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Manu Ginobili (r.) wurde 2008 zum besten sechsten Mann der Liga gewählt © getty

San Antonio setzt gegen die Nets seine Siegesserie fort. Knicks-Idol Lin schlägt wieder zu. Lawson glänzt als "Serienkiller".

Von Eric Böhm

München - Die San Antonio Spurs sind aktuell das heißeste Team der Liga.

Der viermalige Meister triumphierte bei den New Jersey Nets 103:89 (55:40) und holte sich damit den siebten Sieg in Folge - die längste Serie der NBA (516116DIASHOW: Die 7. Woche der NBA).

Außerdem feierte Manu Ginobili sein Comeback nach dem Handbruch vom 2. Januar. In 17 Minuten gelangen dem Argentinier acht Punkte sowie vier Assists.

"Ich bin sehr glücklich, nach fast 40 Tagen wieder dabei zu sein. Spielerisch und konditionell hänge ich zurück. Ich muss jetzt durch Spiele aufholen", schätze Ginobili realistisch ein.

Popovich sieht noch Schwächen

Coach Gregg Popovich war froh wieder auf seinen erfahrenen Guard zurückgreifen zu können, hatte aber auch umgehend die erste Manöverkritik parat.

"Die Hand macht ihm keine Probleme, aber die Stärke in den Beinen fehlt, speziell bei Distanzwürfen. Seine Drives zum Korb und Pässe waren sehr ordentlich", analysierte Coach "Pop".

Dem aktuell ausgezeichneten Rhythmus der Texaner schadete der 34-jährige Olympiasieger von 2004 jedenfalls nicht. Bereits zur Pause führte sein Team deutlich.

Nets-Serie geht weiter

Tim Duncan verbuchte mit 13 Zählern sowie zehn Rebounds sein neuntes Double-Double der Saison. Sixth Man Gary Neal markierte 18 Punkte.

Sieben Akteure erzielten mindestens acht Zähler. Ein 15:3-Lauf am Ende des dritten Viertels nahm New Jersey die Hoffnung auf einen Heimsieg, stattdessen setzte es die sechste Pleite hintereinander.

"Wir haben eigentlich ganz gut angefangen, aber als die Spurs anzogen, waren wir auf einmal 21 Punkte hinten", sagte Nets-Coach und Ex-Spurs-Spielmacher Avery Johnson.

Spurs halten Kontakt

Daran änderte auch All-Star Deron Williams (27 Punkte) nichts mehr.

"Gegen so ein Team darfst du nicht so hoch in Rückstand geraten. Denn das ist eine zu hohe Hürde. Sie ziehen dich in der Abwehr auseinander und bringen das Spiel nach Hause", ärgerte sich D-Will.

Die Spurs kämpfen sich immer näher an das Spitzenduo der Western Conference - Thunder und Clippers - heran (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

SPORT1 fasst das weitere Geschehen aus der NBA zusammen:

Minnesota Timberwolves - New York Knicks 98:100

Shooting-Star Jeremy Lin schlug beim 100:98 (54:62) über die Minnesota Timberwolves erneut zu.

Der Point Guard steckte eine schwache zweite Hälfte weg und traf Sekunden vor dem Ende den letztlich entscheidenden Freiwurf zum 99:98.

Insgesamt zeigte Lin mit 20 Punkten und acht Assists erneut eine gute Leistung, nach der Pause verfehlte er jedoch elf seiner zwölf Würfe.

"Es war ein furchtbares Spiel. Jeder war müde. Das ist das Schöne am Basketball und unserem Team. Wir haben nicht aufgegeben und den Auswärtssieg erkämpft", meinte der 23-Jährige.

Lob von D'Antoni

Landry Fields steuerte 19 Zähler zum fünften Knicks-Erfolg in Serie bei. Iman Shumpert gelangen 20 Punkte.

Ohne die Stars Carmelo Anthony (Leistenprobleme) und Amare Stoudemire (Todesfall in der Familie) läuft es plötzlich.

Als Minnesotas Rookie Ricky Rubio Lin praktisch abmeldete, sprang das Team seinem Spielmacher zur Seite. Scharfschütze Steve Novak schaffte 36 Sekunden vor Schluss per Dreier den 98:98-Ausgleich.

"Er war auch ziemlich müde, aber seine Führungsqualitäten sind einfach unverzichtbar. Deshalb können wir ihm auch nur wenige Pausen gönnen", lobte Trainer Mike D'Antoni.

Rubio sauer

Kevin Love lieferte zwar starke 32 Punkte und 21 Rebounds, vergab aber nach Lins Freiwurf mit der Schlusssirene den Dreier zum Sieg (SERVICE: Die Tagesbesten).

"Das ist eine bittere Niederlage. Ich habe zwei riesige Fehler gemacht. Daraus muss ich lernen", übte Rubio Selbstkritik. Ihm waren in der letzte Minuten zwei Ballverluste unterlaufen.

Indiana Pacers - Denver Nuggets 109:113

Ty Lawsons 27-Punkte-Gala beim 113:109 (60:60) gegen die Indiana Pacers beendete die fünf Spiele andauernde Negativserie der Denver Nuggets.

Der pfeilschnelle Point Guard sorgte fünf Minuten vor dem Ende per Korbleger für die vermeintlich komfortable 104:92-Führung.

Shooting Guard Arron Afflalo (23 Zähler) machte dem furiosen Endspurt der Pacers mit einem Dreier und zwei Freiwürfen ein Ende.

"Wir haben heute mehr investiert. Jetzt können wir an unserem freien Tag den Stress nach einem Sieg genießen - besser als der Stress nach einer Niederlage", freute sich Denvers Coach George Karl.

Pacers in der Krise

Sein Team verbesserte sich in der Western Conference auf Rang sechs. Indiana bleibt als Fünfter dennoch in der Spitzengruppe im Osten.

Die Tendenz zeigt allerdings nach unten. Vier der vergangenen fünf Partien gingen verloren. Danny Granger war mit 26 Punkten bester Schütze der Gäste.

"Ich bin enttäuscht. Wir haben ihre Schnelligkeit neutralisiert, aber die 20 Ballverluste haben uns das Spiel gekostet", ärgerte sich Trainer Frank Vogel.

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