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Nowitzki (l.) unterlag bei der EM 2011 mit dem DBB-Team Gasols Spaniern mit 68:77 © getty

Im NBA-Lockout bringen sich die "Königlichen" in Stellung. Dirkules soll die Gasols auskontern. Auch "Superman" ist im Gespräch.

Von Raphael Weber

München - Bereits Anfang Oktober soll es erste Annäherungsversuche gegeben haben, nun scheint der Flirt ernster zu werden.

Zwischen Real Madrid und Dirk Nowitzki gibt es offenbar engeren Kontakt, der auf einen Wechsel des NBA-Champions in die spanische ACB schließen lässt.

Das Kuriose dabei: Nowitzki soll den "Königlichen" angeboten worden sein. Dies berichtet "encestando.es".

Durch den andauernden Lockout in der NBA, in dem gar ein "nuklearer Winter" und die komplette Absage der Saison droht (Bericht), wird ein Transfer des Deutschen immer wahrscheinlicher. Die ACB frohlockt und hofft auf "la bomba blanca" ? die "weiße Bombe".

Gasol-Brüder wollen nach Barcelona

Sollten die Gasol-Brüder tatsächlich, wie von Pau bereits angekündigt, zum FC Barcelona wechseln, würde Real sofort mit dem Nowitzki-Coup Kontern.

"Wenn sie die Saison absagen, würden wir gerne hier spielen", hatte Gasol in der "Slam" erklärt: "Ich kann nur für mich sprechen, aber auch Marc würde gerne für Barcelona spielen."

Wenn der Nowitzki-Deal nicht klappt, hat Madrid angeblich sogar einen Plan B in der Hinterhand: Auch nach Orlandos Center-Gigant Dwight Howard hat der Klub seine Fühler ausgestreckt.

Nowitzki favorisiert

Wie spanische Medien berichten, favorisiere der Hauptstadtklub aber Nowitzki, da er sich leicht an das europäische und Reals Spiel anpassen könne.

Sowohl für den doppelten Gasol-Wechsel auch für den Nowitzki-Deal gilt jedoch: Voraussetzung ist, dass sich Spieler und Besitzer der NBA nicht einigen und die komplette Saison ausfällt. In beiden Fällen kommt nur ein langfristiges Engagement für die komplette Spielzeit in Frage.

Der Champion rüstet sich

Zumindest steigt Nowitzki nach fast zehnwöchigen Basketball-Pause wieder ins Training ein und wäre nach dem Aufbautraining sowohl für die NBA, als auch ein Engagement in Europa gerüstet.

"In dieser Woche legen wir wieder richtig los. Dirk hat seit dem Ende der Europameisterschaft im September keinen Basketball mehr in der Hand gehabt", sagte Nowitzkis Privattrainer Holger Geschwindner der "WAZ/NRZ".

Wohin der Weg seines Schützlings führt, wollte Geschwindner nicht verraten und erklärte: "Ich will nichts ausschließen." (BERICHT: Geschwindner schließt Nowitzkis Blitz-Wechsel aus)

Bereits mehrfach hatten sowohl Nowitzki und Geschwindner klar gemacht, dass der NBA-Champion nicht nur für ein paar Spiele nach Europa wechseln würde. "Zirkusnummern", bei denen Nowitzki nur ein paar Spiele absolviere und sich dann wieder verabschiede, kämen nicht in Frage, lies Geschwindner verlauten.

BBL-Wechsel unwahrscheinlich

Dass sich die Fans der Beko BBL auf Nowitzki im Trikot eines deutschen Klubs freuen dürfen, ist dagegen eher unwahrscheinlich.

"Grundsätzlich können wir uns vorstellen, Dirk Nowitzki zu uns zu holen. Das ist ein Wunsch, das ist eine Vision", hatte Bambergs Manager Wolfgang Heyder gegenüber der "dpa" zwar erklärt.

Nowitzki, an dem auch ALBA Berlin und Bayern München interessiert sein sollen, erklärte jedoch unlängst: "Wenn ich mich für einen der Vereine entscheide, sind die beiden anderen traurig. Das will ich nicht."

Unsicherheit und Kosten

In der Masse stehen die BBL-Klubs Verpflichtungen von NBA-Spielern aber skeptisch gegenüber, auch aufgrund der schwierigen Vertragssituation und Kostenfrage.

Münchens Sportdirektor Marco Pesic erklärte, man werde keine NBA-Profis mit gültigen Verträgen verpflichten.

"Alleine die Versicherung für solche Spieler liegt bei über einer halben Million Euro. Das ist indiskutabel", stellte der Sportdirektor der Phantoms Braunschweig, Oliver Braun, klar.

"Die sitzen auf gepackten Koffern"

"Wenn die wieder anfangen zu spielen, muss der Spieler wieder rüber - und dann? Ob die Saison komplett ausfällt, wissen wir wohl erst im Januar oder Februar", gab Bremerhavens Manager Jan Rathjen zu bedenken.

Auch der Sprecher der Gießen 46er, Matthias Lehmann weißt auf dieses Problem hin: "Die sitzen immer auf gepackten Koffern und es kann passieren, dass sie nach zwei Spielen wieder abhauen."

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