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Tony Parker spielte während des Lockouts kurze Zeit für ASVEL Lyon-Villeurbanne © getty

Der Guard ist in Top-Form und hat ein klares Ziel mit den Spurs. Die Fans lassen ihn beim All-Star Voting jedoch im Stich.

Von Jakob Gajdzik und Björn Seitner

München - Er gehört zu den Spurs wie das Fort Alamo zu San Antonio.

Seit 2001 spielt Tony Parker bei den Texanern und holte mit dem Team in diesem Zeitraum drei Meistertitel.

Als Point Guard ist er die Seele des Spiels und führte das Team von Coach Gregg Popovich zuletzt zu elf Siegen in Serie. Gegen die Portland Trail Blazers wurde er geschont - und die Spurs leisteten sich einen bösen 97:137-Ausrutscher (521171DIASHOW: Die 9. Woche der NBA).

Sein Ziel ist dennoch klar: Nach 1999, 2003, 2005 und 2007 soll der fünfte Titel nach San Antonio geholt werden (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

Sieger-Gen bei den Spurs

"Wenn man in einem Team wie den Spurs spielt, gibt es keine andere Option als den Titel", sagte Parker der französischen "L'Equipe": "Das ist die DNA des Klubs."

Dieses Sieger-Gen hat sich auch Parker in den elf Jahren eingeimpft.

Dass er der Liga allerdings derart seinen Stempel aufdrückt, wie er es im Moment tut, damit hätten vor der Saison wohl die wenigsten gerechnet.

Kraftraubende EM

Zumal der 29-Jährige im September eine kraftraubende Europameisterschaft in Litauen spielte.

Als Top-Scorer des Turniers führte der 117-malige Nationalspieler seine Franzosen bis ins Finale, musste sich dort aber den Spaniern geschlagen geben.

Die komprimierte NBA-Saison 2011/12 scheint Parker jedenfalls nichts auszumachen.

Top-Leistung gegen Top-Teams

Gerade gegen die Top-Team lieferte er zuletzt herausragende Partien ab - sei es gegen die Clippers (30 Punkte, 10 Assists), die 76ers (37 Punkte, 8 Assists) oder das derzeit zweitbeste Team der Liga, die Oklahoma City Thunder (42 Zähler, 9 Assists).

Gegen Los Angeles gelang ihm zum 13. Mal in seiner Karriere ein 30:10-Spiel.

Mit einem Punkteschnitt von bisher 19,5 Zählern spielt Parker im elften Jahr seine zweitbeste Saison. Nur 2008/09 traf er mit 22 Punkten häufiger (SERVICE: Die Tagesbesten).

Reservist im All-Star Game

Als Belohnung darf Parker am kommenden Wochenende zum vierten Mal am All-Star Game teilnehmen - allerdings wurde er auch zum vierten Mal als Reservist von den Coaches bestimmt (514330DIASHOW: Die All-Stars 2012).

Nicht einmal nach dem Titelgewinn 2007 und der Wahl zum Finals-MVP hatte Parker die Gunst der Fans auf seiner Seite.

Und das, wo er in dieser Saison selbst die größten Optimisten überraschte.

Teamkollege Tim Duncan, der mittlerweile seinen 35 Jahren Tribut zollen muss und längst nicht mehr die Dominanz vergangener Jahre auf den Court bringt, lief Parker mit seiner Stärke, Schnelligkeit und Agilität zumindest den Rang ab. Der Center wurde nach zwölf Nominierungen dieses Jahr nicht für das Ost-West-Duell berücksichtigt.

Ginobili und Splitter fallen aus

"Auch wenn viele sagen, wir wären zu alt, muss man wie jedes Jahr mit den Spurs rechnen", gibt sich der Franzose selbstbewusst - mit dem Wissen, dass die Last auf seinen Schultern nicht geringer wird.

Shooting Guard Manu Ginobili fällt noch mehrere Wochen wegen einer Rippenverletzung aus, Center Tiago Splitter laboriert an einer Wadenstauchung.

Beide fehlen noch mindestens zwei Wochen.

Druck auf Parker groß

Besonders bitter ist die Verletzung für den Argentinier: Ginobili brach sich am 2. Januar im Spiel gegen die Minnesota Timberwolves die Hand. Erst vier Spiele stand er auf dem Court, als er sich am 18. Februar gegen die Clippers erneut verletzte.

Parker sagte, um den Titel zu holen, bedürfe es einer starken Bank. Durch die Ausfälle wird dieses Vorhaben sicher nicht einfacher.

Auch die üble Pleite gegen Portland zeigte, dass die Spurs, die mit 23 Siegen bei 10 Niederlagen das viertbeste Team der Liga sind, ihren Superstar dringend brauchen.

Nun liegt es einmal mehr an Parker, in die Bresche zu springen und seinen Klub in die Playoffs zu führen.

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