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Dirk Nowitzki (r.) wurde 2007 als erster Europäer zum MVP der NBA gewählt © getty

Dallas gewinnt dank Nowitzkis Bestmarke in Minnesota. Love stöhnt: "Typisch für Dirk". Die Rückkehr des "Quarterbacks" beflügelt.

Von Eric Böhm

München/Minneapolis - Dirk Nowitzki ist endgültig wieder da.

Der deutsche Superstar führte die Dallas Mavericks zum 104:97 (56:45) bei den Minnesota Timberwolves (516116DIASHOW: Die 7. Woche der NBA).

Nowitzki übertraf mit 33 Punkten seine bisherige Saisonbestmarke und zeigte auch in der Defensive, dass er wieder hundertprozentig fit ist - ihm gelangen unter anderem drei Blocks.

Nowitzki lieferte sich vor allem mit All-Star-Kollege Kevin Love (32 Zähler, zwölf Rebounds) ein faszinierendes Duell, hatte aber am Ende das bessere Ende für sich.

"Es macht zwar Spaß, ihm zuzusehen, aber es ist richtig schwer, gegen ihn zu spielen. Er ist ein Tier an den Brettern", sagte Nowitzki.

"Das ist All-Star-Präsenz"

Auch das Händchen von der Dreierlinie kommt langsam zum Finals-MVP von 2011 zurück. Er verwandelte vier seiner sieben Dreier.

Die einwöchige Spielpause hatte also doch einen positiven Effekt. Nach drei schwachen Auftritten unmittelbar danach markierte "Dirkules" nun in den vergangenen vier Partien durchschnittlich 28 Zähler. Das rechte Knie macht ebenfalls keine Probleme mehr.

"Seine Präsenz öffnet für die anderen Spieler so viele Räume. Es geht nicht immer um die Zahlen. Das ist für mich eine All-Star-Präsenz", lobte Combo-Guard Delonte West.

Love zollt Respekt

Nowitzki war trotz seiner unterdurchschnittlichen Statistiken als Reservist zu seinem elften All-Star Game (26. Februar in Orlando) eingeladen worden (514330DIASHOW: Die All-Stars 2012).

Aktuell bestätigt der 33-Jährige die Nominierung durch die NBA-Coaches eindrucksvoll. Bei den Gegnern genießt er ohnehin seit vielen Jahren großen Respekt.

"Das war definitiv ein typischer Auftritt von Dirk. Er ist ein Hall of Famer. Wenn er will, wird er früher oder später immer Erfolg haben", meinte Gegenspieler Love.

Kidd meldet sich zurück

Der Power Forward feierte nach seiner Sperre von zwei Spielen, er war auf den am Boden liegenden Rockets-Spieler Luis Scola getreten, konnte Nowitzki aber nicht bremsen.

Deshalb hatte der Titelverteidiger das Spiel über weite Strecken unter Kontrolle, ehe Minnesota zu Beginn des Schlussabschnitts nach einem 19:5-Lauf plötzlich auf 75:78 heran kam.

Doch Rückkehrer Jason Kidd (acht Zähler, zehn Assists), der Spielmacher musste zuletzt wegen einer Wadenzerrung aussetzen, Jason Terry (16 Punkte) und Nowitzki antworteten ihrerseits mit einem 14:4-Spurt, der die Partie entschied.

"Wir haben ihn vermisst. J-Kidd ist unser Quarterback, er weiß, wie er die Jungs zum Werfen bekommt, und kann das Tempo kontrollieren", sagte Lamar Odom.

Guards dominieren Minnesota

Die meisten der acht Ballverluste des 38-jährigen Routiniers nahmen seine Teamkollegen auf ihre Kappe, da sie seine harten und überraschenden Pässe nicht mehr gewöhnt waren.

"Du musst immer darauf gefasst sein, den Ball zu bekommen. Er macht das Spiel für alle anderen sehr viel leichter", bestätigte Terry.

Neben "Jet" zog vor allem Vince Carter (zwölf Zähler, fünf Steals) Vorteile aus der körperlichen Überlegenheit gegen die kleinen Guards der Timberwolves.

Revanche geglückt

Viele einfache Punkte im Angriff und insgesamt 28 Ballgewinne in der Abwehr waren die Folge. Zudem verfehlten die Gastgeber 17 ihrer 23 Dreier.

"Wir haben den Ball einfach weggeworfen. Wir haben oftmals sehr hart gearbeitet, nur um den Vorteil gleich wieder wegzuschmeißen. Da fehlte die Konzentration", kritisierte Minnesotas Trainer Rick Adelman.

Auch sein Jungstar Ricky Rubio kam gegen Kidd nicht wie gewohnt zum Zug. Der Spanier verfehlte sieben seiner neun Würfe, gab aber immerhin acht Vorlagen.

Dallas lieferte dagegen eine starke Teamleistung und revanchierte sich für die beiden Saisonniederlagen gegen die T-Wolves.

Mavs in Berlin?

Die Mavs verloren heuer nur eines von neun Spielen, wenn sie mindestens 100 Punkte erzielten und stehen in der Western Conference nun auf dem vierten Rang. Minnesota ist Elfter (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

Zeit zum Genießen bleibt Nowitzki und Co. jedoch nicht. Es geht sofort mit einem Heimspiel gegen die gefährlichen Portland Trail Blazers (ab 2.30 Uhr LIVESCORES) weiter.

Laut "Dallas Morning News" können sich auch die Fans in Deutschland auf einen Auftritt der Mavericks freuen.

Sie sollen ein heißer Kandidat für die Europa-Tour der NBA vor der Saison 2012/2013 sein. Das Team würde demnach jeweils ein Spiel in Berlin und Barcelona austragen.

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