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Tony Parker gewann mit den San Antonio Spurs schon dreimal den NBA-Titel © getty

Frankreichs Star führt die Spurs zum Heimsieg gegen Durants Thunder und schreibt Geschichte. Die Lakers patzen wieder auswärts.

Von Eric Böhm

München - Tony Parker hat dem besten Team der NBA fast im Alleingang eine Niederlage beigebracht.

Der französische Point Guard führte die San Antonio Spurs mit 42 Punkten zum 107:96 (57:47) gegen die Oklahoma City Thunder (513398DIASHOW: Die 6. Woche der NBA).

Als erst fünfter Spieler dieser Saison knackte Parker die 40er Marke und machte sich mit neun Assists auch zum besten Vorlagengeber der Spurs-Geschichte (SERVICE: Die Tagesbesten).

Damit verdrängte er Avery Johnson, den heutigen Coach der New Jersey Nets. Allein im dritten Viertel markierte Parker 16 Zähler und sorgte für einen beruhigenden Vorsprung.

"Parker kam immer wieder zum Korb durch. Er hat unsere Big Men einfach stehen lassen. Er ist unfassbar schnell", analysierte Thunder-Star Kevin Durant.

Parker will nach Orlando

Mit seiner besten Ausbeute seit dem unvergessenen 43-Punkte-Spiel gegen Dirk Nowitzkis Dallas Mavericks in den Playoffs 2009 gelang Parker auch eine eindrucksvolle Bewerbung.

In der Nacht auf Freitag werden die Reservisten des All-Star Games in Orlando (26. Februar) bekanntgegeben.

"Ich wäre natürlich gern wieder dabei. Vielleicht hilft dieses Spiel dabei. Wir werden sehen", sagte der Vize-Europameister, der 2009 zum dritten und bis dato letzten Mal am Auswahlspiel der NBA teilnahm.

Rangelei stachelt an

Eine Auseinandersetzung mit Oklahomas Russell Westbrook (18 Punkte) im zweiten Viertel schien Parker, den nötigen Kick zu geben.

Nahe der Thunder-Bank rauschten beide Zusammen. Als Westbrook unsanft Parkers Bein beiseite schubste, um wieder aufzustehen, wurde der hitzköpfige Franzose DeJuan Blair zurückgehalten und bekam nur ein persönliches Foul.

Von diesem Moment an war Parker nicht zu stoppen. "Tony wusste, dass er gegen dieses Team als Scorer auftreten müsste, das hat er getan", lobte Coach Gregg Popovich.

"Tony hat uns überrollt"

Zu San Antonios 13. Heimsieg im 14. Spiel steuerten Tim Duncan 15 Rebounds und Rookie Kawhi Leonard 15 Punkte bei.

In der Schlussphase gestaltete vor allem Kevin Durant (22 Punkte, elf Rebounds) das Ergebnis für die Gäste noch erträglich - zwischenzeitlich hatten sie bereits mit 24 Zählern in Rückstand gelegen.

"Tony Parker hat uns förmlich überrollt. So aggressiv habe ich ihn lange nicht gesehen", meinte Oklahoma Citys Trainer Scott Brooks.

Seine Mannschaft bleibt trotzdem an der Spitze der Western Conference. Die Spurs sind Dritter (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

SPORT1 fasst das weitere Geschehen aus der NBA zusammen:

Utah Jazz - Los Angeles Lakers 96:87

Die Utah Jazz fügten den Los Angeles Lakers mit 96:87 (47:49) eine weitere Auswärtsniederlage zu.

Point Guard Earl Watson leitete einen 14:0-Lauf ein, der den Gastgebern gute sechs Minuten vor Schluss einen beruhigenden 83:68-Vorsprung einbrachte.

Watson gelangen seine acht Punkte und sechs seiner elf Assists im Schlussabschnitt, damit stellte er Starter Devin Harris (ein Zähler) erneut in den Schatten.

Selbst seine Knöchelprobleme konnten Watson nicht stoppen: "Das merkst du im Spiel gar nicht. Die Emotionen des Spiels überwältigen dich."

Bryant warnt vor Panik

Im dritten Versuch der Saison gelang Utah so der erste Erfolg gegen die Lakers. Center Al Jefferson kam auf 18 Zähler sowie 13 Rebounds.

Kobe Bryant verfehlte zwar zehn seiner 16 Würfe, war aber mit 26 Punkten dennoch bester Schütze der Gäste, die ihre achte Pleite in der Fremde hinnehmen mussten.

"Wir dürfen jetzt nicht die Geduld verlieren. Diese Situationen haben wir schon oft erlebt", blieb Bryant cool.

Brown fliegt

Coach Mike Brown befeuerte den entscheidenden Zwischenspurt der Gastgeber mit seinen beiden technischen Fouls. Nach einem vermeintlichen Foul an Pau Gasol (24 Zähler, 16 Rebounds) rastete er aus und wurde in die Kabine geschickt.

"Ich wollte das Team aufwecken. Ich hätte aber keine zwei technischen Fouls nehmen sollen. Das hat unseren Rückstand noch vergrößert und uns das Spiel gekostet", ärgerte sich Brown.

Milwaukee Bucks - Chicago Bulls

Die Chicago Bulls gewannen 113:90 (67:43) bei den Milwaukee Bucks und bleiben Spitzenreiter der Eastern Conference.

Derrick Rose (26 Zähler, 13 Assists) war der herausragende Akteur und wurde von Rückkehrer Luol Deng (21 Zähler) unterstützt, der zuletzt sieben Spiele wegen Problemen am Handgelenk pausieren musste.

"Er macht das Spiel für uns leichter. Seine Präsenz gibt uns ein gutes Gefühlt. Es ist toll, unsere Anführer alle wieder dabei zu haben", freute sich MVP Rose.

Skiles als Prophet

Die Bucks lagen zur Pause schon deutlich in Rückstand und schonten im gesamten vierten Viertel ihre Starter.

"Wir spielen aktuell katastrophale Defense. Ich habe schon vorher gesagt, dass wir so gegen Chicago untergehen würden", sah sich Bucks-Coach Scott Skiles von seinem ehemaligen Team bestätigt.

Drew Gooden gelang mit 24 Punkten eine Saisonbestleistung. Aus der ersten Fünf erreichte sonst nur Rookie Tobias Harris (18) eine zweistellige Ausbeute.

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