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Dirk Nowitzki (l.) bestritt am 5. Januar 1999 gegen Seattle sein erstes Spiel für die Mavericks © getty

Die NBA-Legende fällt ein vernichtendes Urteil über Dirkules und die Mavericks. Den Superstar lassen die Spekulationen kalt.

Von Christoph Lother und Eric Böhm

München - Dirk Nowitzki hat es aktuell nicht leicht.

Der Kapitän der Dallas Mavericks kämpft auch nach der Pleite gegen Oklahoma City (Bericht) weiter um seine Form, wird erneut nicht in die Startformation des All-Star Games gewählt und jetzt nimmt ihn auch noch NBA-Legende Charles Barkley unter Beschuss (513398DIASHOW: Die 6. Woche der NBA).

"Der Zahn der Zeit nagt an Nowitzki. Dirk war über eine lange Zeit ein toller Spieler, aber er wird alt. Seine Zeit ist vorbei", schreibt ihn der heutige TV-Experte ab.

Nowitzki ratlos

Tatsächlich hat Nowitzki auch die Spielpause nicht voran gebracht. Im Gegenteil: In drei Spielen nach der Auszeit kam er nie über zehn Punkte, verfehlte 28 von 39 Würfen und ging nur sechsmal an die Freiwurflinie.

Statistisch spielt der 33-Jährige (im Schnitt 16,2 Punkte, 5,9 Rebounds pro Partie) aktuell so schwach wie seit seiner zweiten NBA-Saison nicht mehr.

"Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Ich werde den Kopf nicht hängen lassen und weiter arbeiten", wirkt auch der Superstar selbst ein wenig ratlos.

"Mavs sind fertig"

Für Barkley ist das ein ganz natürlicher Prozess, den er am eigenen Leib erfahren hat.

"Nach 16 oder 17 Jahren wirst du nicht mehr besser. Als guter Spieler fällst du eben tiefer. So läuft das. Er stand fast jedes Jahr in den Playoffs. Die Zeit gewinnt immer", meint der elfmalige All-Star.

Dabei hatte Barkley noch im Sommer den Meistertitel der Mavericks vorausgesagt, doch auch an Nowitzkis Team lässt er kein gutes Haar.

"Die Mavs gewinnen keine Meisterschaft mehr. Die Abgänge von Tyson Chandler und DeShawn Stevenson haben sie gekillt. Das ist das selbe Team, das immer wieder gescheitert ist, nur ein paar Jahre älter. Sie sind fertig", betont Barkley.

Nowitzki will Vertrag erfüllen

Den wertvollsten Spieler der NBA-Finals 2011 lassen solche Spekulationen jedoch kalt. Fast schon trotzig tritt er allen Zweiflern entgegen und wischt Gerüchte über ein bladiges Karriereende beiseite.

"Ich werde mindestens noch zwei Jahre spielen", verkündete Nowitzki und sorgte mit einem Treuebekenntnis für Erleichterung im Lager der Mavs. "Ich spiele auf jeden Fall bis zum Ende meines Vertrages in Dallas", versprach der 33-Jährige.

Einen Wechsel oder gar das mögliche Ende seiner Karriere vor 2014 schloss der Würzburger damit aus.

Rekordmarke lockt

Stattdessen wolle er in den kommenden zwei Jahren noch mindestens einmal den "La Gazetta dello Sport Europlayer of the Year Award" gewinnen, so Nowitzki.

Nowitzki erhielt diese Auszeichnung 2011 bereits zum sechsten Mal und zog so mit dem Litauer und ehemaligen Center der Portland Trailblazers, Arvydas Sabonis, gleich. Ein weiterer Titel und er wäre auch hier alleiniger Rekordhalter.

Zukunft als Jugend-Trainer

Auch über die Zeit nach seiner aktiven Karriere als Basketball-Profi hat sich Nowitzki bereits Gedanken gemacht.

"Ich werde der Basketball-Welt erhalten bleiben. Ich sehe mich als Trainer für Kinder. Ich weiß nur noch nicht, ob ich in Texas oder in Deutschland tätig sein werde", sagte der MVP von 2007.

Saison mit Problemen

Nowitzki trägt bereits seit 1998 das Trikot der Mavericks und bestritt Anfang Januar sein 1000. Spiel in der NBA.

In dieser Saison hat er noch nicht zu seiner gewohnten Form gefunden, hatte stattdessen mit Knieproblemen zu kämpfen und musste zwischenzeitlich sogar vier Partien am Stück aussetzen (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

Auch gegen Oklahoma lieferte er mit lediglich acht Punkten eine unterdurchschnittliche Leistung ab. Die nächste Gelegenheit zum Umschwung gibt es gegen die Indiana Pacers (ab 2.30 Uhr LIVESCORES).

Erneut kein Starter beim Allstar Game

Für das Allstar Game der NBA am 26. Februar in Orlando wählten die Fans den Deutschen wieder einmal nicht in die Starting Five der Western Conference.

Stattdessen sicherten sich bei den Forwards Kevin Durant (Oklahoma City Thunder) und Blake Griffin (Los Angeles Clippers) die meisten aller Internet-Stimmen (514330DIASHOW: Die Starter des All-Star Games 2012).

Sogar der Spanier Pau Gasol (Los Angeles Lakers) bekam mehr Stimmen. Insgesamt reichte es für "Dirkules" nur zum 13. Rang. Durch die aktuell schwache Saison besteht sogar die Möglichkeit, dass er nach zehn All-Star-Einsätzen in Folge nicht einmal von den Coaches als Reservist nominiert wird.

Nowitzki in Parkers Spuren

Bisher nahm der amtierende Finals-MVP nur sechsmal nicht am folgenden Auswahlspiel teil. Allerdings beendete Michael Jordan nach dem Titel 1998 zum zweiten Mal seine Karriere. Magic Johnson musste 1981 verletzt passen.

Zuletzt erwischte es Tony Parker. Der französische Spielmacher der San Antonio Spurs wurde 2008 weder von den Fans noch von den Coaches berücksichtigt.

An Nowitzkis Status als unverzichtbarem Superstar der Mavs dürfte dies aber nichts geändert haben. Vielmehr soll "Dirkules" sein Team noch bis 2014 als Leader aufs Feld führen - mindestens.

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