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Dwyane Wade (r.) wurde 2010 zum MVP des All-Star Games gewählt © getty

Dwyane Wade widerspricht seinem Teamkollegen und sieht den Arbeitskampf pessimistischer. Auch die Besitzer bekommen ihr Fett weg.

Von Eric Böhm

München - Über zu viel Harmonie im Team können sich die Miami Heat auch während des NBA-Lockouts nicht beklagen.

Nach LeBron James hat sich nun Teamkollege und "Superfreund" Dwyane Wade zu Wort gemeldet und widerspricht "LBJ", der fest davon ausgeht, dass die Saison 2011/2012 stattfindet (BERICHT: LeBron prophezeit Lockout-Ende).

"Ich verstehe schon, warum LeBron das gesagt hat", erklärte der Guard der "Associated Press": "Aber letztendlich verhandeln wir und man weiß doch, wie solche Verhandlungen laufen."

"Glaube nicht, dass es so kommt"

Sein reguläres Trainingsprogramm hat "Flash" zwar schon wieder aufgenommen, an eine Einigung zwischen Besitzern und Spielern glaubt er jedoch nicht.

"Du musst dich so vorbereiten, als müsstest du zum Start des Trainingscamps in der ersten Oktoberwoche fit sein", so Wade: "Aber ich glaube nicht, dass es so kommt." (BERICHT: NBA-Saison droht Absage)

Dabei überrascht vor allem das Timing dieser Aussage. Schließlich hatte James nur einen Tag zuvor eine komplett gegensätzliche Position vertreten.

Finals wirken nach

Es ist nicht das erste Mal, dass die beiden Superstars nicht auf einer Wellenlänge liegen.

Die verlorenen Finals gegen Dirk Nowitzkis Dallas Mavericks haben der Beziehung immensen Schaden zugefügt. Speziell die Schlussphase des dritten Finalspiels soll James übel aufgestoßen haben. Damals faltete ihn Wade direkt vor den Fernsehkameras lautstark zusammen.

In den restlichen Finalspielen wirkte LeBron extrem gehemmt und konnte sein Potenzial nicht wie gewohnt ausschöpfen.

"Wir klopfen uns nicht ständig auf die Schulter. Es ist unser Job, aus dem Team das Beste herauszuholen. Dazu gehört auch Kritik", verteidigte D-Wade damals seine Tirade.

Zwei große Egos

In diesem Licht erscheint Wades Vorstoß kaum als zufällig. Vielmehr wird dadurch erneut verdeutlicht, dass die beiden ausgesprochenen Alphamännchen die Rolle der unumstrittenen Nummer eins in Miami beanspruchen.

Wade war über Jahre das Gesicht der Heat und sieht sich auch nach der Ankunft von James und Chris Bosh als Führungsfigur.

Dagegen sind dem ehemals beliebten "King" die lauten MVP-Rufe für Wade während aller Final-Heimspiele sicher nicht verborgen geblieben.

Auch darüber, wer die entscheidenden Würfe in der Schlussphase eines Spiels bekommt, herrschte häufig Uneinigkeit.

"Werde Basketball spielen"

Für reichlich Zündstoff ist im sonnigen Paradies also auf jeden Fall gesorgt. Sollte die NBA-Saison jedoch komplett ins Wasser fallen, wird sich Wade nach Alternativen umschauen.

"Ich werde dieses Jahr Basketball spielen", stellte der Finals-MVP von 2006 klar. "Ich weiß nicht wo, aber ich liebe das Spiel so sehr, dass ich auf jeden Fall spielen werde. Wir werden eine Lösung finden."

Wade kritisiert Besitzer

Aus Wades Sicht sind ausschließlich die Besitzer für die verfahrene Situation in der besten Liga der Welt verantwortlich.

"Es liegt nur an den Eigentümern. Sie wissen, dass wir spielen wollen. Wir wollten diesen Zustand nicht", meinte der Olympiasieger von 2008.

Dass ihm bereits ein lukratives Angebot - zuletzt war über ein Monatsgehalt von 1,4 Millionen Euro spekuliert worden - aus China vorläge, dementierte Wade jedoch. (422464DIASHOW: Die NBA-Wechselbörse)

China ein lohnendes Ziel

Trotzdem kann er sich ein Engagement in Asien sehr gut vorstellen und werde sich "jedes Angebot anhören."

Während einer Promo-Tour für mehrere Sponsoren lernte Wade zuletzt China kennen und war von den Eindrücken überwältigt.

"Wenn du jemandem in China ein Autogramm gibst, siehst du die Person trotzdem beim nächsten und übernächsten Event wieder. Sie wollen unbedingt in deiner Nähe sein und sind leidenschaftliche Fans", sagte der 29-Jährige, der in der nächsten Woche bei seinem alten College-Team Marquette in Milwaukee mittrainieren will.

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