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Dirk Nowitzki (M.) nimmt 2012 bereits zum elften Mal in Folge am All-Star Game teil © getty

Die Mavericks können sich auf ihren All-Star verlassen. Sein Treffer bringt den Sieg gegen Portland. Ein Lokalheld verzweifelt.

Von Eric Böhm

München/Dallas - Die Dallas Mavericks haben wieder einmal ihre Nervenstärke unter Beweis gestellt.

Der Titelverteidiger schlug die Portland Trail Blazers in einem Thriller 97:94 (43:32, 81:81, 87:87) nach zweifacher Verlängerung und feierte den dritten Sieg in Folge (516116DIASHOW: Die 7. Woche der NBA).

Dirk Nowitzki verfehlte zwar 13 seiner 20 Würfe, war aber mit 20 Punkten erneut Topscorer seines Teams. Außerdem holte er sich neun Rebounds.

Sein unwiderstehlicher Treffer am Ende der zweiten Overtime zum 97:93 erwies sich im umkämpften Rematch der ersten NBA-Playoff-Runde 2011 - damals setzte sich Dallas 4:2 durch - als der Unterschied.

"Ich bin mit meiner Verteidigung sehr zufrieden. Nowitzki konnte den Korb bei der Hälfte seiner Würfe gar nicht sehen. Mehr kann ich nicht tun", haderte LaMarcus Aldridge.

Auf "Flamingo" ist Verlass

Der Power Forward hatte in seiner Heimatstadt wie schon so oft die undankbare Aufgabe, den deutschen Ausnahmespieler zu beschatten.

Bei seinem Spezialwurf im Rückwärtsfallen braucht Nowitzki in der Regel auch keinen klaren Blick auf das Ziel. Meistens verwandelt er den "Flamingo" - der Wurf wird so genannt, weil Nowitzki von einem Bein abspringt - auch blind.

"Wir wissen ja alle, dass dies sein Wurf ist. Er hat von überall auf dem Court das richtige Gespür", lobte Coach Rick Carlisle.

Kidd stützt Nowitzki

Am Ende der regulären Spielzeit hätte der einzige All-Star seines Teams in einer fast identischen Situation schon für den Sieg sorgen können, sein Versuch sprang aber wieder aus dem Korb (514330DIASHOW: Die All-Stars 2012).

Die zweite Chance ließ er sich nicht entgehen. Seit der heftigen Kritik von Charles Barkley ("Seine Zeit ist vorbei") präsentiert sich der 33-Jährige in bestechender Form.

Schon vor der Partie hatte Jason Kidd in einem Radio-Interview Zweifel an seinem Teamkollegen zurückgewiesen: "Dirk ist noch lange nicht am Ende."

Schwerstarbeit für 33-Jährigen

Die Partie gegen die giftigen und körperlich starken Trail Blazers unterstrich diese Aussage, denn Nowitzki musste sich nicht nur mit zwei Verteidigern herumschlagen, sondern stand in der Abwehr gegen Aldridge auch ständig unter Druck.

Der All-Star der Gäste zeigte mit 33 Punkten und zwölf Rebounds eine herausragende Leistung, trotzdem hatte "Dirkules" am Ende noch genug Energie.

West dreht auf

Nach einem ausgesprochen schwachen Start hatte Aldridge die Gäste in der zweiten Hälfte wieder ins Spiel gebracht. Sein Treffer rettete die Blazers in die Verlängerung.

Nach einer von beiden Teams nervösen ersten Overtime wurde Backup-Guard Delonte West zu einer äußerst wichtigen Figur der Mavericks.

Sechs seiner insgesamt zehn Zähler erzielte der Neuzugang gleich zu Beginn der zweiten Verlängerung.

Tipp von Kidd

Nach Nowitzkis Treffer zwang er mit auslaufender Spielzeit Portlands Jamal Crawford (19 Zähler) zu einem unmöglichen Verzweiflungsdreier.

"Er war phänomenal. Er ist jederzeit bereit und ein 'Money Player'", sagte Carlisle, der den Neuzugang in den ersten fünf Extra-Minuten nur sechs Sekunden einsetzte.

"Jason Kidd sagte mir, ich solle aggressiv sein, weil sie sich auf Dirk konzentrieren würden. So konnte ich meinem Team einen Impuls geben", meinte West.

Portland bleibt Lieblingsgegner

Jason Terry steuerte für Dallas 19 Punkte bei. Auch Shawn Marion (14 Zähler, zwölf Rebounds) und Lamar Odom (10) punkteten zweistellig.

Die Mavs bleiben im Westen Vierter und halten Kontakt zur Spitze der Conference. Portland rutschte nach der 22. Pleite aus den vergangenen 29 Duellen mit den Texanern auf den achten Rang ab (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

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