vergrößernverkleinern
Kevin Durant (M.) wurde bei der WM 2010 zum wertvollsten Spieler gewählt © getty

Der Spitzenreiter im Westen kassiert in Houston eine bittere Pleite. "Durantula" versagen die Nerven. Lins Märchen geht weiter.

Von Eric Böhm

München - Die Houston Rockets haben einen Überraschungssieg gelandet.

Die Texaner schlugen die Oklahoma City Thunder vor heimischer Kulisse 96:95 (45:44) und brachten dem Spitzenreiter der Western Conference erst die siebte Saisonniederlage bei (519003DIASHOW: Die 8. Woche der NBA).

Kevin Martin meldete sich nach seiner Nullnummer gegen Memphis mit 32 Punkten eindrucksvoll zurück. Ihm gelangen 23 Sekunden vor Schluss auch die letztlich entscheidenden Freiwürfe.

"Ich habe ihm vor dem Spiel gesagt, dass wir ihn besser einsetzen müssen, aber er muss auch mehr arbeiten, um sich freizulaufen. Das hat er beherzigt", erklärte Coach Kevin McHale.

Streitigkeiten beigelegt

Der frühere Spieler der Boston Celtics hatte seinen Topscorer gegen die Grizzlies in der zweiten Hälfte auf der Bank schmoren lassen, so unterlief Martin erstmals seit sechs Jahren eine Partie ohne Punkte.

Die Meinungsverschiedenheit ist aber inzwischen wieder ausgeräumt. "Was NBA-Basketball angeht, ist er etwas schlauer als ich. Wir hatten ein gutes Gespräch. Das war wichtig", sagte der Shooting Guard.

Durant scheitert dreimal

In der verrückten Partie hatten beide Teams in der ersten Hälfte jeweils ein Viertel dominiert, ehe sich im dritten Spielabschnitt ein echter Shootout entwickelte.

Die Führung wechselte ständig. Die Kontrahenten erzielten insgesamt 59 Punkte. Es blieb bis zum Schluss spannend.

Thunder-Topscorer Kevin Durant (33 Zähler) hatte nach Martins Freiwürfen innerhalb der letzten 16 Sekunden drei Chancen zur Führung, vergab aber jeweils.

"Ich bekam die Würfe, die ich wollte. Aber niemand kann erwarten, dass du am Ende jeden Wurf triffst. Sonst ist Versagen vorprogrammiert", meinte "Durantula".

Heißes Duell

In der hitzigen Atmosphäre kassierten Oklahomas Kendrick Perkins und Rockets-Spielmacher Kyle Lowry jeweils technische Fouls für zwei verschiedene Rangeleien.

Bei den Thunder sammelten neben Durant wie so oft nur Russell Westbrook (26) und James (17) mehr als acht Punkte.

"Wir haben Martin nie in den Griff bekommen. Er hat uns aggressiv unter Druck gesetzt. Darauf fanden wir keine Antwort", analysierte Gäste-Coach Scott Brooks.

Sein Team bleibt trotzdem das Spitzenteam im Westen. Die Rockets verbesserten sich auf Rang sechs (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

SPORT1 fasst das weitere Geschehen aus der NBA zusammen:

New York Knicks - Sacramento Kings 100:85

Das Märchen um Jeremy Lin und die New York Knicks geht unaufhaltsam weiter.

Beim 100:85 (54:36) gegen die Sacramento Kings markierte der Shooting Star zwar nur zehn Punkte, schaffte mit 13 Assists jedoch eine weitere Bestmarke seiner noch jungen Karriere (SERVICE: Die Tagesbesten).

"Für einen Point Guard hatte ich zuletzt viele Würfe. Das ist nicht unbedingt gut für das Team. Ich muss den Ball besser verteilen. Das ging heute sehr gut", gab sich der 23-Jährige bescheiden.

Knicks ausgeglichen

Einen Tag zuvor (Bericht) hatte er Shaquille O'Neal den Rekord für Punkte in den ersten fünf Starts abgejagt, diesmal führte Lin gekonnt Regie (519368DIASHOW: Lins Traumstart).

Landry Fields steuerte zum siebten Erfolg der New Yorker in Serie 15 Zähler sowie zehn Rebounds bei. Zum ersten Mal seit 2009 lieferten sieben Knicks zweistellige Ausbeuten.

Spaß mit Anthony

Außerdem munterte Lin noch den verletzten Carmelo Anthony (Leistenprobleme) auf. "Wir hatten auf der Bank Spaß und haben darüber geredet, wie toll es wird, wenn er zurückkommt", erklärte das Phänomen.

So wie die Knicks aktuell auftrumpfen, kann sich "Melo" in Ruhe auskurieren. Zum ersten Mal seit Mitte Januar weist das Team wieder eine ausgeglichene Bilanz auf.

Bereits zur Pause war der Sieg eingefahren. Anthony könnte in der Nacht auf Samstag gegen New Orleans (ab 2 Uhr LIVESCORES) zurückkehren. Am Sonntag kommen dann Dirk Nowitzkis Dallas Mavericks in den Madison Square Garden (ab 19 Uhr LIVESCORES).

Evans verzweifelt

Für Sacramento, das erstmals nach vier Siegen im "Big Apple" wieder verlor, verbuchte Tyreke Evans 19 Punkte.

"Wir wollten es Lin schwer machen, aber er hatte die Fäden in der Hand. Die anderen Jungs schienen, alles zu treffen", haderte der Kings-Spielmacher.

Boston Celtics - Detroit Pistons 88:98

Die ersatzgeschwächten Boston Celtics verloren trotz 35 Punkten von Rajon Rondo gegen die Detroit Pistons 88:98 (49:47).

Ohne Kevin Garnett (Hüftprobleme) fehlte Rondo die Unterstützung. All-Star Paul Pierce und Ray Allen verfehlten gemeinsam zwölf ihrer 16 Würfe.

"Es ist sehr enttäuschend. Ich bin sehr überrascht, dass wir so inkonstant auftreten. Vielleicht brauchen wir eine lange Auswärtsreise, um wieder unseren Weg zu finden", sagte Kapitän Pierce.

In 19 Heimspielen gab es bis dato schon acht Niederlagen. 14 der nächsten 19 Partien finden in fremden Hallen statt.

Gordon stark in neuer Rolle

Ben Gordons drei Dreier in den ersten Minuten des letzten Viertels verschafften den Gästen einen 87:76-Vorsprung. Näher als auf neun Zähler kam der Rekordmeister nicht mehr heran.

Rodney Stuckey war mit 25 Punkten Detroits bester Schütze. Gordon erzielte in neuer Rolle von der Bank 22 Zähler. Die Pistons feierten den fünften Sieg aus den vergangenen sieben Partien.

"Ich glaube, es ist ein Vorteil für uns. Wenn Ben von der Bank kommt, übernimmt er die Regie. So lange es funktioniert, bleiben wir dabei", meinte Pistons-Trainer Lawrence Frank. Die Gäste sind im Osten jetzt Elfter. Boston steht nur auf Rang sieben.

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel