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Kyrie Irving wurde im Draft 2011 als erster Spieler ausgewählt © getty

Der Meister verspielt in Cleveland eine Führung. Der starke Nowitzki übertrifft eine NBA-Legende. Irving trifft Dallas ins Herz.

Von Eric Böhm

München/Cleveland - Die Dallas Mavericks haben den Anschluss an die Spitzengruppe der Western Conference vorerst verloren.

Dirk Nowitzkis Meisterteam verlor bei den Cleveland Cavaliers 88:91 (51:43) und kassierte die dritte Niederlage in Folge (513398DIASHOW: Die 6. Woche der NBA).

Der Kapitän setzte seinen Aufwärtstrend nach seiner Spielpause mit 24 Punkten, acht Rebounds sowie zwei Blocks zwar fort, hatte aber in der entscheidenden Phase auch nichts mehr zuzusetzen.

"Es ist schrecklich, besonders weil wir jetzt ein paar freie Tage haben und dieses Spiel länger hängen bleibt. Wir müssen uns bestmöglich erholen", sagte Nowitzki.

Reisestress mavht Mavs zu schaffen

Erst in der Nacht auf Donnerstag (ab 3 Uhr LIVESCORES) bestreitet sein Team in Denver die nächste Partie. Dann könnte Point Guard Jason Kidd (Wadenzerrung) den Kader wieder komplettieren.

Offenbar verkrafteten die Mavericks ihren Reisestress nach Ohio nicht sonderlich gut. Am Tag zuvor hatten sie noch ein Heimspiel gegen Indiana bestritten (BERICHT: Nowitzki trotz Pleite in alter Form).

"Das war sicher keine ideale Ansetzung für uns, aber das ist keine Entschuldigung. Alle Teams müssen in dieser Saison damit klarkommen", betonte Shawn Marion, der mit nur vier Zählern einen rabenschwarzen Tag erwischte.

Desaströses drittes Viertel

Die fehlende Spritzigkeit machte sich nach der Pause immer stärker bemerkbar. Dallas verspielte in einem unterirdischen dritten Viertel (13:27) den souveränen Halbzeit-Vorsprung.

Angeführt von Nowitzki und Jason Terry (17 Punkte) ließen sie sich zwar nicht abschütteln, blieben aber in den letzten gut vier Minuten ohne Treffer aus dem Feld.

Dann übernahm Clevelands Rookie Kyrie Irving Verantwortung. Zunächst brachte der Spielmacher Cleveland 87:86 in Führung und sorgte 16 Sekunden vor dem Ende per Korbleger auch für den Endstand.

"Große Spieler treffen in den großen Momenten. Das hat Irving in der Endphase gezeigt. Das müssen wir respektieren", meinte Delonte West (elf Zähler, sieben Assists).

"Jet" und Wright verpassen Ausgleich

"Jet" Terry und der solide Backup-Forward Brandan Wright (elf Punkte, acht Rebounds, vier Blocks) vergaben von der Dreierlinie die letzten Chancen zum Ausgleich.

"Irving ist ein guter, junger Spieler, aber wir haben gegen ihn auch nicht gut verteidigt. Er wird für Cleveland in den nächsten zehn Jahren ein Eckpfeiler sein", erklärte Mavs-Coach Rick Carlisle.

In seinem Team enttäuschten neben Marion fast alle anderen Scorer. Vince Carter, Lamar Odom und Roddy Beaubois trafen gemeinsam nur vier ihrer 13 Würfe und sammelten mickrige elf Punkte.

Nowitzki lässt Baylor hinter sich

Durch die überraschende Niederlage fiel Dallas im Westen auf Rang acht zurück. Der Abstand auf Oklahoma City und die Clippers ist bereits beträchtlich (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

Da dürfte Nowitzki ein weiterer Meilenstein seiner langen Karriere kaum aufmuntern. Mit nun 23.154 Punkten verbesserte er sich in der ewigen Bestenliste der NBA auf Rang 22 und überholte Elgin Baylor.

Erster Big Point für Cavaliers

Die Cavaliers feierten dagegen ihren ersten Sieg gegen ein Team mit positiver Bilanz. Der Matchwinner zeigte sich bescheiden.

"Ich spüre das Vertrauen meiner Teamkollegen, die mich immer suchen, wenn es um alles geht. Deshalb bin ich als Rookie auch nicht so nervös. Das Vertrauen macht mich selbstbewusst", sagte Irving.

Scott lobt Irving

Außerdem überzeugte Power Forward Anderson Varejao, der jeweils 17 Zähler und Rebounds sammelte. Seit fast 20 Jahren schaffte kein Cavalier mehr mindestens 15 Rebounds in drei Spielen hintereinander.

"Das ganze Team profitiert von Kyries Entscheidungen. Er kann stark zum Korb ziehen und ist bereits in jungem Alter ein guter Finisher", lobte Clevelands Coach Byron Scott.

Sein Team hat sich mit Irving weiterentwickelt und kratzt im Osten als Neunter an den Playoff-Plätzen.

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