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Nach dem Abgang von Ziehvater Daily und der Scheidung von seiner Frau fällt Rodman in ein Loch: Im Alter von 31 Jahren wird er schlafend in seinem Auto entdeckt - neben ihm liegt eine geladene Pistole
Dennis Rodman gewann mit den Chicago Bulls drei Mal den Titel © getty

Bei seiner Aufnahme in die Hall of Fame drückt Rodman auf die Tränendrüse. Tags zuvor spielt er aber noch mal den "Bad Boy"

Springfield/München - Sein Äußeres war gewohnt glamourös, doch Dennis Rodman überraschte bei seiner Aufnahme in die Ruhmeshalle des Basketballs mit einem seltenen Blick in sein Inneres. (373696DIASHOW: Rodmans Karriere)

Der ehemalige Paradiesvogel der NBA zeigte sich bewegt von dem Moment und rührte mit einer 13-minütigen Dankesrede auch seine Kritiker.

Die hatten ihm einen Platz in der Naismith Memorial Basketball Hall of Fame, der insgesamt 303 Personen und Teams angehören, lange abgesprochen.

"Ich hätte tot sein können"

"Ich habe das Spiel nicht für das Geld oder den Ruhm gespielt. Was Sie hier sehen, ist nur eine Illusion. Ich liebe es einfach, ein sehr bunter Individualist zu sein", sagte Rodman mit Tränen in den Augen.

"Ich hätte tot sein können, ich hätte ein Drogendealer sein können, ich hätte obdachlos sein können. Ich war obdachlos. Viele in der Hall of Fame wissen, was es heißt, dort aufgewachsen zu sein, wo ich es bin. Ich habe versucht, da rauszukommen. Und ich habe es geschafft. Aber es war ein harter Weg."

Verheirateter Familienvater

Wenn er im Rückblick eines anders machen würde, dann "ein besserer Vater sein".

Rodman, dessen Beziehungen mit Popstar Madonna und Baywatch-Ikone Carmen Electra Schlagzeilen schrieben, ist inzwischen seit acht Jahren mit Michelle verheiratet, mit der er zwei Kinder hat. (BERICHT: "Rodzilla" winkt die Ruhmeshalle)

Ihnen dankte er ebenso wie seiner Mutter Shirley, zu der er lange ein gespanntes Verhätnis hatte.

"Ich war nicht wie viele NBA-Spieler, die sagen, sie kümmern sich um ihre Mutter. Ich war selbstsüchtig. Aber jetzt bin ich älter, die Dinge haben sich geändert."

Rückfall als "Bad Boy"

Ehrliche Worte des "Bad Boy", der seinem Ruf tags zuvor wieder mal gerecht geworden war.

Bei der Pressekonferenz dankte der 50-Jährige nicht etwa Michael Jordan oder anderen Größen seines Sports, sondern Eddie Vedder, Sänger der Grungerock-Band Pearl Jam, der Rockgruppe Mötley Crue und "diesem Typen Stern".

Damit meinte er allerdings nicht NBA-Commissioner David Stern, sondern den TV-Moderator Howard Stern.

Die "Klasse von 2011!

Mit dunkler Sonnenbrille, Ed-Hardy-Mütze und rotem Schal sonnte sich Dennis "The Menace" in der Aufmerksamkeit und ließ die anderen neun Mitglieder der "Klasse von 2011" zur Nebensache werden.

Neben Rodman, dem zweimaligen Olympiasieger Chris Mullin und dem Litauer Arvydas Sabonis wurde unter anderem auch Trainer-Legende Tex Winter aufgenommen.

Winter jr. ist schockiert

Winters Sohn Chris allerdings war nicht begeistert über die illustre Gesellschaft seines Vaters: "Ich weiß nicht, was schockierender ist: dass sie Tex nicht schon vor 30 Jahren aufgenommen haben oder dass sie Dennis nicht noch 30 Jahre haben warten lassen." Bereits die Entscheidung über die Aufnahme Rodmans hatte vor einigen Monaten viel Kritik nach sich gezogen.

Außergewöhnliche Leistungen

Bei allen Eskapaden und Aussetzern - die sportlichen Leistungen Rodmans waren außergewöhnlich, auch wenn diese erst spät gewürdigt wurden.

So hängten die Detroit Pistons, Rodmans erster NBA-Klub, dessen Trikot erst unmittelbar vor Bekanntgabe der Aufnahme in die Ruhmeshalle unter das Dach ihrer Arena, die Rückennummer 10 wird in Zukunft nicht mehr vergeben.

1989 und 1990 gewann "The Worm" (Der Wurm) mit den Pistons die Meisterschaft, mit den Chicago Bulls holte Rodman zwischen 1996 und 1998 drei weitere Titel. Sieben Spielzeiten in Folge (1992 bis 1998) war er bester Rebounder der Liga.

Die Hall of Fame ist nach dem Kanadier James Naismith benannt, der als Erfinder des Basketballs gilt.

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