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Shaquille O'Neal (M.) kam 1992 von der Louisiana State University in die NBA © getty

In seinem Buch nimmt sich Shaq alte Weggefährten wie Bryant zur Brust. James gnießt Narrenfreiheit. Der "Fett-Kreuzzug" nervt.

Von Eric Böhm

München - So krachend wie Shaquille einst die NBA-Bühne mit seinen Dunkings betrat, so krachend teilt er jetzt auch in seinem Buch aus.

Der extrovertierte "Shaq Diesel" ist offenbar auch nach dem Ende seiner außergewöhnlichen 19-jährigen-Karriere immer für Schlagzeilen gut 413268(DIASHOW: Shaqs Karriere).

In "Shaq Uncut: My Story" - erscheint am 15. November - bekommt Intimfeind Kobe Bryant ebenso sein Fett weg wie LeBron James, Pat Riley oder Kareem Abdul-Jabbar.

Immer Ärger mit Kobe

Besonders O'Neals Enthüllungen über die Fehde mit Bryant während seiner erfolgreichen Jahre bei den Los Angeles Lakers wirbeln schon vor der Veröffentlichung viel Staub auf.

"Die Coaches haben uns 2003 öffentliche Schlagabtäusche verboten. Was macht Kobe, er rennt zum ersten Reporter, um mich fett und außer Form zu nennen", schreibt der inzwischen 39-Jährige.

Außerdem habe sich "Black Mamba" beim damaligen Manager Jerry West über zu strenge Rookie-Rituale beschwert und ältere Spieler verpetzt.

Skandal sprengte Lakers

Die verlorenen NBA-Finals 2004 und den folgenden Zerfall des Teams schreibt "Shaq Attack" Bryants Skandal um die angebliche sexuelle Belästigung einer jungen Frau in Colorado zu.

"Diese Geschichte hat das Team auseinandergerissen. Coach Phil (Jackson, Anm. der Red.) hörte auf und sie wollten Kobe dann unbedingt glücklich machen. Also musste ich weg", erläutert der 15-malige All Star.

LeBron mit Narrenfreiheit

Kobe ist aber nicht der einzige eigenwillige Jungstar mit dem sich der dominanteste Center der vergangenen 20 Jahre rumschlagen musste.

In Cleveland erlebte er 2009/2010 die letzte Saison von LeBron James bei den Cavaliers. Seine Ausführungen lassen Kobe wie einen Waisenknaben aussehen.

"Keiner wollte, dass er geht. Also durfte LeBron machen was er wollte. Jeder musste ihn mit Samthandschuhen anfassen, um ihn nicht zu verärgern", fasst O'Neal zusammen.

"Er hat es nicht gebracht"

Der damalige Coach Mike Brown - er übernimmt die Lakers, sollte die neue Saison jemals beginnen - war "ein netter Kerl", der aber vom Management gesteuert wurde und James nicht kritisieren durfte.

Das Versagen des Heat-Stars in den NBA-Finals gegen Dirk Nowitzkis Dallas Mavericks war für "Shaq Fu" keine Überraschung 76464(DIASHOW: Shaqs beste Sprüche).

"2010 gegen die Celtics habe ich drauf gewartet, dass er loslegt, aber es kam nichts. Er hat es nicht gebracht. Gegen die Mavericks war es dann genauso", bezieht sich der viermalige Meister auf das verlorene Playoff-Viertelfinale 2010.

Enttäuscht von Abdul-Jabbar

Während seiner Glanzzeit in L.A. zog sich aber nicht nur Bryant Shaqs Zorn zu, auch Lakers-Legende Kareem Abdul-Jabbar kommt in dem Werk nicht gut weg.

"Kareem war nie da. Wenn ich ihn mal gesehen habe, hat er mich ignoriert. Da ich seine riesigen Fußstapfen füllen sollte, hätte ich mir manchmal einen Tipp gewünscht. Das war enttäuschend", philosophiert "The Big Aristotle".

Legende schlägt zurück

Das will der Hall-of-Famer so nicht auf sich sitzen lassen und kontert auf seiner eigenen Facebook-Seite.

"Ich habe mit Shaq in seiner College-Zeit den Skyhook trainiert, aber sein Vater ließ ausrichten, sein Sohn brauche das nicht, er müsste nur alles in den Korb stopfen. Bei den Lakers hat er mich nie angesprochen oder um Rat gefragt", verteidigt sich Abdul-Jabbar.

Riley verschickt Drohbriefe

Selbst der praktisch unantastbare Pat Riley kommt nicht ungeschoren davon. Abdul-Jabbars Coach während der Lakers-Ära der 80er Jahre kreuzte Shaqs Weg in Miami.

Nach dem gemeinsamen Titel 2006 - im unvergessenen Finale gegen Nowitzkis Mavs - machte O'Neal der "Körperfett-Kreuzzug" Rileys zu schaffen.

"Ich war gerade in China als Riley Briefe zum Thema Körperfett mit neuen, verbesserten Drohungen verschickte. Ich habe meinen gar nicht erst aufgemacht", beschreibt "The Big Galactus" seinen Konflikt mit Riley.

Treffender Vergleich

Grundsätzlich gibt er dem heutigen Teampräsidenten recht, denn das damalige Team war satt und außer Form.

"Pat suspendierte Antoine (Walker, Anm. der Red.) und James Posey. Sie hatten einen noch schlechteren Wert als ich. Mir reichte es und ich sagte zu den anderen Jungs: Glaubt ihr, er hat Magic Johnsons Bauchumfang täglich gemessen", erinnert sich Shaq.

Unfassbare Vorbereitung

Gemeinsam mit Veteran Gary Payton und dem damaligen Youngster Dwyane Wade überlistete Shaq sogar den Disziplinfanatiker.

"Wir mussten mit Pulsuhren auf Fahrrädern trainieren. Gary und ich fanden raus, dass die Frequenz hoch ging, wenn du die Uhr am Arm gerieben hast, ohne schneller zu treten", gibt der MVP von 2000 heute zu.

Nach dieser desaströsen Vorbereitung gab es schnell das böse Erwachen: "Als wir unser Meisterschaftsbanner aufhängten. Chicago vermöbelte uns mit 42 Punkten Unterschied"

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