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Carlos Boozer nahm 2007 und 2008 am All-Star Game teil © getty

Chicago verteidigt die Spitze und bremst D-Rose. Indiana beendet die Pleitenserie. Die Clippers gewinnen eine Abwehrschlacht.

Von Eric Böhm

München - Die Chicago Bulls sind auch ohne MVP Derrick Rose für jeden Gegner eine harte Nuss.

Der sechsmalige Meister schlug die Boston Celtics 89:80 (44:35) und bleibt weiterhin das beste Team der Eastern Conference (519003DIASHOW: Die 8. Woche der NBA).

Point Guard Rose plagt sich nach wie vor mit Rückenproblemen herum. Er wurde erneut von C.J. Watson (elf Punkte, drei Assists) vertreten.

"Ich glaube, wir haben alle genug Vertrauen in unsere Fähigkeiten, aber wir wissen, dass wir ohne ihn unsere Saisonziele nicht erreichen können", betonte Center Joakim Noah.

Rose fühlt sich "sehr viel besser"

D-Rose absolviert derzeit ein Reha-Programm und verpasste sein viertes Spiel hintereinander, selbst ein Comeback vor beziehungsweise beim All-Star Game in Orlando (26. Februar) scheint fraglich.

Beim Abschlusstraining nahm der 23-Jährige einige Freiwürfe und fühlte sich laut Coach Tom Thibodeau "sehr viel besser". Trotzdem gehen die Bulls kein Risiko ein.

"Er will unbedingt wieder spielen. Ich sage ihm, er soll jetzt clever sein. Wir brauchen ihn später dringend", erzählte Luol Deng.

Starkes Duo

Kurzfristig fängt Chicago den Ausfall seines Stars und des Veteranen Rip Hamilton (Oberschenkelverletzung) erstaunlich gut auf.

Die beiden Forwards Deng und Carlos Boozer waren mit jeweils 23 Zählern die auffälligsten Akteure der Bulls.

"Es lief wirklich sehr gut. Wir haben gewohnt stark verteidigt. Ich hatte bei meinen Würfen einen guten Rhythmus", meinte Deng, der auch noch zehn Assists lieferte.

Boozer krönt Lauf

Nach einem schwachen Start setzte sich seine Mannschaft vom Rekordmeister ab, verspielte nach der Pause aber einen Vorsprung von 16 Punkten.

Die Celtics kämpften sich zu Beginn des letzten Viertels auf 60:61 heran und glichen wenig später sogar zum 69:69 aus, ehe Chicago durch einen 12:0-Zwischenspurt konterte.

Boozer krönte den Lauf mit zwei Layups. Ihm gelangen zudem 15 Rebounds. Noah steuerte 15 Punkte sowie 16 Rebounds bei.

"Wir waren im ersten Viertel nicht aggressiv genug. Dann wurden wir zwar besser, aber sie haben gut verteidigt und haben uns bis zum Schluss gefordert", analysierte Thibodeau.

Garnett wieder zurück

Celtics-Forward Kevin Garnett meldete sich nach seinen Hüftproblemen eindrucksvoll zurück - ihm gelangen 18 Zähler und zehn Rebounds.

Die Wurfschwächen von All-Star Paul Pierce und Ray Allen setzten sich jedoch fort. Die Routiniers verfehlten 19 ihrer 29 Versuche aus dem Feld.

"Das vierte Viertel war immer unsere Zeit. Da haben wir die Spiele rumgerissen. Momentan klappt das einfach nicht. Das muss sich dringend ändern", forderte Allen.

Boston kassierte im 29. Saisonspiel bereits die 14. Niederlage und hängt im Osten auf Rang sieben fest (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

SPORT1 fasst das weitere Geschehen aus der NBA zusammen:

Indiana Pacers - New Jersey Nets 93:88

Die Indiana Pacers beendeten ihre fünf Spiele andauernde Negativserie durch ein 93:88 (50:50) gegen die New Jersey Nets.

Beim Comeback nach Sprunggelenksproblemen zeigte ihr bester Scorer Danny Granger mit 32 Punkten eine fantastische Leistung (SERVICE: Die Tagesbesten).

In der Partie gegen das Kellerkind war die Verunsicherung der Pacers förmlich greifbar. Sie taten sich extrem schwer und konnten sich nicht absetzen, bis Granger einen späten 9:2-Lauf zum 78:71 anführte.

"Es waren viel Eis und Medikamente nötig, aber ich wusste, dass ich heute spielen musste. Diese Serie durfte nicht weitergehen", sagte der Flügelspieler.

Nets im freien Fall

All-Star-Center Roy Hibbert (13 Zähler, elf Rebounds) verbuchte ein Double-Double. Bei den Nets zeigten Kris Humphries (24 Punkte, zehn Rebounds) und Deron Williams (29 Zähler) starke Leistungen (514330DIASHOW: die All-Stars 2012).

Indiana bleibt in der Eastern Conference Sechster. Die Nets sind nach der achten Niederlage in Folge das drittschlechteste Team im Osten.

Portland Trail Blazers - Los Angeles Clippers 71:74

Die Los Angeles Clippers gewannen eine echte Abwehrschlacht bei den Portland Trail Blazers mit 74:71 (32:43).

Dank eines unfassbar starken Schlussabschnitts (22:11) machten die Kalifornier aus einem 52:60-Rückstand noch ihren achten Auswärtserfolg der Saison.

Knapp vier Minuten vor Schluss leitete Mo Williams per Dreier den entscheidenden 10:5-Lauf ein.

Der Spielmacher setzte 18 Sekunden vor dem Ende auch die Freiwürfe zum 74:71. Kurz danach vergab Wesley Matthews die Ausgleichschance der Trail Blazers.

Giftiges Duell

Neben Williams (17 Punkte) überzeugte auch Jungstar Blake Griffin (21 Zähler, 14 Rebounds). Der einzige weitere Clipper mit zweistelliger Ausbeute war Chris Paul (13).

Beide Teams blieben in der giftigen Partie - es gab drei technische Fouls - bei einer Wurfquote von unter 39 Prozent und leisteten sich jeweils 17 Ballverluste.

Für Portland waren Nicolas Batum und Jamal Crawford (jeweils 19 Punkte) in Abwesenheit von LaMarcus Aldridge (Verletzung am Sprunggelenk) die bester Werfer.

Die Clippers stehen in der Western Conference weiter auf Rang drei. Die Gastgeber fielen auf den neunten Platz zurück.

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