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Mavs-Eigner Cuban (r.) wird an Weihnachten den Champions-Banner präsentieren © getty

NBA und Spielergewerkschaft halten sich mit Details zum neuen Tarifvertrag zurück. Die Einigung hat einen einfachen Grund.

Von Rainer Nachtwey

München/New York - Nach 149 Tagen Lockout und unzähligen Stunden zäher Verhandlungen ist es geschafft: Es wird eine NBA-Saison 2011/2012 geben.

NBA, Spieler und Klubs haben sich per Handschlag auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt (BERICHT: Hand drauf - NBA-Saison startet an Weihnachten!)

"Beide Seiten mussten viele Kompromisse eingehen und sie haben die Bereitschaft dazu gezeigt. Sonst wäre diese Lösung nicht möglich gewesen", sagte NBA-Commissioner David Stern, als er nach einer 15-stündigen Sitzung vor die Presse trat.

Gemeinsam mit seinem Stellvertreter Adam Silver, Gewerkschaftsboss Billy Hunter und NBPA-Präsident Derek Fisher sowie Klubvertreter Peter Holt, Besitzer der San Antonio Spurs, stellte er sich anschließend den Fragen.

Verschärfte Luxussteuer

Details, wie der neue Vertrag aussehen wird, gaben die Parteien kaum preis, erklärten jedoch, dass die Einigung kein harter Salary Cap enthalte.

"Es ist ein Kompromiss. Das Abkommen enthält keinen Salary Cap, wie wir ihn vorgesehen hatten, aber die Luxussteuer wird verschärft, und ich hoffe, dass diese Lösung effektiv sein wird", nannte Silver nur wenige Details.

Ausgeglichenheit als Ziel

Mit der ausgehandelten Lösung erhoffen sich Stern und Silver, dass die Liga wieder ausgeglichener werde.

"Das neue Abkommen wird verhindern, dass Klubs, die viel Geld für Spieler ausgegeben, auf dem Free-Agent-Markt dominieren wie es sie es in den Jahren zuvor getan haben", führte Silver weiter aus.

Und Holt teilte als Vertreter der Besitzer mit, dass mit dieser Einigung "auch die kleineren Märkte wettbewerbsfähig sind, und dass unter allen 30 Teams eine größere Ausgeglichenheit herrscht".

Noch leichte Zweifel vorhanden

Am 9. Dezember wird sich erstmals zeigen, wie sich die neuen Regelungen auswirken, dann öffnet der Spielermarkt. 484167(DIASHOW: Die 20 besten NBA-Spieler)

"Man kann nie sicher sein, dass ein neu eingeführtes System so funktioniert, wie man es sich vorstellt", führte der Liga-Vize aus. "Aber wir sind der Meinung, dass damit alle Teams um den Titel kämpfen können und es nicht darauf ankommt, wie tief die Besitzer in die Tasche greifen können oder wie groß der Markt ist."

Unterschrift nur eine Formalität

Dass die Handschlag-Lösung auch in naher Zukunft schriftlich fixiert wird, davon gehen beide Seiten aus. "Wir sind überzeugt, dass wir mit diesem Abkommen die kleinen Details in den nächsten Tagen ausarbeiten können", sagte Stern.

Bevor dies möglich ist, benötigen die Parteien noch die mehrheitliche Zustimmung der Klubbesitzer und Spieler. Für die Vertreter nur eine Formalität.

"Wir handeln im Sinne der Spieler. Deswegen sind Derek und Maurice hier", sagte Hunter.

"Ich habe wieder einen Job!"

Die Spieler zeigten sich glücklich über die Einigung.

Dirk Nowitzki, der mit Champion Dallas Mavericks die Saison am 1. Weihnachtsfeiertag mit der Finalrevanche gegen die Miami Heat eröffnen wird, meldete sich über Twitter zu Wort: "Die NBA ist zurück? Großartige Nachricht heute. Ich freue mich für alle unsere Fans und die Menschen, die in und um die Arenen arbeiten."

Bei einigen Spielern sollen sogar Tränen der Freude geflossen sein. Clippers-Spielmacher Mo Williams sagte: "Ich habe Freudentränen in den Augen! Womit habe ich das verdient?"

Und Jeremy Lin von den Golden State Warriors jubelte: "Jaaaaa! Ich habe wieder einen Job!"

Der große Durchbruch

Und auch in der Presse gab es ein Aufatmen.

"Frohe Weihnachten", titelte die Dallas Morning News. "Nach zwei Jahren voller Streitigkeiten ziehen die NBA-Spieler und die Besitzer an einem Strang. Commissioner Stern sagte, sie wollen Basketball spielen. Am 1. Weihnachtstag können sie."

Die "Chicago Tribune" schrieb vom "großen Durchbruch" und der Philadelphia "Inquirer" jubelte: "Deal ist Deal! Die NBA ist zurück. Zwar müssen die 450 Spieler die Tarifvereinbarung noch unterzeichnen, aber wir erwarten eine Unterschrift vom Großteil beider Seiten."

Einfach nur spielen

Was am Ende zu der Einigung geführt hätte wurde, Holt gefragt. War es, weil nicht mehr viel Zeit war um die Saison zu retten, wegen des Gerichtsverfahren oder eine Mischung aus beiden?

"Weil wir Basketball spielen wollen", sagte der Spurs-Besitzer kurz und knapp.

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