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David Stern übernahm 1984 das Amt des Commissioner der NBA © getty

Die Spieler weisen das letzte Angebot im Lockout-Streit zurück. Die NBA-Saison droht zu platzen. Die Reaktionen sind vielfältig.

München - Der seit zwei Jahren befürchtete schlimmste Fall ist offenbar eingetreten.

Im verfahrenen Tarifstreit zwischen der NBA und den Spielern rücken nun Gerichte und Anwälte ins Rampenlicht.

Die Gewerkschaft NBPA lehnte das laut Commissioner David Stern letzte Angebot zur Beendigung des mittlerweile 138-tägigen Lockouts ab - und wird sich auflösen (BERICHT: No Deal! Die NBA-Saison vor dem Aus).

Die Spieler werden innerhalb der nächsten Tage eine Klage einreichen und die Saison 2011/2012 droht komplett ins Wasser zu fallen.

Während die Reaktionen der Aktiven zwischen Wut, Ignoranz und Gleichgültigkeit bewegen, zeigen sich Analysten, Fans sowie Medien bestürzt über die mangelnde Kompromissbereitschaft der zerstrittenen Parteien.

SPORT1 hat die Stimmen zur schwersten NBA-Krise seit zwölf Jahren zusammengefasst.

David Stern (NBA-Commissioner): Wir stehen vor einem "nuklearen Winter" ohne NBA-Saison. Das war nicht nötig.

Derek Fisher (Präsident der Spielergewerkschaft/Los Angeles Lakers): Nach zweieinhalb Jahren und rund 50 Sitzungen haben wir die Hoffnung auf einen fairen Deal aufgegeben. Wir hatten keine Wahl.

Amare Stoudemire (New York Knicks): Alle harten Arbeiter haben nun Zeit, sich um ihre Familien zu kümmern. Es ist in Ordnung, das Leben zu genießen.

Tim Cowlishaw (Journalist/Dallas Morning News): Es ist leicht zu sagen, dass beide Seiten Schuld sind. Die Wahrheit ist, die Besitzer sind die Schurken, weil sie mit ihrem Ultimatum unnötig Druck aufgebaut haben. Die Spieler sind Idioten, weil sie den Kompromiss nicht angenommen haben und dachten, die Eigentümer würden bluffen.

Dwyane Wade (Miami Heat): Warum betreffen eure (die Besitzer, Anm. der Red.) Lösungen immer nur die Seite der Spieler? Was haben die Besitzer schon geopfert?

Charles Barkley (Ex-Spieler/TV-Analyst): LeBron James oder Chris Bosh haben zu der Situation beigetragen. Sie haben kleine Märkte verlassen, um zu großen Team zu gehen. Das Handeln der Besitzer wird durch diese Angst bestimmt. Sie wollen die ganze Liga wettbewerbsfähig halten. Seien wir doch ehrlich, alle Spieler werden gut bezahlt.

Samardo Samuels (Cleveland Cavaliers): Warum? Warum? Warum? Keine NBA? Kein Problem! Mein Album kommt bald raus. Ihr dürft es gern auch mehr als einmal kaufen.

Michael Wilbon (Jounalist/ESPN): Es fällt schwer, Sympathien für eine der beiden Gruppen zu entwickeln. Ich bin ihre Argumente leid. In der gegenwärtigen Weltwirtschaftslage ist dieser Streit zwischen sturen Millionären weltfremd. Sie gefährden Jobs, Karrieren, Reputationen und Vermächtnisse.

Pau Gasol (Los Angeles Lakers): Danke für eure (die Fans, Anm. der Red.) Unterstützung in dieser schwierigen Phase. Wir hoffen, dass es bald wieder den besten Basketball der Welt geben wird.

Mark Bartelstein (Spielerberater): Gier gibt es in dieser Situation nur aufseiten der NBA. Die Gewerkschaft hat schon auf viele Millionen Dollar verzichtet, das reicht den Besitzern immer noch nicht. Das ist die Definition von Gier.

"Washington Post": Spieler lehnen ab! David Sterns Risiko ist als Boomerang zu ihm zurückgekommen. Er hatte nicht erwartet, dass die Spieler es darauf ankommen lassen würden. Die Vernunft ist endgültig weg.

Jason Terry (Dallas Mavericks): Das Angebot war einfach nicht gut. Wir als Spieler wollen, dass das Produkt wächst. Das wäre durch diesen Vorschlag unmöglich.

"New York Daily News": Unsere neueste Wettervorhersage: "Nuklearer Winter!" Die NBA-Apokalypse steht kurz bevor. Jetzt haben Richter und Anwälte das Wort.

Shannon Brown (Los Angeles Lakers): Der Lockout ist das beste Beispiel dafür, dass Bildung wichtig ist. Träume werden wahr, aber Pläne B und C sind genauso wichtig wie A.

SPORT1-User "realthinks": Hier wird auf so einem pervers hohen Niveau gejammert, dass es für europäische Vereine nicht nachvollziehbar ist, auch wenn das System dahinter nicht vergleichbar ist. Gerade nach der Mavericks-Meisterschaft war in Europa großes Interesse an der NBA; genau das lässt man gerade verpuffen. Sieht so Not aus?

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