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LeBron James war 2008 zum einzigen Mal Scoring-Champion der NBA © getty

Miamis Triumvirat überrennt die Hawks. James tönt. Bryant und ein Blackout retten die Lakers. Bei Memphis "brechen alle Dämme".

Von Eric Böhm

München - Die Miami Heat können sich auf ihre "Big Three" verlassen.

Der Vize-Meister feierte mit 107:87 (63:41) einen mühelosen Auswärtserfolg bei den Atlanta Hawks (516116DIASHOW: Die 7. Woche der NBA).

Wieder einmal waren LeBron James (23 Punkte, 13 Rebounds), Dwyane Wade (21 Zähler) sowie Chris Bosh - er stellte mit 16 Rebounds eine Saisonbestmarke auf - die besten Akteure der Gäste.

"Es geht eigentlich nicht besser. Wenn wir unsere Leistung abrufen, können wir jeden schlagen. Dazu gehört auch die schmutzige Arbeit in der Abwehr", tönte James.

Einseitige Partie

Das Spitzenspiel der Southeast Division hatte den Namen nicht verdient, denn den schläfrigen Hawks blieb von Anfang an nicht die Spur einer Chance.

In den ersten beiden Saisonduellen hatte das noch ganz anders ausgesehen. Anfang Januar gewann Atlanta in Miami, drei Tage später siegten die Heat nach dreifacher Verlängerung.

Entsprechend giftig gingen die Gäste in die Partie und ließen den Hawks kaum Luft zum Atmen.

"Sie waren sehr aggressiv. Wir haben uns dadurch zu Sprungwürfen verleiten lassen, statt den Weg in die Zone zu suchen", analysierte Coach Larry Drew.

Johnson ist sauer

Der klare Rebound-Vorteil (52:38), nur neun Ballverluste und Atlantas miserable Wurfquote von 38,9 Prozent machen die Überlegenheit von "Miami Thrice" deutlich.

Die Gastgeber verloren mittlerweile vier der vergangenen fünf Heimspiele mit durchschnittlich 15 Punkten Unterschied.

"Es kam mir so vor, als hatten sie den stärkeren Willen. Wir behaupten vor jedem Spiel, dass wir bereit sind, und dann vergessen wir einfach unseren Plan. Das tut weh", sprach All-Star Joe Johnson Klartext.

Heat weiter in Topform

Neben dem Guard (12) kam nur Backup Willie Green (17) auf eine zweistellige Punktausbeute.

Miami gewann dagegen zehn der vergangenen zwölf Partien und brachte bei einer Führung von 32 Zählern schon früh die Reservisten ins Spiel.

Die Heat bleiben im Osten Spitzenreiter Chicago auf den Fersen. Atlanta ist noch Vierter (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

SPORT1 fasst das weitere Geschehen aus der NBA zusammen:

Toronto Raptors - Los Angeles Lakers 92:94

Die Los Angeles Lakers haben bei ihrem denkbar knappen 94:92 (54:46) in Toronto den Kopf gerade noch aus der Schling gezogen.

Nach einem zwischenzeitlichen 18-Punkte-Vorsprung, lagen knapp zwei Minuten vor dem Ende plötzlich die Raptors 90:86 in Front.

Dann kam jedoch Kobe Bryants großer Auftritt. Der Superstar (27 Punkte) verkürzte zunächst mit einem Dreier und brachte L.A. vier Sekunden vor dem Ende die 93:92-Führung.

"Ich habe den freien Raum an der Grundlinie bemerkt und wusste, ich müsste nur DeRozan abschütteln und abziehen", beschrieb Bryant den Siegtreffer.

Butler patzt

Kurz danach leisteten sich die Raptors in Person von Rasual Butler allerdings einen peinlichen Blackout.

Anstatt eines Buzzer-Beaters zum möglichen Sieg, schaffte es der Flügelspieler innerhalb von fünf Sekunden nicht, den Ball einzuwerfen. Der Ballverlust raubte ihnen alle Chancen.

"Ich habe ihn (Schiedsrichter Scott Foster, Anm. der Red.) gebeten, laut zu zählen. Als er bei vier war, wollte ich eine Auszeit nehmen, aber er meinte, es wären fünf Sekunden", entschuldigte sich Butler.

Der 32-Jährige hatte bis dahin keine Minute gespielt, aber Coach Dwane Casey - ehemaliger Assistent bei den Dallas Mavericks - brachte ihn weil er sein "bester Einwerfer" sei.

Brown: Mit Bryant ist alles möglich

DeMar DeRozan Verzweiflungsdreier nach einem Freiwurf durch Bryant ging mit der Schlusssirene weit vorbei.

So verschwendete das Team die persönliche Bestleistung von Spielmacher Jose Calderon, der 30 Punkte markierte.

"Es war ein enges Spiel. Wenn du einen Spieler wie Kobe hast, gibt es immer eine Chance. Seine beiden Treffer haben den Unterschied gemacht", sagte Lakers-Cheftrainer Mike Brown.

Pau Gasol bestätigte mit 16 Zählern und 17 Rebounds seine starke Form (SERVICE: Die Tagesbesten). Die Lakers rückten im Westen auf den sechsten Platz vor und liegen knapp hinter den viertplatzierten Mavericks.

Memphis Grizzlies - Utah Jazz 98:88

Die Utah Jazz beendeten durch den 98:88 (46:40)-Erfolg bei den Memphis Grizzlies ihre drei Spiele andauernde Niederlagenserie.

Center Al Jefferson sammelte 21 Punkte sowie 15 Rebounds. Gordon Hayward markierte 23 Zähler.

Utah ging mit einer knappen Führung in den Schlussabschnitt, traf dann aber zwölf von 16 Würfen aus dem Feld, da konnte Memphis nicht mithalten.

"Die Abwehr hilft unserem Angriff. Je weniger Körbe wir hinten zulassen, desto mehr kommen wir ins Laufen und müssen nicht immer gegen eine gut stehende Verteidigung ankämpfen", erklärte Hayward.

"Da brachen alle Dämme"

Zwei vergebene Freiwürfe und ein leichtfertig verspielter Schnellangriff brachten die Grizzlies sieben Minuten vor Schluss völlig aus dem Rhythmus.

"Da brachen alle Dämme und die Flut begrub uns. Wir haben nicht mehr verteidigt und vorne nichts mehr hinbekommen", meinte Trainer Lionel Hollins.

Rudy Gay (22 Punkte) war bester Grizzlies-Schütze. Auch die Rückkehr von Tony Allen, er verpasste drei Spiele mit Hüftproblemen, brachte keinen entscheidenden Impuls.

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