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Dirk Nowitzki (l.) nimmt 2012 zum elften Mal in Folge am All-Star Game teil © getty

Dirkules führt Dallas gegen die Clippers zum vierten Sieg in Serie. Blake Griffin patzt. Ein Ex-Maverick holt sich seinen Ring.

Von Eric Böhm

München/Dallas - Die Dallas Mavericks haben ihre ausgezeichnete Form bestätigt.

Gegen die aufstrebenden Los Angeles Clippers gewann Dirk Nowitzkis Meistermannschaft 96:92 (55:47) und holte sich den vierten Sieg in Folge (519003DIASHOW: Die 8. Woche der NBA).

Nowitzki stellte dabei vor allem in der Endphase Dunking-König Blake Griffin in den Schatten. Elf seiner 22 Punkte markierte der 33-Jährige innerhalb der letzten sechs Minuten.

"Er ist der klassische Fall eines großartigen Spielers. Ich habe drei Jahre mit Larry Bird gespielt, der manchmal nur zwei von 13 Würfen traf, aber dann die letzten drei versenkte. Dirk ist genauso", lobte Coach Rick Carlisle.

Nowitzki unzufrieden

Dabei verfehlte Nowitzki innerhalb der letzten zwölf Minuten fünf seiner sieben Versuche, holte aber sieben Freiwürfe heraus - ein weiteres Zeichen seines Aufwärtstrends.

"Ich hatte einige gute Möglichkeiten, die muss ich verwandeln", haderte der Finals-MVP von 2011 noch ein wenig mit sich - der wichtigste Wurf saß aber.

Ein Korbleger von Kenyon Martin hatte die Gäste eine Minute vor Schluss auf 89:90 herangebracht, ehe Nowitzki vom rechten Flügel einen unwiderstehlichen Treffer landete.

Alles läuft über "Dirkules"

Nach einem Steal des gut aufgelegten Shawn Marion (16 Zähler) machte der Würzburger von der Freiwurflinie den Sack beim Stand von 94:89 fast schon zu.

All-Star Chris Paul verkürzte per Dreier zwar noch einmal, aber der Titelverteidiger brachte die spannende Partie über die Zeit (514330DIASHOW: Die All-Stars 2012).

Ein 7:0-Lauf hatte den Mavericks knapp fünf Minuten vor Schluss eine knappe Führung gebracht, nachdem die Clippers das dritte Viertel dominiert hatten.

Nowitzki war in den Schlussminuten an nahezu jeder entscheidenden Aktion beteiligt, unter anderem fing er einen Pass auf Griffin ab und traf zum 90:84.

Griffin wackelt

Dem Jungstar der Clippers (20 Zähler) versagten zudem die Nerven an der Linie. Er verpasste in der Endphase fünf Freiwürfe in Folge.

"Zuletzt hatte er eigentlich einen sehr guten Wurfrhythmus. Ich war überrascht, dass sie ihn gefoult haben. Es war einer dieser Abende", rätselte Vinny Del Negro, der Trainer der Kalifornier.

Haywood: Bei uns gibt es keine Show

Zum zehnten Heimsieg über die Clippers in Folge steuerten Jason Terry, Vince Carter und Brendan Haywood (alle 10) zweistellige Punktausbeuten bei.

Alle Beteiligten der Mavs hoben jedoch die starke Abwehrleistung im letzten Viertel heraus. Sie gestatteten L.A. nur eine Wurfquote von 33 Prozent und forcierten sieben Ballverluste.

Griffin und Co. hatten zudem große Schwierigkeiten, ihre spektakulären Dunkings zu zeigen. Die Gastgeber agierten in der eigenen Zone sehr aufmerksam.

"Das liegt uns besonders am Herzen. Auf unserem Feld gibt es keine Show. Wenn so ein Team hierher kommt, wollen wir es ihnen extra schwer machen, zum Korb zu ziehen", betonte Center Haywood.

Carlisle lobt Paul

So waren die Clippers mehr auf ihr Flügelspiel und die Guards angewiesen. Chris Paul kam auf 16 Punkte sowie neun Assists.

"Er ist der beste Spielmacher im Basketball. Da gibt es für mich überhaupt keinen Zweifel", sagte Carlisle.

Butler im Mittelpunkt

Ex-Maverick Caron Butler gelang gegen sein altes Team mit 23 Zählern eine Saisonbestmarke. Außerdem bekam er vor dem Spiel seinen Meisterschaftsring (511261DIASHOW: Die Mavericks bekommen ihre Meisterringe).

"Es war emotionaler als ich gedacht hätte", meinte der Forward, der aufgrund einer schweren Knieverletzung den Playoff-Lauf der Mavericks verpasst hatte.

Beinahe hätte er seinen alten Kollegen den fast schon sicheren Sieg noch entrissen. Nach Pauls Anschlusstreffer verfehlte Butler 4,5 Sekunden vor der Sirene einen Dreier zum 95:94 aus Sicht der Gäste.

"Er hatte sich eigentlich gut angefühlt. Er war zu kurz. Das wäre ein fantastisches Ende für mich gewesen", erklärte der 31-Jährige.

Dallas rückt an Clippers ran

Die Mavericks waren natürlich froh, dass es anders kam und verteidigten ihre beeindruckende Serie. Mit Nowitzki gab es seit 2003 keine Heimpleite gegen das zweite NBA-Team aus Los Angeles.

Dallas bleibt in der Western Conference Vierter, machte aber Boden auf die direkt davor platzierten Clippers gut (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

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