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Rajon Rondo (r.) stand 2010 und 2011 jeweils im All-Defensive Team der NBA © getty

Der furiose Point Guard sichert Boston den Sieg im Topspiel gegen Primus Chicago. Dem MVP-Vertreter fehlen Glück und Hilfe.

Von Eric Böhm

München/Boston - Die Boston Celtics haben im Topspiel der Eastern Conference ein Ausrufezeichen gesetzt.

Der Rekordmeister schlug die Chicago Bulls 95:91 (48:43) und beendete die eigene Mini-Krise nach zuletzt zwei Niederlagen (516116DIASHOW: Die 7. Woche der NBA).

Der Spitzenreiter war ohne MVP Derrick Rose, der nach wie vor wegen Rückenproblemen aussetzen muss, zu stark eingeschränkt.

Die plötzlichen Freiräume nutzte Bostons Point Guard Rajon Rondo und lieferte mit 32 Punkten, 15 Assists sowie zehn Rebounds ein herausragendes Triple-Double ab.

"So wie wir heute gespielt haben, sind wir nur schwer zu stoppen. Mit uns ist im Osten immer noch zu rechnen", gab sich Paul Pierce nach Rondos Gala angriffslustig.

Bulls finden kein Mittel

Rondo entschädigte für den Ausfall des großen Spielmacher-Duells mit spektakulären Aktionen.

Scheinbar mühelos wirbelte er ein ums andere Mal durch die Abwehr der Gäste und schloss abgeklärt ab oder spielte einen Teamkollegen frei.

"Ich glaube, er wollte heute unbedingt gewinnen. Nach den zwei schwachen Spielen haben wir das gebraucht. Wir haben heute viel schneller gespielt", analysierte Celtics-Coach Doc Rivers.

Rose kritisiert

Rondo konnte nahezu seine gesamte Energie in den Angriff investieren, schließlich musste er nicht gegen den dynamischen Rose verteidigen.

Chicagos Schlüsselspieler, der zu Wochenbeginn in der Heimat einen Rückenspezialisten aufsuchen wird, litt auf der Bank mit dem bis dato besten Team der NBA.

"Wir waren heute nicht energisch genug. Das gilt für Abwehr und Angriff gleichermaßen. So kannst du hier nicht gewinnen", sagte der 23-Jährige.

D-Rose hofft so schnell wie möglich ins Team zurückkehren zu können: "Ich habe Schmerzen im unteren Rückenbereich. Ich habe mich nur noch durchgekämpft, nach den Matches wurde es jedes Mal schlimmer. Ich muss positiv denken und das Beste hoffen."

"Der beste Point Guard der Liga"

An diesem Abend hätte aber selbst Rose Schwierigkeiten gehabt, Rondo in den Schatten zu stellen.

Immer wieder lieferte er die Höhepunkte. Mitte des letzten Viertels brachte er den TD Garden mit zwei aufeinanderfolgenden Alley-Oop-Anspielen auf Rookie JaJuan Johnson (zwölf Zähler) und Chris Wilcox zum Kochen.

Die Bulls lagen über das gesamte Spiel hinweg im Hintertreffen, kamen aber kurz vor Schluss auf 88:91 heran, ehe Rondo von der Freiwurflinie alles klar machte.

"Er hat heute großartig gespielt. Das erwarten wir von ihm. Wenn er so auftritt, ist er der beste Point Guard in der Liga", lobte Johnson.

Watson verpasst zwei Möglichkeiten

Kevin Garnett steuerte 13 Zähler und zwölf Rebounds bei. All-Star Pierce (neun Punkte) konnte sich im Angriff zurückhalten.

"Ich wusste, sie würden nach den letzten beiden Spielen so stark auftrumpfen. Sie waren sehr aggressiv und holten sich mit leichten Punkten zu Beginn Selbstvertrauen", sah sich Chicagos Trainer Tom Thibodeau bestätigt.

Rose-Vertreter C.J. Watson (22 Zähler) war zwar einer von Chicagos besten Schützen, verpasste vor Rondos Freiwürfen innerhalb der letzten 30 Sekunden gleich zwei Chancen, um auf 90:91 zu verkürzen.

Serie gerissen

Carlos Boozer (22 Punkte) und Center Joakim Noah (16) zeigten ordentliche Leistungen. Der Rest des Teams enttäuschte. Flügelspieler Luol Deng verfehlte neun seiner zwölf Würfe.

"Wir haben ziemlich langsam angefangen und waren nicht ganz auf der Höhe. Einige leichte Fehler haben sich gerächt", ärgerte sich Watson.

Die Bulls verloren erstmals nach fünf Siegen in Folge und liegen nur noch knapp vor den Miami Heat. Boston bleibt Siebter (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

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