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All-Star Weekend: Nowitzki neben Tony Parker (Spurs) und Andrew Bynum (Lakers, r.) © getty

Dirkules hat sein Tief überwunden und Barkley eindrucksvoll widerlegt. Angst vor neuen Malaisen hat er nicht, sagt er SPORT1.

Aus Orlando berichtet Michael Spandern

Orlando - Wenn Dirk Nowitzki am Sonntagabend sein elftes All-Star Game bestreitet, fehlen zwei langjährige Wegbegleiter an seiner Seite.

Nach 13 bzw. 14 Auftritten beim Showmatch fanden Tim Duncan und Kevin Garnett, beide 35, keine Gnade mehr bei Fans oder Trainern.

Nowitzki, zwei Jahre jünger als die genannten Power Forwards, glaubt aber nicht, dass ihm so bald die Dämmerung bevorsteht.

"Ich kann dieses Level bis 2014 halten"

Nachdem er Charles Barkley, der Anfang des Monats Nowitzkis Zeit bereits abgelaufen wähnte (Bericht), mit durchschnittlich mehr als 28 Punkten und 11 Rebounds in den jüngsten vier Partien eindrucksvoll widerlegt hat, ist ebenso wie sein Knie auch sein Selbstbewusstsein genesen.

Barkleys Abgesang "habe ich gesehen", sagt er mit höchstens leichter Genugtuung. "Nun aber ist mein Knie stabil und das Bein wieder stark, ich bewege mich besser und mein Selbstvertrauen ist zurück."

Vor seiner Dienstreise nach Orlando hatte er betont: "Jeder weiß: Wenn ich gesund bin, bin ich ein All-Star." Nun legt er gegenüber SPORT1 nach: "Ich glaube, dass ich dieses Level halten kann, bis mein Vertrag 2014 ausläuft."

"Anständig" gefeiert mit MJ

Erst danach, wenn er seinen 36. Geburtstag feiert, wolle er von Jahr zu Jahr schauen, ob es für ihn bei den Mavs und auf Spitzenniveau weitergeht.

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Allerdings: Bereits jetzt und auch in Erinnerung an seiner verletzungsbedingte Auszeit im Januar spart Nowitzki wo es nur geht Kräfte.

"Ich habe hier nicht viel unternommen, sondern hauptsächlich versucht, mich auszuruhen, genügend Schlaf zu kriegen", erzählt er gegenüber SPORT1. Nur eine Ausnahme gab es: "Am Freitag bin ich zur Jordan-Party gegangen, die war tatsächlich anständig."

Auch mit knapp zehn Minuten zufrieden

Damit aber die Erholung siegt, hat er für sich schon für eine kurze Spielzeit vorausgesagt: "Das Gute ist doch, dass wir mit LaMarcus Aldridge, Blake Griffin und Kevin Love Jungs im Team haben, die zum ersten oder zweiten Mal dabei sind. Die sind doch heiß darauf zu spielen. Ich werde wohl nur wenige Minuten eingesetzt."

Wäre er auch mit der Hälfte von 19 Minuten, die er in seinen bisherigen All-Star Games durchschnittlich eingesetzt wurde, zufrieden? "Ganz sicher."

Klar: Spaß haben, genießen - all das gehört auch zu Nowitzkis Vokabular, wenn er auf das Spektakel angesprochen wird.

Neun Spiele in zwölf Tagen

Aber er gibt auch zu: "Dieses Mal ist es hart, nach so vielen Spielen und vor allem mit so einem straffen Programm vor der Brust. Vielleicht kann ich auch etwas Abstand vom Basketball bekommen, um dann wieder mit Lust anzugreifen."

Besonders die Mavs trifft es nach der kurzen Unterbrechung der komprimierten Saison hart, neun Spiele in zwölf Tagen stehen an.

"Nach dem All-Star Spiel fliege ich direkt mit Mark Cuban heim, am Montagnachmittag ist Training angesetzt, und dann steht am Mittwoch und Donnerstag gleich ein Doubleheader an", stöhnt Nowitzki.

"Länger, als alle gedacht haben"

Angst vor neuerlichen Beschwerden hat er jedoch nicht: "Nein, mein Bein ist stark und ich bin bereit", kündigt er bei SPORT1 an.

Dass ihn die Mavs mangels Fitness im Januar für vier Spiele aus dem Verkehr gezogen haben, nennt er "eine gute Entscheidung. Die Woche hat sich gelohnt."

Allerdings dauerte ihm der Weg zurück zum gewohnten Niveau zu lange: "Ich fand das nicht schnell, es hat schließlich im Ganzen vier, fünf Wochen gedauert. Länger, als alle gedacht haben."

Aber vielleicht hält er sich nun auf diesem Level auch länger, als alle denken. Wie sein Kumpel Steve Nash, der noch mit 38 Jahren ein unumstrittener All-Star ist.

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