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Dirk Nowitzki (l.) wurde kürzlich zu Europas Basketballer des Jahres 2011 gewählt © getty

Der Kapitän der Mavericks markiert in der zweiten Hälfte 24 Punkte - so viele wie Phillys gesamtes Team. Routine entscheidet.

Von Eric Böhm

München/Philadelphia - Dirk Nowitzki hat wieder einmal seine herausragende Klasse unter Beweis gestellt.

Der Kapitän der Dallas Mavericks führte sein Team durch ein 82:75 (37:51) bei den Philadelphia 76ers zum sechsten Erfolg hintereinander (519003DIASHOW: Die 8. Woche der NBA).

Dabei lieferte Nowitzki mit 24 Punkten nach der Pause eine herausragende Vorstellung ab. Die komplette Mannschaft der 76ers verbuchte exakt die gleiche Ausbeute.

"Gleich zu Beginn des dritten Viertels fielen einige rein. Wir alle wissen, wenn ein Shooter das sieht, wächst sein Selbstvertrauen. Also habe ich weiter gefeuert. Ich bin froh, dass sie reingegangen sind", sagte der Finals-MVP von 2011.

Grandioser Zwischenspurt

Insgesamt markierte "Dirkules" mit teils unmöglichen Treffern 28 Zähler und schnappte sich auch noch zwölf Rebounds.

Allein im dritten Viertel versenkte er fünf Körbe und befeuerte so einen 19:2-Lauf, der das Spiel zugunsten der Mavericks wendete.

"Hier macht es mir immer sehr viel Spaß, zu spielen. Wir kommen alle immer besser in Fahrt und werden als Team immer stärker", meinte Nowitzki.

Sixers mit Traumstart

Dallas hat in den vergangenen eineinhalb Jahren bewiesen, wie gut diese Truppe Rückschläge wegstecken kann. Der Auftritt in der "Stadt der brüderlichen Liebe" bestätigte diesen Eindruck.

Denn ohne die Guards Delonte West (Fingerbruch), Jason Terry (persönliche Gründe) und Roddy Beaubois (Todesfall in der Familie) lief im ersten Durchgang nichts zusammen.

Die Sixers spielten nahezu perfekte 24 Minuten. Bei 14 ihrer 20 Körbe gab es Assists und sie leisteten sich nur einen Ballverlust.

"Wir waren uns vielleicht schon zu sicher. In der zweiten Hälfte war auf einmal alles weg. Wir bekamen keinen Rhythmus in unseren Angriff", haderte Sixers-Coach Doug Collins.

Schlussviertel gehört den Mavs

Dann schlug zudem die Stunde Nowitzkis. Außerdem verteidigte der amtierende Meister urplötzlich aggressiver und ließ den Gastgebern keine Luft zum Atmen mehr.

"Wir wussten, sie sind ein Guard-lastiges Team. Wir wollten sie aus der Zone raushalten und gegen ihre Big Men besser rebounden. Das haben wir gut umgesetzt", analysierte Nowitzki bei "ESPN".

Ein 9:0-Zwischenspurt im Schlussviertel brach den Willen der Gastgeber. Die Mavs gewannen nun schon 18 von 19 Spielen, wenn sie mit einer Führung in die letzten zwölf Minuten gingen.

Kidd und Jones überzeugen

Angesichts der Ausfälle im Backcourt bekam Dominique Jones mehr Spielanteile und nutzte die Chance zu zwölf Punkten.

"Heute ging es um Kampf und Mut. 13 Jungs arbeiteten zusammen und haben so den Job erledigt", lobte Cheftrainer Rick Carlisle.

Auch die Routiniers trugen ihren Teil zum Auswärtssieg bei. Vince Carter erzielte zehn Punkte. Jason Kidd lieferte mit neun Zählern, neun Rebounds und acht Assists eines seiner besten Saisonspiele ab.

"Wir haben unsere Tiefe und Erfahrung ausgespielt", sagte Teambesitzer Mark Cuban. Acht seiner Spieler haben zehn Jahre oder mehr in der NBA auf dem Buckel.

Dallas macht Boden gut

Für die Sixers markierte Backup Nikola Vucevic 16 Zähler, konnte aber die dritte Heimpleite in Folge nicht verhindern.

Die Gastgeber verfehlten 13 ihrer 14 Dreierversuche und stellte mit mickrigen acht Punkten im dritten Viertel einen Negativrekord für die aktuelle Spielzeit auf.

"Wir hatten am Ende diesen besorgten Ausdruck im Gesicht. Da wusste ich, es reicht nicht mehr. Wir müssen lernen, solche Phasen schneller abzuschütteln", forderte All-Star Andre Iguodala.

Trotzdem bleibt Philadelphia im Osten Dritter. Die Mavs liegen in der Western Conference nur noch hauchdünn hinter den Los Angeles Clippers auf Rang vier (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

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