vergrößernverkleinern
LeBron James (l.) wurde 2006 und 2008 zum MVP des All-Star Games gewählt © getty

Nowitzkis Team übersteht eine Aufholjagd des Ostens. James drückt sich um den letzten Wurf. Kobe löst Jordan ab. Durant ist MVP.

Aus Orlando berichtet Michael Spandern

Orlando - Ohne nennenswerten Kräfteverschleiß hat Dirk Nowitzki in seinem elften All-Star Game den siebten Sieg davongetragen (523845DIASHOW: Das All-Star Game 2012).

Im 61. Vergleich zwischen Ost und West führte Kevin Durant den Westen zum 25. Erfolg. Der 152:149 (88:69)-Zittersieg stand allerdings erst nach einem fatalen Fehlpass von LeBron James 1,9 Sekunden vor Schluss fest.

Während "Durantula" erstmals zu MVP-Ehren kam und von Nowitzki als "phänomenal" geadelt wurde, war James trotz ebenfalls 36 Zählern und sieben Rebounds untröstlich.

Wurf verweigert, zu zögerlich gepasst

Nach einem Offensivrebound des Ostens hatte er die Chance, den Ausgleich zu erzielen, passte aber in die Hände von Blake Griffin.

"Ich habe meinen Mitspieler freistehend gesehen, aber den Ball erst nicht losgelassen", erläuterte Miamis Ausnahmeathlet. "Dann wollte ich doch zu ihm werfen - und dann passiert halt so etwas. Ich wünschte, ich könnte die Situation noch mal haben."

Nowitzki kam in seiner zweitkürzesten All-Star-Spielzeit (13:44 Minuten) zu sieben Punkten, traf dabei drei seiner acht Würfe und holte vier Rebounds.

Kobe knackt Jordans Rekord

Einen umjubelten Kurzauftritt hatte dagegen Magic Johsnon, der vor 20 Jahren - drei Monate nachdem bekannt gegeben hatte, HIV-positiv zu sein - in Orlando zum MVP des All-Star Game geworden war.

Kobe Bryant überholte mit seinen 27 Zählern Michael Jordan als bester Korbjäger in All-Star Games. Die "Black Mamba" kommt nach 14 Spielen auf 271 Punkte, neun mehr als MJ.

Beim Osten ragte neben James auch sein Heat-Kollege Dwyane Wade mit einem Triple-Double (24 Punkte, je zehn Rebounds und Assists) heraus.

[image id="328c6974-645b-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

Bryant verlegt sich auf Sprungwürfe

Lokalmatador Dwight Howard konnte dagegen den durch seinen Trade-Ersuch heraufbeschworenen Wirbel um seine Person offenbar nicht abschütteln. Der Magic-Center kam in 31 Minuten nur auf neun Punkte, gleich im ersten Angriff wurde "Superman" von Andrew Bynum sauber geblockt.

Immerhin blieb ihm der erste Feldkorb des Ostens zum 3:7 vorbehalten, den Howard standesgemäß per Tip-Dunking erzielte.

Während James und Griffin das Publikum mit krachenden Dunks zum Raunen brachten, irritierte Bryant, indem er sich in den ersten sechs Minuten ein halbes Dutzend Sprungwürfe herausnahm.

Westen enteilt mit Effektivität

Allerdings mit Erfolg: Fünf davon landeten im Korb, und der Westen, für den Nowitzki nach fünfeinhalb Minuten als erster Reservist aufs Feld kam, enteilte auf 25:13.

Auch die Bankspieler der Western Conference spielten eher effektiv als spektakulär und schraubten den Vorsprung auf 50:32.

Es schlug auf beiden Seiten am laufenden Band ein, vor allem Russell Westbrook, Durants Teamkollege in Oklahoma City, durfte sich austoben.

James läutet Aufholjagd ein

Willkommene Abwechslung nach einer Vielzahl von zumeist unbedrängten Dunks: James stieg aus vollem Lauf zum Korbleger hoch - und patzte.

0,6 Sekunden vor der Halbzeitsirene machte Griffin mit dem neunten Dreier seiner NBA-Karriere den Punkterekord perfekt - 1989 hatte der Westen in einer Spielhälfte 87 Punkte erzielt.

Nach der Halbzeit-Show von Pitbull, Ne-Yo und Nayer und Durants Dunking zur höchsten West-Führung (90:69) nährte "King" James die Hoffnungen des Ostens auf eine Aufholjagd mit drei Dreiern. Per Dunking und Assist auf Wade verkürzte er auf 95:102.

Nowitzki hat früh Feierabend

Aber Durant hielt mit Kampfgeist dagegen, fiel sogar nach einem Rückwärtskorbleger hart zu Boden.

Nowitzki hatte mit Chris Bosh nun seinen Lieblingsgegner, den er zunächst hinten am Punkten hinderte. Über Boshs Arme hinweg versenkte er dann einen Dreier, seine ersten Punkte brachten in der 33. Minute das 116:101.

Zu Anfang des Schlussviertels verabschiedete er sich mit einem Defensivrebound und einem butterweichen Halbdistanzwurf.

Nowitzki nimmt James in Schutz

Auch als ernsthafter verteidigt wurde, behauptete der Westen seinen zweistelligen Vorsprung, bis Wade fünfeinhalb Minuten vor dem Ende zum 130:138 traf.

Drei Minuten vor Schluss traf James in Schieflage seinen sechsten Dreier zum 141:144, Deron Williams verkürzte wenig später nach Steal bis auf einen Zähler.

Unter Buhrufen verwandelte Bryant mit 18 verbleibenden Sekunden nur einen von zwei Freiwürfen zum 151:149, Deron Williams verwarf einen Dreier zum Sieg, holte sich aber den Offensivrebound. Dann gab er James den Ball, und das Unheil nahm seinen Lauf.

"Ich bin froh, dass D-Will zu kurz geworfen hat, denn er hatte freie Sicht", meinte Nowitzki im Anschluss. James nahm er in Schutz: "Es war ein Gedränge, da kann das passieren. Wir hatten Glück, dass wir letztlich den Ball ergattert haben."

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel