Lakers überstehen "furchtbaren" Traditionsgipfel
Von Eric Böhm
München - Die Los Angeles Lakers haben das Traditionsduell der NBA in einer dramatischen Partie für sich entschieden.
Der Ex-Meister gewann bei den Boston Celtics 88:87 (45:47, 82:82) nach Verlängerung und beendete die fünf Spiele andauernde Erfolgsserie des Kontrahenten (DIASHOW: Die 7. Woche der NBA).
Pau Gasol war mit 25 Punkten sowie 14 Rebounds der überragende Akteur im altehrwürdigen TD Garden, machte sich aber erst durch eine Abwehraktion zum Matchwinner.
Kurz vor der Schlusssirene verpasste der frischgebackene All-Star Paul Pierce den Siegtreffer für Boston, doch der Ball sprang zu Ray Allen, der vom Spanier geblockt wurde.
"Ich war in der perfekten Position. Plötzlich kam er aus dem Nichts", konnte es Veteran Allen kaum fassen.
Gasol zweimal Allens Schrecken
Damit vermieste der Power Forward dem 36-Jährigen zum zweiten Mal an einem Abend die Party. Denn Allen hätte die durchweg enge Partie schon zum Ende der regulären Saison beinahe entschieden.
Sein Dreier gab Boston 67 Sekunden vor Schluss die 82:80-Führung. Nach Fehlwürfen von Kevin Garnett, Metta Worl Peace und Kobe Bryant, gelang Gasol neun Sekunden vor Schluss der Tip-In zum Ausgleich.
"Pau hört nicht auf, bis die Sirene losgeht. Der Block war großartig. Ich dachte, Allens Versuch wäre drin", freute sich Lakers-Coach Mike Brown.
Bynum setzt Schlusspunkt
In dem von den starken Abwehrreihen geprägten Duell führten die Celtics im dritten Viertel kurzfristig mit sieben Punkten, ansonsten lagen beide Teams nie mehr als fünf Zähler auseinander.
"Es war ein furchtbares Spiel. Wenn wir gewonnen hätten, wäre es ein furchtbarer Sieg gewesen. Die Lakers verteidigten gut, aber wir haben es uns selbst sehr schwer gemacht", bilanzierte Bostons Cheftrainer Doc Rivers.
Kobe Bryant steuerte zu dem hart erkämpften Auswärtserfolg der Kalifornier 27 Zähler bei.
Center Andrew Bynum gelangen 16 Punkte und 17 Rebounds. Er erzielte nach einem Bryant-Fehlwurf auch den letzten Korb der Gäste.
Lakers gleichauf mit Mavericks
Für die Celtics markierte Allen 22 Zähler. Pierce (18) und Garnett (12) lieferten ebenfalls eine zweistellige Ausbeute, verfehlten aber insgesamt 28 ihrer 41 Würfe.
Garnett musste zudem die Enttäuschung verkraften, dass er nach 14 Jahren erstmals nicht beim All-Star Game (26. Februar in Orlando) teilnehmen wird (DIASHOW: Die All-Stars 2012).
Die Lakers liegen im Westen nun gleichauf mit Dirk Nowitzkis Mavericks auf Rang fünf. Rekordchampion Boston bleibt im Osten Siebter ( DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).
SPORT1 fasst das weitere Geschehen aus der NBA zusammen:
• Denver Nuggets - Golden State Warriors 101:109
Die Golden State Warriors fügten den Denver Nuggets beim 109:101 (47:51) die fünfte Niederlage in Serie zu.
Steph Curry gelang mit 36 Punkten eine Saisonbestleistung, damit steelte er den ersten Sieg der Wariors in Denver seit 2007 sicher.
"Ein spektakulärer Auftritt von ihm. Nur an seinem Freudentanz muss er noch arbeiten. Jetzt weiß ich, wieso mein Dad mir immer gesagt hat, ich solle mit so etwas aufhören", schmunzelte Coach Mark Jackson.
Curry ärgert sich
Entsprechend peinlich berührt war sein Point Guard im Anschluss: "Ich weiß nicht, was in mich gefahren ist. Als ich sah, wie der Coach lachen musste, wurde es mir bewusst. Ich habe Angst, mir die Aufzeichnung anzusehen."
Seine Leistung auf dem Court war dagegen speziell für die Nuggets alles andere als lustig. Curry führte die Warriors nach der Pause zu einem 24:5- Lauf.
Im Schlussabschnitt lagen sie phasenweise mit 20 Zählern in Front. Rookie Klay Thompson leistete mit 19 Punkten Unterstützung.
"Der blanke Horror"
Bei Denver kam Arron Afflalo auf 26 Zähler. Nur drei seiner Teamkollegen punkteten zweistellig. 14 Versuche aus dem Feld wurden geblockt. Die Gastgeber fielen durch den schwachen Auftritt in der Western Conference auf den siebten Platz zurück.
"Das war für uns der blanke Horror. Die Warriors haben gut gespielt, aber so darfst du dich zu Hause nicht präsentieren", sagte Afflalo.
Der einzige Wermutstropfen für Golden State war, dass Monta Ellis zwei Tage nach seinem 48-Punkte-Ausbruch nicht für das All-Star Game berücksichtigt wurde.
Es ist das 14. Jahr hintereinander ohne einen Warrior im Auswahlspiel - die längste Durststrecke der NBA. Latrell Sprewell war 1996 der letzte Nominierte.
• Sacramento Kings - Oklahoma City Thunder 106:101
Die Sacramento Kings haben durch ihren 106:101 (57:55)-Heimsieg gegen die Oklahoma City Thunder für eine große Überraschung gesorgt.
Immerhin waren die Thunder bis zu der Partie in Kaliforniens Hauptstadt das beste Team der gesamten Liga.
Die Kings holten im Schlussviertel einen Rückstand von acht Punkten auf und entschieden das ausgeglichene Spiel von der Freiwurflinie.
Kings bleiben cool
Innerhalb der letzten 65 Sekunden verwandelten sie sieben ihrer acht Chancen von der Linie und gestatteten den Gästen nur noch einen Treffer.
Point Guard Tyreke Evans (22 Punkte) und DeMarcus Cousins (19) führten fünf Kings mit zweistelliger Ausbeute an.
Den Thunder halfen auch die starken Leistungen ihres Spitzenduos Russell Westbrook (33 Zähler) und Kevin Durant (27) nicht. Blockspezialist Serge Ibaka durfte sich trotzdem über zehn abgewehrte Würfe und die Einstellung seiner persönlichen Bestmarke freuen.
Oklahoma City behauptet weiterhin die Führung in der Western Conference. Sacramento bleibt trotz des vierten Sieges aus den vergangenen fünf Spielen auf Rang 14.