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Jeremy Lin (l.) erzielte seinen bisherigen Bestwert mit 38 Punkten gegen die Lakers © getty

New Yorks Shooting-Star Jeremy Lin werden bei den Heat die Grenzen aufgezeigt. Die "Miami Thrice" überragen vorne und hinten.

Von Jakob Gajdzik

München - Am Ende musste er erkennen, dass ihm zu einem der Großen noch ein Stückchen fehlt.

"Das war eine lehrreiche Erfahrung", sagte Jeremy Lin nach der Partie kleinlaut und fügte hinzu: "Und eine harte."

Der Shooting-Star der New York Knicks hatte gerade nach seiner bisher traumwandlerisch-anmutenden NBA-Debütsaison den ersten bitteren Rückschlag hinnehmen müssen.

88:102 verloren die Knicks bei den Miami Heat und der Point Guard, der in den elf Spielen zuvor auf einen Schnitt von 23,9 Punkten und 9,2 Assists kam, erzielte diesmal magere acht Punkte und traf nur einen seiner elf Versuche aus dem Feld.

"Nicht den Kopf hängen lassen"

Doch nicht nur das, ihm unterliefen dazu noch acht Turnover. (521171DIASHOW: Die 9. Woche der NBA)

"Ich werde jetzt nicht den Kopf hängen lassen. Man kann nicht alles gewinnen. Ich muss begreifen, was ich falsch gemacht habe und wo ich mich verbessern kann", wollte sich Lin aber auch nicht entmutigen lassen.

Warum auch?

Die Miami Heat sind das beste Team der NBA und zeigten gegen New York, warum.

Miami: Offensiv und Defensiv bärenstark

In der Offense war auf die "Miami Thrice" verlass, die Defense zeigte gegen Lin eine bärenstarke Leistung.

"Ich bin mir sicher, sie haben sich alle auf ihn eingeschossen", sagte Knicks-Coach Mike D'Antoni über die Abwehrabsichten der Gastgeber.

"Sie haben die Herausforderung angenommen und einen guten Job gemacht. Es ist schwer, jeden Tag Peter Pan zu sein", verteidigte der Trainer seinen Shooting-Star.

Die acht Ballverluste von Lin zeigen, wie sehr sich die Heat-Defense auf Lin fokussiert hat.

Wade lobt "Linsanity"

"Er ist ein guter Spieler und verdient die Anerkennung die er bekommt", lobte Dwyane Wade, der 22 Punkte zum Sieg beisteuerte, den New Yorker Point Guard, "aber wir haben ihn sehr unter Druck gesetzt und das mit Erfolg".

Neben "D-Wade" steuerten LeBron James (20 Punkte) und Chris Bosh als Topscorer (25) die meisten Punkte zum achten Sieg des Teams aus Florida bei.

Der achte Sieg in Folge mit mindestens zwölf Punkten Differenz wohlgemerkt. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen)

James wiederholt Fabel-Leistung

Zudem gelang es "King James" mit seiner fabelhaften Leistung als erstem Spieler seit 2008 mindestens 20 Punkte, neun Rebounds, fünf Steals und zwei Blocks zu zeigen. (SERVICE: Die Tagesbesten)

Bezeichnenderweise war der Letzte, dem das gelang, James selbst.

Miami nutzte die vielen Fehler im New Yorker Spiel, auch Amare Stoudemire unterliefen sechs Turnover, um das erste Viertel mit 24:20 für sich zu entscheiden.

Nach kurzem Zwischenspurt gingen die Knicks zu Beginn des zweiten Viertels zwar in Führung, doch die Gastgeber waren am Ende zu stark.

Die "Miami Thrice" drehten auf und erzielten im dritten Viertel 25 der insgesamt 29 Punkte.

Anthony bester Knicks-Werfer

Die insgesamt 19 Punkte von Carmelo Anthony, dem bester NY-Werfer, waren dagegen nicht genug.

Eine gute Leistung zeigte auch J.R. Smith, der von der Bank 14 Punkte erzielen konnte.

"Wir sind noch nicht so weit wie Miami", zog D'Antoni am Ende den Hut vor der Überlegenheit des Gegners. "Sie spielen besser als alle anderen und sind das Team, das man schlagen muss. Wir sind erst auf dem Weg, ein Team zu werden."

Auf diesem Weg gilt es, Rückschläge wie in Miami positiv zu verarbeiten. Auch für Jeremy Lin.

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