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Dirk Nowitzki ist bereits zum elften Mal in Folge beim All-Star Game dabei © getty

Vor dem All-Star Game stellt Dirkules klar: Er hätte nicht sich, sondern Griffin gewählt. Einst war Shaq hoch in seiner Gunst.

Aus Orlando berichtet Michael Spandern

Orlando - Rund 80 Kilometer westlich von Cape Canaveral heißt es heute Abend: Ready for takeoff!

Aber wenn die Überflieger die NBA beim All-Star Game zur Flugshow ansetzen, gehört Dirk Nowitzki eher zum Bodenpersonal, das tunlichst Start- und Landebahn räumt.

Sein von Wurftechnik und Körperbalance gekennzeichnetes Spiel ist nicht das, wofür die knapp 19.000 Fans im Amway Center von Orlando die horrenden Ticketpreise bezahlt haben.

Elfmal von den Fans verschmäht

Daher ist Dirkules, MVP von 2007 und Finals-MVP von 2011, auch vor seiner elften Nominierung bei den Fans durchgefallen, als es um die Wahl der Starting Fives ging. Nowitzki versteht dies nicht nur, er hätte sogar selbst gegen sich gestimmt!

"Wenn ich Fan wäre und einen Kerl einen Meter hoch springen und über drei Leute hinweg dunken sehen könnte oder einen 2,13-Meter-Riesen aus sechs Metern von einem Bein abspringend werfen - für wen würde ich wohl stimmen? ", fragt er rhetorisch, um dann doch zu antworten: "Für den Dunker!"

Und wer am höchsten in seiner Gunst steht, ist der Dunking-König von 2011: Blake Griffin.

Revolution dank Duncan und KG

"Er ist die Zukunft bei den Power Forwards. Der Himmel ist für ihn die Grenze", schwärmt Nowitzki. "Er ist ein Freak von einem Athleten. So eine Kombination von Explosivität und Aggressivität, aber auch Grundfertigkeiten haben wir noch nicht gesehen."

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Der Würzburger ist "ein wenig traurig", dass mit Bostons Kevin Garnett und San Antonios Tim Duncan zwei Evergreens nicht zum Spektakel berufen wurden: "Sie haben den Sport nach vorne gebracht und die Power-Forward-Position revolutioniert."

"Aber mit Marc Gasol, LaMarcus Aldridge und Kevin Love kommt eine Generation nach, bei der das Zusehen auch viel Spaß macht.

Ein Fan der 1995er Magic

In den schmucken Hallen, wo allenthalben Poster oder Gemälde an die Großen des Basketballs erinnern, wird Nowitzki nicht müde, seine Helden aufzuzählen.

In der Comicwelt sei dies Lucky Luke gewesen ("Der einsame Cowboy"), auf dem Parkett waren es Mitte der 90er - die All-Star-Gastgeber werden es gerne hören - die Orlando Magic.

"Ich war ein großer Magic-Fan, als Shaq hier gespielt hat, habe mir 1995 die Finals angeschaut, als sie leider gegen Houston den Kürzeren zogen. Ich habe das ganze Team geliebt: Shaq und Penny Hardaway, 3D (Dennis Scott, Anmerkung d. Red.), Nick Anderson, Horace Grant", zählt er auf.

Als er dann vier Jahre später die NBA-Bühne betrat, "waren Barkley und Pippen meine Helden", sagt er und erinnert sich mit kindlicher Freude an das erste echte Kennenlernen bei seinem All-Star-Debüt 2002.

Lin - überraschend groß, überraschend athletisch

Nun ist er der Altgediente, der, zu dem andere aufschauen könnten. Aber Anführer sein? Nein, das wolle er nicht. "Ich bin hier, um zu genießen", entledigt er sich aller Pflichten.

"Ich werde nichts Spektakuläres machen, mein Spiel spielen und versuchen, dem Team zum Sieg zu verhelfen", kündigt Nowitzki an.

Und danach weitere Fragen zu Shootingstar Jeremy Lin beantworten, den er im Übrigen als "guten Kerl und guten Spieler" beschreibt. "Er ist größer und athletischer, als man denkt!"

Am liebsten auf der Terry-Couch

Da Lin bis vor Kurzem auf der Couch eines Mitspielers in New York nächtigte, lautet eine der interessanteren Fragen an die All-Stars in Zeiten der "Linsanity", auf wessen Couch sie sich denn am liebsten legen möchten.

Nowitzki hat da einen klaren Favoriten unter den Mavericks.

"Jason Terry, denn der ist definitiv verrückt. Und es geht so einiges ab bei ihm im Haus, da wäre es bestimmt lustig, das mitzukriegen."