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Kevin Love wurde 2011 zum Most Improved Player der NBA gewählt © getty

Der Meister bricht ein und ermöglicht Minnesota das Ende der Negativserie. Dirk Nowitzki wird von Rubio lächerlich gemacht.

Von Eric Böhm

München/Minneapolis - Die Dallas Mavericks haben sich bis auf die Knochen blamiert.

Der amtierende NBA-Meister um Superstar Dirk Nowitzki verlor bei den Minnesota Timberwolves 82:99 (41:50) und ermöglichte den Gastgebern den ersten Sieg nach 18 Pleiten in Folge.

Nach der vierten Niederlage - drei davon mit mehr als 15 Punkten - im fünften Saisonspiel schrillen in Texas allmählich die Alarmglocken (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

"Wir haben viele neue Spieler und müssen jetzt improvisieren. Es werden weiterhin Fehler passieren, aber langsam muss eine Steigerung her", sagte Aufbauspieler Jason Kidd.

Nowitzki wird alleingelassen

Dabei hätte Topscorer Nowitzki (21 Zähler) seine lethargischen Mavs fast noch im Alleingang gerettet.

Er steuerte zu einem 10:0-Lauf sieben Zähler in Serie bei und brachte sein Team fünf Minuten vor Schluss auf 82:84 heran, doch plötzlich ging überhaupt nichts mehr.

"Das ist bitter. Wir haben in der Schlussphase den Kopf verloren. So darfst du dich als Meister in der Crunch-Time nicht präsentieren", kritisierte Sixth Man Jason Terry.

Rubio ohne Reskpekt

Der überragende Kevin Love (25 Punkte, 17 Rebounds) schockte die Mavericks mit zwei aufeinanderfolgenden Dreiern.

Spaniens aufregender Neuling Ricky Rubio (14 Zähler, sieben Assists) krönte den 15:0-Endspurt Minnesotas mit einem Pass durch Nowitzkis Beine auf Anthony Tolliver, der einen weiteren Dreier traf.

"Dieses Gefühl habe ich lange vermisst. Endlich gehen wir mal mit mehr Punkten als der Gegner vom Feld", meinte der erleichterte Tolliver (13 Punkte).

Barea zufrieden

Für den angeschlagenen J.J. Barea war der Sieg eine besondere Genugtuung. Denn das Vertragsangebot der Mavericks hatte den Meisterspieler extrem gekränkt.

"Ich hätte gern mit dem alten Team weitergespielt. Es sollte nicht sein. Ich werde nicht lügen, der Sieg fühlt sich gut an", gab der Puerto Ricaner (acht Zähler in 17 Minuten) zu.

"Sind das beste Team"

Genau 294 Tage dauerte die Leidenszeit in Minnesota. Mit Love und dem spektakulär aufspielenden Rubio deuten sich nun jedoch bessere Zeiten an.

Immerhin setzte es gegen Spitzenteams Oklahoma City und Miami nur knappe Niederlagen 499837(DIASHOW: Die Bilder der 1. Woche).

"Es ist ein neues Jahr. Wir sind 2012 das beste Team. Endlich haben wir diesen Ballast abgeschüttelt", meinte K-Love.

Carlisle nur mit Phrasen

Die Mavs spielten den Wolves aber mit ihrer über weite Strecken müden Vorstellung in die Karten. Die Unterlegenheit an den Brettern (35:54) war frappierend.

Ballverluste - Dallas leistete sich insgesamt gleich 17 - und überhastete Würfe trieben nicht nur Coach Rick Carlisle zur Verzweiflung.

"Wir müssen uns morgen verbessern und weiter arbeiten. Auch wenn es momentan schwer fällt, wir haben genug Potenzial", flüchtete sich Carlisle in Durchhalteparolen.

Veteranen ohne Wurfglück

Der Titelverteidiger taumelt mit dem betagten Kader in die Saison und läuft bereits frühzeitig Gefahr, den Anschluss an die Spitze der Western Conference zu verlieren.

Abgesehen von Nowitzki enttäuschten vor allem die Routiniers. Kidd, Terry, Vince Carter und Lamar Odom trafen zusammen lediglich acht ihrer 30 Würfe aus dem Feld.

Delonte West (13 Zähler) war der einzige weitere Starter mit zweistelliger Ausbeute.

Nowitzkis Optmismus verpufft

Leichter werden die nächsten Aufgaben nicht. Aufgrund des komprimierten Spielplans steht schon in der Nacht das Heimspiel gegen die starken Thunder (ab 2.30 Uhr LIVESCORES) auf dem Programm.

Dabei hatte Nowitzki nach dem ersten Sieg gegen Toronto (Bericht) via Twitter noch Optimismus verbreitet: "Ich werde hart arbeiten, treffen, bis die Körbe brennen, ein Leader sein und mit dem Team den Titel verteidigen."

Statt den Körben brennt in Texas aber nach dem neuerlichen Rückschlag schon fast der Baum.

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