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Dirk Nowitzki war bereits 2002 MVP der Weltmeisterschaft in den USA © getty

Der Finals-MVP findet endlich sein Händchen wieder, zum Sieg reicht es aber nicht. Die Pacers knacken ihren Dallas-Komplex.

Von Eric Böhm

München/Dallas - Die gute Nachricht: Dirk Nowitzki hat seinen Wurf wiedergefunden. Die schlechte Nachricht: Es gab für die Dallas Mavericks trotzdem eine Niederlage.

Der Titelverteidiger kassierte beim 87:98 (53:52) gegen die Indiana Pacers die zweite Heimpleite in Folge (513398DIASHOW: Die 6. Woche der NBA).

Wesentlich wichtiger war aber der deutliche Aufwärtstrend bei Schlüsselspieler Nowitzki, der zwölf seiner 17 Würfe traf und mit 30 Punkten eine Saisonbestleistung aufstellte.

"Ich hatte heute einige gute Möglichkeiten und habe sie genutzt. Endlich fand ich einen guten Rhythmus", atmete der Finals-MVP von 2011 auf.

"Die Kraft kommt zurück"

Damit gab Nowitzki auf dem Court den von Charles Barkley angeführten Kritikern eine beeindruckende Antwort, die das Ende seiner Glanzzeit prognostiziert hatten (Barkley: Nowitzkis Zeit ist vorbei).

"Die Kraft in den Beinen kommt zurück. Harte Arbeit zahlt sich eben aus. In den letzten zwei Wochen konnte ich ihn (Barkley, Anm. der Red.) nicht widerlegen. Das war ein erster Schritt", verzichtete der 33-Jährige auf eine verbale Retourkutsche.

Das war auch nicht nötig, zu dominant präsentierte sich, der zehnmalige All-Star, der in dieser Form erneut von den Coaches für das Auswahlspiel in Orlando (26. Februar) nominiert werden müsste (514330DIASHOW: Die Starter des All-Star Games 2012).

Carlisle zufrieden

Den Verantwortlichen der Mavericks dürfte trotz der Niederlage ein Stein vom Herzen gefallen sein, dass ihr Kapitän die schwachen Auftritte nach der Spielpause wegwischen konnte.

"Er bewegt sich von Tag zu Tag besser. So ein Spiel war früher oder später einfach fällig. Er hat nicht nur geworfen, sondern zog auch zum Korb und holte Rebounds. Das ist sehr positiv", lobte Carlisle.

Odom weiter schwach

Im Unterschied zu den vergangenen Partien blieb diesmal jedoch die Unterstützung seiner Teamkollegen aus.

Lediglich Vince Carter (14 Zähler) und Jason Terry (10) punkteten zweistellig. Die Neuzugänge Lamar Odom und Delonte West trafen gemeinsam nur drei ihrer 15 Versuche aus dem Feld und kamen nur auf elf Punkte.

Immerhin kehrte Center Brendan Haywood nach Rückenproblemen wieder zurück. Jason Kidd (Wadenzerrung) wird dagegen erst in der nächsten Woche wieder zur Verfügung stehen.

George nicht zu bremsen

Nach einer ausgeglichenen ersten Hälfte verloren die Mavs unmittelbar nach der Pause durch einen 16:7-Lauf der Pacers den Anschluss.

Vor allem Paul George bekamen sie überhaupt nicht in den Griff. Der Guard traf sieben Dreier und verfehlte damit nur knapp den Teamrekord von Reggie Miller. Mit 30 Punkten war er auch Indianas Topscorer.

"Ich habe mich zu einem selbstbewussten Spieler entwickelt. Ich glaube, ich kann jeden Wurf verwandeln. Ich fühle mich auf dem Parkett sehr wohl", sagte George.

Zonenverteidigung bestraft

Dem ehemaligen Akteur der Fresno State Bulldogs gelangen zudem fünf Assists. Außerdem entnervte er in der Verteidigung "Jet" Terry und schnappte sich fünf Steals.

"Er ist ein sehr guter Spieler. Wir haben heute viel Zonenverteidigung gespielt. Da haben wir ihn einige Male aus den Augen verloren", analysierte Carlisle.

Näher als auf elf Zähler kamen die Gastgeber in den letzten sieben Minuten nicht heran.

Marion setzt Prioritäten

Die Gäste, die zuvor elf von zwölf Gastspielen in Dallas verloren hatten, verbesserten sich im Osten auf Rang drei (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

Die Mavs fielen in der Western Conference auf den sechsten Platz zurück. Wesentlich wichtiger war aber eine andere Erkenntnis.

"Wenigstens hat Dirk heute seinen Rhythmus gefunden", sprach Shawn Marion Fans, Spielern und Verantwortlichen der Mavericks aus der Seele.

Nowitzki wird versuchen, diesen Trend im Auswärtsspiel bei den Cleveland Cavaliers (ab 1.30 Uhr LIVESCORES) zu bestätigen. Auch wenn dem Superstar ein Sieg lieber wäre.

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