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Rick Carlisle war vor dem Engagement in Dallas bei den Pacers und Pistons tätig © getty

Dallas-Coach Carlisle spielt "verrückter Forscher". Vor dem Spiel bei den 76ers wollte er drei Ersatzmännern sein Tun erklären.

Von Michael Spandern

München - DeSagana Diop, James Singleton und Brandon Bass fällt es momentan schwer, ihren Stellenwert bei den Dallas Mavericks richtig einzuschätzen.

Mal stehen sie mehr als die Hälfte der 48 Spielminuten auf dem Feld, dann lässt Coach Rick Carlisle sie die ganze Partie über auf der Bank schoren.

Bass war beim Sieg bei den L.A. Clippers am vergangenen Sonntag 30 Minuten gefordert, zwei Tage später beim Erfolg gegen Minnesota nur fünf.

Gespräch, keine Klärung

Singleton ergeht es nicht anders. Kurz vor Weihnachten schnellte seine Spielzeit, ebenfalls im Zwei-Tages-Intervall, von vier Minuten (in denen er einen Rebound holte) auf 29 hoch.

Vor dem Gastspiel bei den Philadelphia 76ers (Sa., 2.30 Uhr LIVESCORES) bestellte Carlisle nun die Forwards Singleton und Bass sowie Center Diop zu einem klärenden Gespräch ein.

Doch das Rätselraten der drei Ergänzungsspieler geht weiter: "Im Wesentlichen hat er uns gesagt, dass wir alle gut spielen", berichtete Dirk Nowitzkis Backup Bass. Um anzufügen, dass der neue Coach selbst noch nicht klar sieht: "Er wüsste nicht, wie die Rotation sich entwickelt."

"Du musst einfach bereit sein"

"Es ist hart", beklagte Bass sein ungewisses Schicksal. "Du musst mental gefestigt sein."

Nach seinen starken Auftritten in den für die Mavericks kurzen Playoffs, als er als einziger neben Nowitzki (Die Besten der Besten) den New Orleans Hornets die Stirn bot, durfte er hoffen, zum Leistungsträger aufzusteigen.

Auch Diop, den Dallas von den New Jersey Nets zurückkaufte, hätte sich sicher nicht ausgemalt, im Dezember nur fünfmal mehr als zehn Minuten zu spielen. "Du kannst dich nicht die ganze Saison verrückt machen, du musst einfach bereit sein", spielt er das Problem herunter.

Ein "verrückter Forscher"

Singleton wiederum durfte am Jahresende dreimal als Starter auflaufen, bevor er ganz außen vor gelassen wurde.

Selbst Jason Terry, als erfahrener Joker an Wechselspiele gewöhnt, nennt Carlisle einen "verrückten Forscher".

Dass der Coach, der auch mit Antoine Wright beinahe unberechenbar umgeht, die drei Spieler nur zufällig zusammengerufen hat, dürfte andererseits auch unwahrscheinlich sein.

Experten munkeln, dass Carlisle seine Rotation auf acht oder neun Spieler reduzieren will. Diop, Bass und Singleton - mindestens einer könnte vorerst aus den Planungen verschwinden.

Lange ohne Brand

"Ich weiß nicht, ob es das ist, was er will", gibt sich Bass gleichgültig. "Ich weiß, dass es für Starter leichter ist, sich auf die Spiele vorzubereiten, weil sie ihre Rolle kennen. Wir müssen einfach dranbleiben."

Vielleicht schafft das Spiel bei den im Osten zehntplatzierten 76ers, die seit der vergangenen Woche und für rund einen Monat auf den an der Schulter verletzten All-Star Elton Brand verzichten müssen, für mehr Klarheit.

Fest steht bei den Mavericks zumindest, dass Jerry Stackhouse wegen seiner Fersenentzündung weiterhin ausfällt.

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