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Derrick Rose (M.) steht 2012 zum ersten Mal in der ersten Fünf des All-Star Games © getty

Der MVP vergrößert New Yorks Sorgen. Die Bulls bleiben spitze. "Melo" kann nicht kontern. Denver rennt Blake Griffin davon.

Von Eric Böhm

München - Die Chicago Bulls bleiben in der Eastern Conference das Maß der Dinge.

Der sechsmalige Meister gewann bei den New York Knicks 105:102 (55:44) und brachte den Gastgebern ihre zehnte Niederlage aus den vergangenen zwölf Spielen bei (513398DIASHOW: Die 6. Woche der NBA).

Derrick Rose erzielte 15 seiner 32 Punkte im letzten Viertel und stoppte so jeden Comeback-Versuch der Knicks. Außerdem gab der MVP noch 13 Assists (SERVICE: Die Tagesbesten).

"Immer wenn ich auf den Court gehe, wollen sie mich stoppen. Ich liebe diese Herausforderung. Ich stelle mich ihr jeden einzelnen Abend", sagte Rose.

Anthony verfehlt Buzzer-Beater

Mitte der letzten zwölf Minuten lieferte der frischgebackene All-Star-Starter eine spektakuläre 79 Sekunden-Sequenz mit drei Körben in Folge ab.

Erst quetschte er sich zwischen den Knicks-Stars Carmelo Anthony und Amare Stoudemire zu einem Layup durch, dann traf er einen Dreier zum 95:88.

Trotzdem zeigten die strauchelnden Gastgeber Herz und ließen sich nicht abschütteln. Rose ermöglichte ihnen 5,3 Sekunden vor dem Ende noch eine letzte Chance. Der Point Guard verfehlte einen Freiwurf, aber Anthony verpasste mit der Sirene das 105:105.

Knicks vergeben viele Chancen

"Melo", der erstmals für den Osten am All-Star Game teilnehmen wird, verbuchte zwar 26 Zähler, innerhalb der letzten 92 Sekunden verpasste der Flügelspieler aber gleich dreimal den Ausgleich.

"Wir haben heute wirklich hart gearbeitet. Wir waren bis zum Schluss im Spiel und hatten eine Chance auf den Sieg, aber es sollte nicht sein", haderte Anthony.

Amare Stoudemire (34 Punkte, elf Rebounds) gelang eine exzellente Vorstellung. Auch der Power Forward konnte jedoch 11 Sekunden vor Schluss einen Dreier nicht zum Unentschieden verwandeln.

"Er hat diesen Wurf drauf", meinte Trainer Mike D'Antoni. "Eigentlich fällt der für mich immer rein", ärgerte sich "STAT".

D'Antoni unter Druck

Für D'Antoni wird die Luft im "Big Apple" immer dünner. Sein als Geheimfavorit gestartetes Team steht mit nur acht Siegen aus 22 Partien hinter den Cleveland Cavaliers auf Rang zehn im Osten (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

Speziell die eigentlich gut besetzte Bank enttäuscht regelmäßig. Gegen Chicago lieferten die Reservisten nur sechs Zähler.

Die Bulls überzeugten dagegen auch ohne Rip Hamilton (Leistenprobleme) und Luol Deng (Handgelenksverletzung). Scharfschütze Kyle Korver sprang mit 16 Punkten in die Bresche.

"Die besten Teams finden einen Weg, zu siegen. Wir sind auf einem sehr guten Weg, auch wenn es heute nicht unsere beste Leistung war", bilanzierte Coach Tom Thibodeau.

SPORT1 fasst das weitere Geschehen aus der NBA zusammen:

Los Angeles Clippers - Denver Nuggets 91:112

Die Bäume wachsen auch für die Los Angeles Clippers nicht in den Himmel.

Gegen die überraschend starken Denver Nuggets setzte es für den Emporkömmling eine 91:112 (51:54)-Heimniederlage.

Nach einem guten Start der Gastgeber übernahmen die Nuggets mit ihrem schnellen Angriffsspiel die Kontrolle und entschieden die beiden mittleren Viertel mit 67:35 für sich.

"Sie liefen immer wieder Schnellangriffe. Wir kamen nicht hinterher. Es war unser viertes Spiel in fünf Tagen. Das hat man gesehen", erklärte Blake Griffin.

"Das ist eine große Ehre"

Der Power Forward (18 Punkte, fünf Rebounds) blieb hinter seiner gewohnten Leistung zurück, konnte sich aber immerhin über seinen ersten All-Star-Start freuen.

"Das ist eine große Ehre. Viele Spieler würden das verdienen. Ich kann mich nur bei den Fans bedanken", betonte Griffin.

Auch Teamkollege Chris Paul wird den Westen vertreten. Der Point Guard (15 Zähler, neun Assists) konnte die erste Pleite nach zuvor vier Siegen nicht verhindern.

Nuggets im Höhenflug

Denver verbesserte sich dagegen auf Rang zwei im Westen und gehört zu den Überraschungsteams der Saison.

Danilo Galinari war mit 21 Punkten und fünf Dreiern der treffsicherste Akteur. Ty Lawson steuerte 18 Zähler bei.

"Wir wussten, wir müssten sie aggressiv unter Druck setzen. Im dritten Viertel haben wir dann den Sack zugemacht", freute sich Forward Galinari.

San Antonio Spurs - New Orleans Hornets 93:81

Die San Antonio Spurs gewannen 93:81 (44:45) gegen die New Orleans Hornets.

In der überraschend engen Partie setzten sich die Texaner erst im Schlussviertel von dem Kellerkind der Western Conference ab.

Die Spurs verfehlten dort nur fünf Würfe und holten sich ihren dritten Erfolg in Serie. Tim Duncan markierte 19 Punkte. Point Guard Tony Parker sammelte 18 Zähler.

"Hier läuft es richtig gut. Jetzt müssen wir diese Leistung auch auswärts abrufen" forderte Duncan. Die Spurs gewannen erst drei Spiele in der Fremde, daheim gab es nur eine Schlappe.

Horror-Serie geht weiter

Die Hornets konnten nur eines ihrer vergangenen 13 Spiele gewinnen und mussten auf den angeschlagenen Spielmacher Jarrett Jack (Kniereizung) verzichten.

Nationalspieler Chris Kaman wird nach wie vor nicht eingesetzt, da er abgegeben werden soll. Carl Landry (17 Punkte) war New Orleans' bester Scorer.

"Diese vielen Niederlagen tun sehr weh. Dieses Gefühl sollte Motivation genug sein", sagte Chetrainer Monty Williams.

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