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Zwei Freunde, zwei Versionen eines Gesprächs: Baron Davis (l.) und Stephen Jackson © getty

S.O.S. bei den Clippers: Dopingsünder Ricky Davis erhält eine Sperre. Baron Davis werden Flucht-Gelüste nachgesagt.

Von Michael Spandern

München - Wer am Tiefpunkt ist, kann sich noch ein Loch graben, um weiter nach unten zu geraten.

Und die L.A. Clippers haben mit dem Buddeln bereits begonnen. Das NBA-Mauerblümchen - im Sommer kurzzeitig zum Titelanwärter aufgestiegen - schaut mit Schrecken auf das Tun seiner Davis-Namensvettern.

Ricky Davis brummte die NBA wegen eines Verstoßes gegen die Anti-Doping-Regeln der Liga eine Sperre von fünf Spielen auf. Details über den zugrundeliegenden Verstoß wurden nicht bekannt gegeben. Der Guard, der seit dem 22. November wegen einer Entzündung des linken Knies außer Gefecht ist, fehlt dadurch mindestens bis zum 8. Januar.

Playoffs kaum noch zu erreichen

Die Clippers wollten die Strafe nicht weiter kommentieren, als das sie sich natürlich an die Bestimmungen der Liga halten.

Sie haben auch genug andere Baustellen: Mit acht Siegen bei 21 Niederlagen ist das Erreichen der Playoffs beinahe utopisch.

Und der deutsche Nationalcenter Chris Kaman fällt weiterhin mit einer Fußverletzung aus.

"Dann will ich das auch"

Doch die schlimmste Nachricht kommt aus Oakland: Stephen Jackson behauptet, dass der teure Clippers-Zugang Baron Davis sich zu den Golden State Warriors zurücksehnt.

"Darüber haben wir gesprochen", sagte Jackson der Zeitung "San Jose Mercury News". "Ich habe einige Zeit in seinem Haus verbracht: Er will zurückkommen. Und wenn er das will, will ich ihn auch zurück!"

Davis hatte nach fast vier Jahren bei den Warriors die Ausstiegsoption gezogen und einen Fünf-Jahresvertrag bei den Clippers unterschrieben, die sich darauf hin Hoffnungen auf den Titel gemacht hatten.

"Boom Dizzle" dementiert

Doch kurz darauf wanderte Free-Agent Elton Brand überraschend gen Philadelphia ab. Und auch Davis wurde den Erwartungen nicht gerecht und traf so schlecht wie nie - nur 36,8 Prozent seiner Würfe.

"Boom Dizzle" mag jedoch das sinkende Schiff nicht so schnell verlassen: "Ich stehe keineswegs bereit, um von Bord zu gehen", sagte er der "Contra Costa Times".

"Ich weiß nicht, was Stephen aus unserem Gespräch herausgehört hat. Aber das kam niemals aus meinem Mund", dementierte der 29-Jährige, der in dieser Spielzeit 11,25 Millionen Dollar verdient.

Sehnsucht nach Jackson

Schnell waren Gerüchte hochgekocht, die Warriors könnten im Tausch für den Dreier-Spezialisten Corey Maggette und Jamal Crawford hergeben.

Doch Davis bekennt sich zu den Clippers: "Ich bin hier. Ich mache hier das Gleiche wie in Golden State. Da war es auch im ersten Jahr schwer. Dieses Übergangsjahr ist immer schwierig." Er schätze jedoch das Talent im Team und dessen Aussichten.

Allerdings bestätigte er, wie sehr er es vermisse, mit Jackson zusammenzuspielen. "Wer Leute wiedersieht, vermisst, was er an ihnen gehabt hat."

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