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Dwyane Wade (l.) stand seit 2005 jedes Jahr im All-Star-Team der Eastern Conference © getty

Die Heat büßen ihre weiße Weste ein. "T-Mac" und ein Abwehrkniff machen den Unterschied. Die Spurs verlieren einen All-Star.

Von Eric Böhm

München - Nun hat es also auch die Miami Heat erwischt.

Im sechsten Saisonspiel kassierte die Startruppe mit 92:100 (50:47) gegen die Atlanta Hawks die erste Niederlage der Saison (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

Die Hawks eröffneten das Schlussviertel der engen Partie mit einem 15:3-Lauf, ehe Routinier Tracy McGrady (16 Punkte) mit einem Lob auf Josh Smith und einem eiskalten Dreier die beiden entscheidenden Aktionen gelangen.

Zweieinhalb Minuten vor dem Ende führten die Gäste 93:84 und brachten ihren vierten Sieg im fünften Spiel nach Hause.

"Es ist schon lange her, dass ich dieses Gefühl hatte. Es fühlt sich gut. Es fühlt sich richtig an", jubelte "T-Mac".

James lobt McGrady

Neben "T-Mac" überzeugten All-Star Joe Johnson (21 Zähler) und Center Al Horford (16 Punkte, neun Rebounds).

Bei den Heat war einmal mehr LeBron James (28 Zähler) der überragende Akteur. Chris Bosh markierte 19 Punkte. Dwyane Wade traf nur vier seiner 17 Würfe aus dem Feld, steuerte aber immerhin zehn Assists bei.

"Tracy hat unfassbar gut gespielt. Wenn du ein geborener Scorer bist, bleibst du immer ein Scorer. Das haben wir heute gesehen", lobte selbst James.

Zone verwirrt Miami

Die athletischen Heat hatten aber auch mit der aggressiven Zonenverteidigung der Hawks große Probleme 502050(DIASHOW: Die 2. Woche der NBA).

"Wir müssen uns daran gewöhnen. Viele Teams werden so spielen. Uns fehlt dagegen noch der Durchbruch. Wir haben dann nicht mehr frei aufgespielt und zu viel nachgedacht", analysierte Trainer Erik Spoelstra.

Die Gastgeber verpassten den ersten 6:0-Start in der Klubhistorie und hatten erstmals in dieser Saison unter den Körben das Nachsehen. Atlanta erzielte dort zwölf Zähler mehr.

"Unsere Zone hat den Rhythmus des Spiels verändert. Sie kamen dadurch kaum noch zum Korb durch", meinte der zufriedene Hawks-Coach Larry Drew.

SPORT1 fasst das weitere Geschehen aus der NBA zusammen:

Minnesota Timberwolves - San Antonio Spurs 106:96

Die Minnesota Timberwolves feierten nach ihrem Sieg gegen die Dallas Mavericks (Bericht) beim 106:96 (66:59) gegen die San Antonio Spurs das nächste Erfolgserlebnis.

Kevin Love lieferte mit 24 Zählern sowie 15 Rebounds sein übliches Double-Double ab und war der Garant für den zweiten Erfolg nach zuvor 18 Niederlagen.

"Gegen Dallas und San Antonio zu gewinnen, ist großartig. Vielleicht können wir jetzt zu Hause einen Lauf starten", jubelte Luke Ridnour.

Ridnour und Rubio geben den Takt vor

Der Spielmacher (19 Punkte, neun Assists) und Neuling Ricky Rubio führten abwechselnd wieder hervorragend Regie.

Gegen die treffsicheren Wolves - sie trafen zwölf von 21 Dreiern - fehlte den Spurs die Feuerkraft.

"Wir waren mit dem Sieg gestern nicht zufrieden, sondern wollten darauf aufbauen. Das haben die Jungs heute gut umgesetzt", sagte Trainerfuchs Rick Adelman.

Handbruch bei Ginobili

Für San Antonio war die Schlappe allerdings nicht die schlimmste Nachricht des Abends. Wesentlich schwerer wog die Verletzung von Manu Ginobili.

Der Argentinier brach sich die linke Hand und wird voraussichtlich einige Wochen ausfallen.

"Das ist ein schwerer Schlag für uns. Denn er hat auf All-Star-Niveau gespielt. Wir müssen jetzt alle eine Schippe drauflegen", erklärte Point Guard Tony Parker.

Der Franzose erwischte einen schlechten Tag und verfehlte acht seiner elf Würfe. Ohne Ginobili war Center Tim Duncan (16 Zähler) auffälligster Spieler der Spurs.

New Jersey Nets - Indiana Pacers 94:108

Die Indiana Pacers setzten auch in New Jersey ihren starken Saisonstart fort und bezwangen die Nets 108:94 (48:42).

War bisher die Abwehrstärke ausschlaggebend, platzte beim vierten Sieg im fünften Spiel auch endlich im Angriff der Knoten.

Die Pacers stellten mit einer Feldwurfquote von 52,6 Prozent einen Saisonrekord auf. Gleich fünf Spieler punkteten zweistellig. Paul George war mit 21 Punkten bester Schütze.

"Wir haben uns bessere Möglichkeiten erarbeitet. Dann fallen auch mehr Würfe. Unser Angriffsspiel war sehr variabel", meinte der Forward.

Johnson pessimistisch

Bei den Nets läuft dagegen weiterhin nur wenig zusammen. Einem Sieg stehen nun schon fünf Niederlagen gegenüber.

Der Umzug nach Brooklyn kann für das Team offenbar nicht schnell genug kommen. In den beiden Heimspielen konnte bisher nicht eine einzige Führung bejubelt werden.

Lediglich Topstar Deron Williams (22 Zähler, acht Assists) sowie Rookie Marshon Brooks (21 Punkte, sieben Rebounds) konnten überzeugen.

"Wir stehen bei einer Bilanz von 1:5. Unglücklicherweise haben wir noch 60 Spiele vor uns", stöhnte Cheftrainer Avery Johnson.

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