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Gasol (l.) verlor in den Playoff-Viertelfinals 2011 mit L.A. vier Spiele gegen Nowitzki © getty

Bei SPORT1 spricht der Lakers-Star über sein Verhältnis zu Nowitzki und die aktuellen Trade-Gerüchte. Kobes Fürsprache genießt er.

Von Dean Walle

München - Pau Gasol ist eine der tragenden Säulen der Los Angeles Lakers.

2008 wechselte er nach sieben Jahren bei den Memphis Grizzlies in die "Stadt der Engel" und holte dort in seiner zweiten und dritten Spielzeit zwei NBA-Titel.

Mit Spanien wurde der 31 Jahre alte Power Forward 2006 Weltmeister sowie 2009 und 2011 Europameister.

Trotz durchschnittlich 16,6 Punkten und 10,7 Rebounds in dieser Saison wollen ihm die Lakers jedoch keine Garantie für seinen Verbleib geben.

Die Trade-Gerüchte nerven nicht nur Gasol, sondern brachten schon Teamkollege Kobe Bryant auf die Palme (490219DIASHOW: Die NBA-Wechselbörse).

Nach drei Jahren in Folge wurde Gasol diese Saison zudem nicht für das All-Star Game am 26. Februar berücksichtigt - im Gegensatz zu seinem Burder Marc. Der Grizzlies-Center wurde von den Trainern nominiert und reist zum ersten Mal zum Duell zwischen Ost und West.

Bei SPORT1 spricht Pau Gasol auch über sein Verhältnis zu Mavs-Star Dirk Nowitzki, die Konkurrenz in der Western Conference und die Trade-Gerüchte.

SPORT1: Herr Gasol, Mitch Kupchack, General Manager der Lakers, veröffentlichte ein Statement, in dem er deutlich machte, dass er keine Garantie geben kann, dass Sie nicht getradet werden vor der Deadline am 15. März...

Pau Gasol: Das ist die Realität unseres Geschäfts. Damit müssen wir Spieler leben. Die Lakers sind eine Franchise, die immer ganz oben sein will. Es liegt nicht in meiner Hand. Ich versuche, meinen Job so gut zu machen wie ich kann.

SPORT1: Kobe Bryant hat öffentlich eine Lanze für Sie gebrochen und das Management aufgefordert, Farbe zu bekennen. Wurde durch seine Aussage etwas erreicht?

Gasol: Das glaub ich nicht. Wenn die Lakers für mich Spieler bekommen, die für sie mehr Wert haben als ich - entweder jetzt oder in der Zukunft - dann werden sie es machen.

SPORT1: Fühlt es sich denn gut an, dass Kobe den Kopf für Sie hingehalten hat?

Gasol: Es fühlt sich gut an, dass mich mein Mitspieler unterstützt. Und dass er gesagt hat, er will mich hier behalten.

SPORT1: Wie gehen Sie mit Trade-Gerüchten um? Verfolgen Sie das?

[kaltura id="0_doegbnaj" class="full_size" title="Nowitzki verliert gegen Lin"]

Gasol: Ich höre davon, aber ich verfolge sie nicht. Wir haben so viele Journalisten um uns herum, da bleibt das gar nicht aus.

SPORT1: Muss das Team in dieser Phase der Saison eine "Jetzt-oder-nie"-Mentalität entwickeln?

Gasol: Wir müssen nur verstehen, dass wir alle zusammen in einem Boot sitzen. Natürlich möchten wir auch die Gewissheit haben, nicht getradet zu werden, damit wir uns voll auf den Rest der Saison konzentrieren können. Aber diese Garantie gibt es nicht. Das müssen wir begreifen. Auch wenn es nicht toll ist und unsere Leistung beeinflussen kann. Es geht ja nicht nur um mich. Wir können keine weitere Unruhe im Team gebrauchen.

SPORT1: Die Heimbilanz der Lakers (14 Siege, 2 Niederlagen) ist beachtlich gut. Auswärts (5-11) bleibt Ihr Team dieses Jahr weit hinter den Erwartungen zurück. Was ist der Status quo der Lakers?

Gasol: Derzeit sind wir Fünfter in der Western Conference und wollen in der Tabelle weiter nach oben klettern. Aber dafür müssen wir auswärts besser werden. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen)

SPORT1: Was muss das Team besser machen, um auswärts zu gewinnen?

Gasol: Mehr Konzentration. Eine bessere Einstellung. Wir müssen deutlich härter spielen als zu Hause. Dumme Fehler vermeiden und einfach konstanter werden. Das haben wir bisher nicht geschafft. Wir müssen an unserem oberen Limit spielen, um auswärts zu gewinnen.

SPORT1: Wo werden die Lakers am Ende der Saison stehen?

Gasol: Unser Ziel ist die Meisterschaft. Aber das wird diese Saison nicht leicht. Wir haben viele erfahrene Spieler, die schon sehr erfolgreich waren und Titel gewonnen haben. Das wird uns in den Playoffs sehr helfen. Wir müssen uns bis dahin aber noch deutlich steigern und täglich an den Details arbeiten.

SPORT1: Gibt es überhaupt einen klaren Favoriten in der Western Conference dieses Jahr? (521171DIASHOW: Die 9. Woche der NBA)

Gasol: Meiner Meinung nach spielt Oklahoma City derzeit in unserer Conference am besten. Die könnte man als Favoriten im Westen bezeichnen.

SPORT1: Dirk Nowitzki ist dieses Jahr zum zweiten Mal nach 2005 zum Spieler des Jahres in Europa gewählt worden. Sie haben diese Auszeichnung 2008 und 2009 erhalten. Was für ein Verhältnis haben Sie zu ihm? (SERVICE: Der SPORT1-Nowitzki-Watch)

Gasol: Ein gutes Verhältnis. Ich respektiere ihn. Er ist einer der besten Spieler der Welt und einer der besten europäischen Spieler aller Zeiten. Er verdient jede Auszeichnung, die er bekommt. Durch den Gewinn des NBA-Titels letzte Saison und durch die Finals-MVP-Trophäe war es klar, dass er Europas Spieler des Jahres werden würde. Es ist immer wieder ein Vergnügen, gegen ihn zu spielen.

SPORT1: Kann man sagen, dass Sie die beiden besten Europäer in der NBA sind?

Gasol: Das müssen andere entscheiden. Es gibt viele gute Europäer in unserer Liga. Aber ich denke, wir gehören sicher zu den Top-Europäern in der NBA.

SPORT1: Als Katalane haben Sie bestimmt einen Bezug zum Fußball. Wer macht das Rennen in Spanien dieses Jahr?

Gasol: Real Madrid wird wohl die Meisterschaft gewinnen. Aber hoffentlich gewinnt Barcelona zumindest die Champions League. Natürlich wollen wir Katalanen auch die Meisterschaft holen, aber das wird wahrscheinlich diese Saison nicht passieren.

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