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Shaquille O'Neal liegt in seiner Karriere bei einer Freiwurfquote von 52,5 Prozent © getty

Shaquille O'Neal hat gegen San Antonio seinen 5000. Freiwurf verworfen: Nur ein kleiner Fleck auf seiner großartigen Karriere.

Von Julian Ignatowitsch

Noch 4:43 Minuten sind in Phoenix zu spielen, als Shaquille O'Neal beim Spiel gegen die San Antonio Spurs zum zwölften Mal in Richtung Freiwurflinie schreitet.

Ganze 4999 Freiwürfe hat er bis dahin in seiner Karriere verworfen, die verhexte 5000-Marke ist nur noch einen Wimpernschlag entfernt.

O'Neal trifft den ersten Feiwurf - lauter Jubel.

O'Neal wirft den zweiten, der Ball geht rechts an den Ring - ein Raunen geht durch das US Airways Center. Die 5000 sind voll.

Freiwurfquote: 52,5 Prozent

Auch wenn eine unmittelbare Reaktion bei O'Neal ausblieb, avancierte er damit zum zweiten Spieler in der NBA-Geschichte, der diesen "Meilenstein" erreichte. Mehr Freiwürfe hat nur Basketball-Legende Wilt Chamberlain - genau 5805 - verworfen.

O'Neal steht nach der unglücklichen 90:91-Niederlage gegen San Antonio (zum Spielbericht) bei genau 5002 verworfenen von 10538 versuchten Freiwürfen.

Zum Vergleich: Die zwölf besten NBA-Freiwurfschützen kommen zusammen auf nur 4995 verworfene von 45076 versuchten Freiwürfen.

Absoluter (Negativ-)Rekord außer Reichweite

Über seine gesamte Karriere hinweg, traf O'Neal etwas mehr als jeden zweiten Versuch von der Linie (52,5 Prozent), seinen besten Wert erreichte er in der Saison 2002/2003 mit 62,2 Prozent. In dieser Spielzeit liegt er immerhin bei 58,6 Prozent.

Aber ausgerechnet Chamberlain, der in seiner Karriere nur 51,1 Prozent seiner Freiwürfe traf, sagte einmal: "Zu einem wirklichen großartigen Center fehlt Shaq eine gute Freiwurfquote." (Sport1.de-Blog: Hack-a-Shaq und Wilt, die Stelze)

Den absoluten (Negativ-)Rekord von Chamberlain wird O'Neal, der seine Karriere nach dieser Saison beenden will, nicht mehr einholen.

"Gottes Weg, zu sagen: Nobody is perfect"

O'Neals großartige Karriere steht immer auch in Verbindung mit seiner größten Schwäche. Jahre lang dominierte "Shaq Attack" mit den Los Angeles Lakers und den Miami Heat die Liga.

Eine Konstanz bei Freiwürfen entwickelte er dabei aber nie. "Meine Freiwurfquote, ist Gottes Weg, zu sagen: 'Nobody is perfect'", pflegte O'Neal zu flachsen.

Seine Behauptung in entscheidenden Situationen würde er sowieso immer treffen, entspricht nicht ganz der Wahrheit.

Hack-a-Shaq-Strategie

Denn Trainer Phil Jackson nahm seinen Schützling zu L.A.-Zeiten ein ums andere Mal vom Feld, wenn es in der Schlussphase eng wurde.

Zu sehr fürchtete Jackson die Hack-a-Shaq-Strategie der Gegner. Nicht nur San Antonios Trainer Gregg Popovich hatte eine Vorliebe für diese Art der nervenaufreibenden Spielführung.

Am Ende verließ O'Neal den Platz aber zumeist als Sieger und hatte letztlich wohl Recht, wenn er sagte: "Die Hack-a-Shaq-Taktik funktioniert nicht!"

Nash bräuchte 200 Jahre

Vier Meisterschaften (2000, 2001, 2002, 2006) und die Auszeichnung als wertvollster Spieler 2000 sind der beste Beweis.

Was ist dagegen schon Platz zwei in der Kategorie "verworfene Freiwürfe"?

Trotzdem sei zum Schluss noch ein kleines Rechenbeispiel erlaubt: Schaut man auf die Freiwurfwerte von O'Neals Teamkollegen Steve Nash, so stellt man fest, dass der Spielmacher, der durchschnittlich fast neun von zehn Freiwürfen trifft, mehr als 200 Jahre weiter spielen müsste, um O'Neal seinen historischen Platz an der Seite Chamberlains streitig zu machen.

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