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NBA-Superstar Kobe Bryant spielt bereits seit 1996 für die Los Angeles Lakers © getty

Bryant und Nowitzki haben Millionen-Offerten aus China. Aber eine Änderung der Regularien droht einen Wechsel zu verhindern.

Von Olaf Mehlhose

München - Spielen Kobe Bryant und Dirk Nowitzki bald in der chinesischen Profiliga?

Nach übereinstimmenden Medienberichten hat der Star-Spieler der Los Angeles Lakers Angebote von mehreren chinesischen Klubs, die bereit wären den 32-Jährigen mit den geforderten 1,5 Millionen Dollar monatlich zu entlohnen. (422464DIASHOW: Die NBA-Wechselbörse)

Bryant ist nicht der einzige NBA-Star, der mit dem Gedanken an einen Sprung in die CBA spielt.

Auch für Dirk Nowitzki, den deutschen Superstar in Reihen der Dallas Mavericks, sei "China eine tolle Option", teilte Berater Holger Geschwindner dem "Spiegel" kürzlich mit. (BERICHT: Nowitzkis Lockout-Pläne)

Millionenen-Offerte für "Dirkules"

Nowitzki würde ein ähnlich fürstliches Gehalt wie Bryant beziehen. Erstligist Zhejiang Lions versucht nach Angaben der chinesischen Medien, den Finals-MVP mit einem Salär von 1,1 Millionen Euro monatlich zu ködern.

Nowitzki selbst scheint einem kurzzeitigen Wechsel ins Reich der Mitte nicht abgeneigt: "Alle reden immer nur von Deutschland. Ich könnte auch in China oder Südamerika spielen", stellte der 33-Jährige gegenüber der Nachrichtenagentur "dpda" klar. (NEWS: Nowitzki prüft "konkrete Angebote")

Im Moment prüft er zusammen mit Berater Geschwindner die verschiedenen Offerten.

Druck für die Klubbesitzer?

Mit Tony Parker, Aufbauspieler der San Antonio Spurs, steht nach Angaben von "Yahoo" ein weiterer Top-Spieler der NBA in ernsthaften Verhandlungen mit einigen chinesischen Teams.

Für viele Profis wäre die finanzkräftige chinesische Liga die wohl beste Chance, für einen Teil des Geldes, das ihnen während des drohenden Lockouts verloren gehen würde, entschädigt zu werden. (BERICHT: NBA-Saison droht Absage)

Darüber hinaus erhofft sich die Spielergewerkschaft durch derartige Engagements namhafter Akteuren, in den Verhandlungen über einen neuen Tarifvertrag (Collective Bargaining Agreement) Druck auf die NBA auszuüben.

Großes Interesse

Auf dem chinesischen Markt ist das Interesse auf jeden Fall riesig.

"Jedes Team würde einen Center verpflichten - die eine Hälfte zusätzlich noch einen Aufbau- und die andere einen Flügelspieler", sagte ein Spielerberater nach einem Gespräch mit Chinesischen Offiziellen.

Kippt die Ausstiegsklausel

Viele Asien-Pläne könnten sich letzten Endes jedoch als ein großes Luftschloss erweisen. Die chinesische Liga plant eine Ausstiegsklausel, die es den Profis erlauben würde, nach dem Ende des Lockouts in die NBA zurückzukehren, zu verbieten. Die Entscheidung soll Mitte dieser Woche fallen.

Spieler die einen Vertrag in China unterzeichnen würden, müssten in diesem Fall bis zum Ende der Saison Mitte März in China verbleiben.

Nach Angaben von "Yahoo" haben einige Top-Free-Agents ihre Berater zwar damit beauftragt, Jobs für sie in China zu finden - sogar ohne Ausstiegsklausel. Allerdings wäre ein solcher Schritt mit hohem Risiko verbunden.

Sollte ein Spieler für eine Million jährlich spielen und sich dabei verletzen, könnte ihn das bei der Unterzeichnung eines neuen Vertrages Millionen kosten.

Großes Risiko

Auch Bryant und Nowitzki dürfte sich beim Zustandekommen der neuen Regelung wohl schnell von ihren China-Ideen verabschieden.

Selbst wenn das Verbot der Ausstiegsklausel sich nicht verwirklichen ließe, sind in der mit 13 Klubs bestückten Liga einfach nicht genügend Jobs vorhanden, um einem Gros der US-Spieler einen Arbeitsplatz zu bieten.

Schlechte Karten für die Spieler

Deshalb betrachtet die NBA die China-Ambitionen der Spieler auch mit großer Gelassenheit. David Stern und Co. machen bisher keine Anstalten von ihren strikten Forderungen abzurücken.

Die Klubbesitzer gehen vielmehr davon aus, dass die Spielergewerkschaft spätestens im November oder Dezember einbricht, sobald die ersten Schecks ausbleiben.

Wenn Stars wie Bryant, Nowitzki oder Parker während des Lockouts in China spielen würden, würde das nur den Bekanntheitsgrad der Liga vergrößern. Bei einem Verbot der Ausstiegsklausel wäre die Anzahl der Wechselwilligen aber wohl verschwindend gering.

Die Spieler besitzen in den Verhandlungen mit der Liga ohnehin keine guten Karten. Und gut möglich, dass sich ihr Blatt in dieser Woche noch einmal verschlechtert.

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