch seine letzten Fürsprecher gegen sich aufgebracht.

Der Stachel des eigenen Versagens in der entscheidenden Phase der Endspiele sitzt zwar immer noch tief, aber inzwischen blickt der streitbare Ausnahmekönner nur noch nach vorn.

Training mit Olajuwon

Zukünftig will er wieder die Leistung auf dem Court für sich sprechen lassen. Dafür trainiert er zweimal pro Tag und holte sich in Houston prominente Unterstützung.

Kein geringerer als Center-Legende Hakeem "The Dream" Olajuwon trainiert mit James, um ihn vor allem unter den Körben noch effektiver zu machen.

"Er hatte unglaublich viel Talent wollte sich trotzdem ständig verbessern. Das machte ihn zu einem unglaublich dominanten Big Man. Von einem mehrfachen Champion kann ich mir einige Sachen abschauen", zollte James dem Hall-of-Famer Respekt.

Olympia als großes Ziel

Doch für James steht nicht nur die neue NBA-Saison - sollte sie stattfinden - und die neuerliche Jagd nach seinem ersten Meistertitel im Vordergrund.

Auch die Verteidigung des Olympiasieges ist für den siebenmaligen All-Star ein lohnendes Ziel.

2008 führte er die USA in Peking zum Erfolg und will vier Jahre später für eine Wiederholung des Triumphs sorgen.

"Ich liebe es, mein Land zu repräsentieren. Daher würde ich gern bei dem Team dabei sein, dass 2012 nach London fährt, um unsere Goldmedaille zu verteidigen", stellte James klar.

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