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Dirk Nowitzki (r.) wurde 1998 von Milwaukee an der neunten Stelle gedraftet © getty

Mit seinen beeindruckenden Leistungen meldet sich Dirk Nowitzki in der Riege der Topstars zurück. Kidd kanzelt die Kritiker ab.

Von Eric Böhm

München - Profisport ist ein schnelllebiges Geschäft, da macht die NBA keine Ausnahme.

Vor zwei Wochen wurde noch über das baldige Karriereende Dirk Nowitzkis spekuliert. Keine Beweglichkeit, Knieprobleme und ein mentales Loch waren nur einige der vermuteten Ursachen für den Leistungseinbruch des jahrelang unzerstörbar scheinenden "Dirkules".

Eine Handvoll bärenstarker Auftritte und die elfte All-Star-Nominierung in Folge vertrieben die Befürchtungen und sorgten für die wundersame Auferstehung des Pflegefalls (514330DIASHOW: Die All-Stars 2012).

"Ich habe in dieser Saison nicht meine beste Leistung abgerufen und hatte gesundheitliche Probleme. Es war ein harter Weg zurück zu vollständiger Fitness. Jetzt fühle ich mich richtig gut", kommentierte Nowitzki seine jüngsten starken Auftritte.

Nowitzki weckt Erinnerungen

Gegen Portland (Bericht) erweckte der 33-jährige Kapitän der Dallas Mavericks sogar Erinnerungen an die magischen Playoffs 2011.

Mit einem typischen Sprungwurf im Rückwärtsfallen stellte er in der zweiten Verlängerung den Sieg im Duell mit dem damaligen Erstrundengegner sicher (516116DIASHOW: Die 7. Woche der NBA).

"Das war der typische Nowitzki-Wurf. Einen Verteidiger direkt vor der Nase, extrem wenig Platz, hohe Flugkurve, trotzdem geht er rein", beschrieb Coach Rick Carlisle die entscheidende Szene.

"Jetzt ist er wieder der Alte"

Am Ende der regulären Spielzeit hatte er eine ähnliche Gelegenheit noch ausgelassen. "Zwei Chancen kannst du mir nicht geben", betonte Nowitzki.

Diese kleine Aussage macht deutlich, dass sowohl der so typische Erfolgshunger als auch das unerschütterliche Selbstvertrauen zum Ausnahmespieler der Mavericks zurückgekehrt sind.

In den vergangenen fünf Spielen sammelte er durchschnittlich 26,4 Punkte und 7,4 Rebounds pro Partie. Gemeinsam mit einer Wurfquote von knapp 55 Prozent sind das wieder Nowitzki-würdige Zahlen.

"Dirk ist ein unfassbar harter Arbeiter. Die Trainingswoche ohne Spiele hat er optimal genutzt und ist jetzt wieder der Alte", sah sich Carlisle bestätigt.

Kidd liefert Unterstützung

Dabei fällt auf, dass die deutliche Verbesserung in Nowitzkis Spiel nicht unmittelbar nach der ungewöhnlichen Maßnahme der Verantwortlichen Ende Januar einsetzte.

Erst die harsche Kritik Charles Barkleys ("Seine Zeit ist vorbei") und anderer Analysten schien dem MVP von 2007 den letzten Motivationsschub zu geben (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

"Dirk ist noch lange nicht am Ende. Die vielen Spiele und die Verletzungsprobleme haben uns allen zu schaffen gemacht. Solche voreilige Behauptungen sind lächerlich", brach Jason Kidd eine Lanze für seinen Teamkollegen.

Viele Unwägbarkeiten

Überraschend an Nowitzkis Schwächephase zum Saisonstart war eigentlich nur, dass sie so schnell wieder vorbei ist.

Schließlich hätte niemand das fast schon unmenschliche Niveau aus den Playoffs 2011 über einen längeren Zeitraum halten können - damals trieb Nowitzki sein Team trotz Fieber und Sehnenriss im Finger zur ersten Meisterschaft.

Dadurch fiel eine ungeheure Last von dem Musterprofi ab. Dazu kam das EM-Desaster nach viel zu kurzer Auszeit, die Lockout-Misere der NBA, die Mini-Vorbereitung vor Weihnachten und der extrem komprimierte Spielplan.

All diese Faktoren mussten zwangsläufig zu einem Abfall führen - ganz zu schweigen von der körperlichen Belastung mit bereits 13 aufreibenden NBA-Jahren auf dem Buckel.

"Haben uns stabilisiert"

In Rekordzeit streifte Nowitzki diese Unwägbarkeiten ab und gab den Kritikern seine eindrucksvolle Antwort auf dem Parkett. Er zog wieder aggressiv zum Korb, holte Freiwürfe heraus und steigerte seine Rebound-Quote.

Auch die butterweichen Würfe fanden wieder wie gewohnt ihr Ziel. Gegen die aufstrebenden Los Angeles Clippers bestätigte "Big D" seinen Aufwärtstrend.

"Es liegt noch ein langer Weg vor mir und dem Team, aber wir haben uns stabilisiert", verspricht Nowitzki eine weitere Steigerung des Titelverteidigers.

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