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Kobe Bryant (r.) wird von Teamkollege Derek Fisher beglückwünscht © getty

Bryant lässt O'Neal in der ewigen Scorer- Liste hinter sich - dennoch verlieren die Lakers bei den 76ers. Der Stadtrivale siegt.

Von Björn Seitner

München - Kobe Bryant hat den NBA-Geschichtsbüchern ein weiteres Kapitel hinzugefügt.

Mit 28 Punkten im Spiel bei den Philadelphia 76ers überholte der Shooting Guard der Lakers seinen langjährigen Ex-Teamkollegen Shaquille O'Neal in der ewigen Scorer-Liste und rückte mit insgesamt 28.601 Punkten auf Rang fünf vor - dennoch verlor Los Angeles mit 90:95 (50:45).

Besser als die "Black Mamba" sind nun nur noch Kareem Abdul-Jabbar (38.387 Punkte), Karl Malone (36.928), Michael Jordan (32.292) und Wilt Chamberlain (31.419) (SERVICE: Die Tagesbesten).

O'Neal zollte Bryant, mit dem er von 1996 bis 2004 bei den Lakers zusammenspielte, sofort seinen Respekt: "Ich möchte ihm persönlich gratulieren. Er ist der beste Laker aller Zeiten. Was er geleistet hat, ist großartig. Ich bin wirklich stolz auf ihn."

"Das beste Duo aller Zeiten"

Als 18-Jähriger habe Bryant ihm von seinem Ziel erzählt, eines Tages einer der besten Spieler aller Zeiten werden zu wollen. "Er hat nicht gelogen", ergänzte O'Neal, der in seiner Karriere auf 28.596 Zähler kam.

"Ich möchte ihm danken, ein Teil des besten Duos aller Zeiten gewesen zu sein", erklärte "Shaq" (516116DIASHOW: Die 7. Woche der NBA) .

Obwohl die beiden in ihrer gemeinsamen Zeit nicht nur einmal aneinandergerieten erinnert sich auch Bryant gern: "All die Kämpfe, die Titel - wir hatten eine gute Zeit."

Bryant in "Philly" ausgebuht

Gegen die 76ers erzielte Bryant den Rekord bereits im zweiten Viertel - in der ersten Halbzeit kam er auf starke 24 Punkte.

Im Anschluss brach Bryant jedoch übel ein und traf in der zweiten Hälfte nur einen seiner zehn Versuche aus dem Feld.

Während der gesamten Partie wurde der fünfmalige Champion von den rund 20.000 "Philly"-Fans ausgebuht. Der Grund dafür liegt mehr als ein Jahrzent zurück:

Vor den Finals 2001 zwischen Lakers und 76ers kündigte Bryant an, er wolle "Philadelphia das Herz rausreißen" (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

Williams' besondere Stärke

Die 76ers dagegen boten ihrem treuen Publikum im Schlussviertel eine spektakuläre Show: Sixth Man Lou Williams erzielte 14 seiner 24 Zähler in den letzten zwölf Minuten.

Mit einem Dreier bei noch 120 Sekunden Spielzeit brachte er Philadelphia erstmals in Führung und legte direkt mit zwei weiteren Punkten nach.

"Seit ich mich erinnern kann, spiele ich ein gutes letztes Viertel", erklärte Williams seine Stärke: "Ich weiß, dass das die wichtigste Zeit eines Basketballspiels ist."

Auch Andre Iguodala (12 Zähler) und Jrue Holiday (13) punkteten bei den 76ers zweistellig. Bei den Lakers spielte neben Bryant Andrew Bynum stark und kam auf 20 Punkte und 20 Rebounds.

SPORT1 fasst das weitere Geschehen aus der NBA zusammen:

Orlando Magic - Los Angeles Clippers 102:107

Die Los Angeles Clippers gewannen bei den Orlando Magic trotz zwischenzeitlichem 15-Punkte-Rückstand in der ersten Halbzeit nach Verlängerung mit 107:102 (42:47, 13:8).

Einen "bitteren Beigeschmack", so Clippers-Coach Vinny Del Negro, hat der 15. Saisonsieg der Kalifornier jedoch: Guard Chauncey Billups verletzte sich im Schlussviertel an der Achillessehne.

Bei noch 5:48 Minute Spielzeit brach der fünfmalige All-Star, der bis dahin 18 Punkte erzielte, ohne Gegnereinwirkung auf dem Parkett zusammen und hinkte gestützt von zwei Betreuern in die Kabine.

"Das zeigt unseren Kampfgeist"

"Das ist wirklich mies, weil er sehr wichtig für uns ist. Hoffentlich gibt es bald gute Neuigkeiten", sagte del Negro.

"CP3" lobte anschließend dennoch seine Mitspieler, die gut zusammengehalten hätten: "Das zeigt unseren Kampfgeist und unsere Charakterstärke."

Im Schlussviertel lagen die Clippers bereits mit acht Punkten vorn, ehe J.J. Redick (8 Punkte) und Jameer Nelson (9) die Magic wieder heranbrachten.

"CP" und Williams machen den Sack zu

22 Sekunden vor Schluss gelang Los-Angeles-Forward Blake Griffin (18) der Ausgleich zum 94:94 per Freiwurf. Seinen zweiten Wurf von der Linie setzte der beste Rookie 2011 aber daneben.

In der Verlängerung machten Paul und Mo Williams (9) mit jeweils zwei Freiwürfen den Sack zu.

Orlandos Dwight Howard zeigte mit 33 Punkten und 14 Rebounds eine starke Leistung.

Portland Trail Blazers - Oklahoma City Thunder 107:111

Die Oklahoma City Thunder bleiben das beste Team der Liga.

Die Thunder gewannen bei den Portland Trail Blazers mit 111:107 (60:52, 8:4) nach Verlängerung.

Bei noch 2,9 Sekunden zu Spielen hämmerte Kevin Durant einen Dunk in den Korb und machte den insgesamt 19. Saisonsieg klar. "Durantula" erzielte insgesamt 33 Punkte.

Goaltending von Aldridge

Der Aufreger des Spiels ereignete sich sechs Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit, als LaMarcus Aldridges wegen angeblichen Goaltendings - der Regel, wonach der Ball nur im Aufsteigen geblockt werden darf - bestraft wurde und die Partie mit 103:103 in die Verlängerung ging.

"Ich sagte den Schiedsrichtern: 'Schaut euch die Wiederholung an.' Sie haben aber nur 'Nope' geantwortet", erklärte Aldridge, der mit 39 Punkten eine neue persönliche Saisonbestmarke schaffte.

Neben Durant war Russell Westbrook mit 28 Zählern und elf Rebounds bester Thunder.

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