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LeBron James führte die USA 2008 in Peking zum Olympiasieg © getty

LeBron James und Dwyane Wade bescheren Miami endlich einen Sieg gegen Milwaukee. Chris Kaman empfiehlt sich mit einer Gala.

Von Eric Böhm

München - Aller guten Dinge sind auch für die Miami Heat drei.

Der amtierende Meister der Eastern Conference schlug im dritten Versuch in dieser Saison erstmals die Milwaukee Bucks mit 114:96 (55:50).

LeBron James war nicht nur dank seiner 35 Punkte der herausragende Akteur auf dem Parkett (SERVICE: Die Tagesbesten). Er schnappte sich auch acht Rebounds und verfehlte nur fünf seiner 21 Würfe (519003DIASHOW: Die 8. Woche der NBA).

"Wir hatten die Spiele natürlich noch im Kopf. Sie haben uns zweimal ziemlich problemlos geschlagen. Sie haben uns über jedes Viertel im Angriff unter unserem Durchschnitt gehalten. Das wollten wir gerade rücken", bestätigte James die Extra-Motivation.

"Haben Spieß umgedreht"

Es wäre für die Bucks der erste Saison-Sweep gegen Miami seit 1991 gewesen. Denn in der regulären Saison treffen beide Teams nicht noch einmal aufeinander.

Bei einem Sieg im Januar hatten die Bucks noch einen Rückstand von 18 Zählern aufgeholt. Diesmal erzielte James allein im dritten Viertel 16 Punkte, damit half er den Heat, sich entscheidend abzusetzen.

"Ich weiß noch, was im dritten Viertel passierte, als wir zuletzt hier waren. Heute haben wir den Spieß umgedreht und sie unter Druck gesetzt", freute sich LBJ.

Startrekord für Heat

Dwyane Wade markierte 22 Punkte. Chris Bosh kam nur auf acht Zähler, aber Point Guard Mario Chalmers (13) sprang in die Bresche.

Die Heat komplettierten ihren besten Saisonstart seit 2004/2005. 22 Siege aus 29 Spielen feierte Miami bis dato neben 2004/2005 nur 1996/1997.

"LeBron hat unsere Defense durcheinandergewirbelt. Er hat einige richtig schwere Würfe getroffen und kam immer wieder zum Korb. Diesmal haben sie nicht einfach nur von außen geworfen", analysierte Milwaukees Brandon Jennings.

Miami bleibt Bulls auf den Fersen

Carlos Delfino sammelte 24 Zähler für die Bucks. Abgesehen von dem Argentinier versenkten die Starter der Gastgeber nur elf ihrer 36 Versuche aus dem Feld.

Die Heat sind hauchdünn hinter Chicago nach wie vor Zweiter der Eastern Conference. Milwaukee rangiert auf Platz neun (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

"Wir spielen momentan einfach sehr gut. Es geht nicht nur um einen Spieler. Wir sin ein sehr gutes Team mit einem guten Rhythmus", meinte James.

SPORT1 fasst das weitere Geschehen aus der NBA zusammen:

New Orleans Hornets - Utah Jazz 86:80

Der eigentlich schon ausgemusterte Chris Kaman führte die New Orleans Hornets mit einer überragenden Vorstellung zum 86:80 (41:36) gegen die Utah Jazz.

Dem deutschen Nationalspieler, der weiterhin abgegeben werden soll, gelangen trotz Knöchelproblemen 27 Punkte (Saisonbestleistung) sowie 13 Rebounds.

In seinem erst siebten Start der Saison beendete er fast im Alleingang die acht Spiele andauernde Negativserie der Hornets und empfahl sich bei anderen Klubs.

"Ich weiß, was ich kann. Ich versuche, positiv zu bleiben und das Beste aus der Situation zu machen", sagte der Center, der für Emeka Okafor (Knieverletzung) in der ersten Fünf stand.

Corbin enttäuscht

Die Hornets führten zwischenzeitlich schon mit 20 Punkten, ehe Utah sich herankämpfte. Kaman stellte mit seinem Freiwurf zum 84:80 den langersehnten Sieg sicher.

Für die Jazz verbuchte Center Al Jefferson 14 Zähler und zwölf Rebounds. Coach Tyrone Corbin ließ nach einem desaströsen dritten Viertel fast nur Reservisten bis zum Ende durchspielen und wäre um ein Haar belohnt worden.

"Wir haben von Anfang an ganz schwach gespielt. Die Ballverluste taten richtig weh. Wir haben heute einen Schritt zurück gemacht", ärgerte sich Corbin.

Charlotte Bobcats - Philadelphia 76ers 89:98

Die Philadelphia 76ers fügten den Charlotte Bobcats beim 98:89 (55:45) die 15. Niederlage in Folge zu.

Sixth Man Lou Williams (23 Punkte) war einmal mehr ihr bester Werfer. Er könnte der erste Spieler seit Dell Curry Mitte der 90er Jahre werden, der zum Topscorer seines Teams wird, ohne auch nur einen Start absolviert zu haben.

"Wir sagen immer, bei uns spielt jeder eine Hauptrolle. Ich bin aktuell sehr zufrieden und genieße eines meiner besseren Jahre", meinte der Point Guard.

Lob für Walker

Die Sixers - das Überraschungsteam verteidigte im Osten Rang drei - bewiesen in der Schlussphase ihren Killerinstinkt. Ein Dreier von Williams beendete einen Lauf der Bobcats und leitete Philadelphias 18:10-Endspurt ein.

Auch Kemba Walkers 21 Zähler halfen nicht, die schwärzeste Serie der Klubgeschichte zu durchbrechen.

"Es ist kein Wunder, dass Michael Jordan diesen Kerl liebt. Er zieht furchtlos zum Korb", lobte 76ers-Trainer Doug Collins Charlottes Rookie-Guard.

Walker zog das Positive aus dem beinahe vollendeten Comeback: "Wir haben uns heute gegenseitig vertraut. Das war nicht immer so. So kommen wir da raus."

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