vergrößernverkleinern
Dirk Nowitzki (r.) wurde als erst zweiter Europäer zum MVP einer Finalserie gewählt © getty

Der neue Tarifvertrag könnte Dirk Nowitzkis Team helfen. Kommt dank der "Melo-Klausel" ein Superstar? Was wird aus Chandler?

Von Eric Böhm

München - "Ja ist denn heut schon Weihnachten?", dürften sich die Dallas Mavericks am Wochenende gefragt haben.

Dirk Nowitzki und Co. erhalten nach der Handschlag-Einigung zwischen Spielern, NBA und Besitzern wohl am 25.Dezember gegen Finalkontrahent Miami Heat ihre Meisterschaftsringe (BERICHT: Hand drauf: NBA-Saison startet Weihnachten!).

"Wir freuen uns alle sehr, dass eine Ende des Lockout in Sicht ist. Das erste Heimspiel gegen Miami mit Ringübergabe wird ein unvergesslicher Saisonauftakt werden", betonte Nowitzki gegenüber SPORT1.

Die Mavericks profitieren aber auch finanziell sehr stark von dem neuen Tarifvertrag. Denn der Spielraum für alte und neue Stars ist größer als erwartet.

Große Teams profitieren

Die ersten Details des neuen Collective Bargaining Agreements (CBA), das von beiden Seiten noch verabschiedet werden muss, deuten auf Vorteile für die reicheren Teams hin.

Die Spieler erhalten 2011/2012 laut Gewerkschafts-Boss Billy Hunter 51,2 Prozent der Gesamteinnahmen in Höhe von rund 2,9 Milliarden Euro.

Für die Teams ist aber viel interessanter, dass nahezu alle Ausnahmen für die Gehaltsobergrenze aus der alten Vereinbarung erhalten bleiben (BERICHT: Mehr Ausgeglichenheit - kein harter Salary Cap).

Luxussteuer steigt

Auch die Luxussteuer wird nur leicht erhöht.

Für jeden Dollar, den ein Team über dem Ausgabenlimit liegt, werden in Zukunft 1,50 Dollar (bis fünf Millionen Dollar), 1,75 Dollar (bis zehn Millionen) sowie 2,50 Dollar (bis 15 Millionen) fällig. Die Besitzer hatten ab dem ersten Dollar das Vierfache als Steuer gefordert.

Außerdem bleibt die sogenannte "Sign-and-Trade-Klausel" erhalten.

Sie erlaubte beispielsweise Carmelo Anthony, im Februar in Denver einen lukrativen Vertrag zu unterschreiben und sich sofort nach New York tauschen zu lassen, obwohl die Knicks schon über der Gehaltsobergrenze lagen.

Cuban zuversichtlich

Unter dem Strich eröffnet die neue Vereinbarung den Mavericks einige interessante Möglichkeiten.

Dallas hat zwar aktuell bereits zehn Spieler mit einem Gehaltsvolumen von knapp 65 Millionen Dollar unter Vertrag, aber die Grenze für die Luxussteuer lag 2010/1011 bei 70 Millionen.

Zudem würde die neue "Amnesty-Klausel" dem Meister erlauben, einen großen Vertrag ungestraft aufzulösen - der teure Backup-Center Brendan Haywood wäre der logischste Kandidat.

"Es wird sicher etwas schwieriger werden, aber mit der nötigen Kreativität bieten sich auch Chancen", erklärt Cuban, der im vergangenen Jahr 18 Millionen Dollar Luxussteuer bezahlte.

Bleibt Chandler?

Der Verbleib der vertragslosen Schlüsselspieler J.J. Barea und Tyson Chandler ist dadurch nicht unwahrscheinlicher geworden - eine harschere Regelung hätte dies fast ausgeschlossen.

Speziell Center Chandler hat seinen unschätzbaren Wert emotional und sportlich unter Beweis gestellt.

"Der Meister ist nicht umsonst der Meister. Ich weiß nicht, ob wir den Titel ohne Tyson verteidigen könnten", meint Sixth Man Jason Terry.

Butler hat seinen Preis

Nach jetzigem Stand können ab 9. Dezember Free Agents verpflichtet werden. "TC" ist neben Denvers Nene und Forward David West (New Orleans) der vermeintlich beste Big Man auf dem Markt.

Zum X-Faktor könnte Caron Butler werden. Der seit Januar verletzte Flügelspieler hätte auch nach dem Patellarsehnenriss seinen Preis, wäre aber eine wesentliche Verstärkung zum Playoff-Kader.

Interesse an Paul und Williams

Es ist aber auch denkbar, dass Dallas versucht, mit einigen Youngstern wie Roddy Beaubois, Corey Brewer oder Dominique Jones und einem etablierten Routinier wie Shawn Marion ein "Sign-and-Trade-Paket" für einen Topstar zu schnüren.

Denn einige große Namen wie die Spielmacher Chris Paul und Deron Williams sowie Center Dwight Howard gehen in ihr letztes Vertragsjahr und wären eventuell zu haben.

Das Interesse an Paul und Williams als Nachfolger für Veteran Jason Kidd ist seit längerem bekannt.

2011 sparen, 2012 angreifen?

Die risikoreichste Variante wäre, Chandler gehen zu lassen, weitere Einsparungen vorzunehmen und nach der Saison einen der genannten Superstars als Free Agent an Land zu ziehen.

Das kann jedoch auch schief gehen - siehe New York und New Jersey vor der abgelaufenen Spielzeit.

In diesem Fall würden die "Mavs" versuchen preiswertere Alternativen wie die Big Men Jeff Foster oder Troy Murphy zu holen, um 2012 noch einmal richtig anzugreifen.

Fakt ist: Der spendable Besitzer Cuban wird so oder so alles tun, um den Herbst der Nowitzki-Ära mit weiteren Titeln zu vergolden.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren! Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel